Teamplayer in Corona-Zeiten

Nicht alle Lehrer im Oberallgäu und Kempten müssen in die Schule

Playmobil-Figuren kann Covid-19 nichts anhaben. Echten Lehrern schon. Daher können Lehrkräfte, die nachweislich einer Risikogruppe angehören, von zuhause aus unterrichten. In der Klasse vertritt sie ein sogenannter „Team-Lehrer“.

Playmobil-Figuren kann Covid-19 nichts anhaben. Echten Lehrern schon. Daher können Lehrkräfte, die nachweislich einer Risikogruppe angehören, von zuhause aus unterrichten. In der Klasse vertritt sie ein sogenannter „Team-Lehrer“.

Bild: Mettler

Playmobil-Figuren kann Covid-19 nichts anhaben. Echten Lehrern schon. Daher können Lehrkräfte, die nachweislich einer Risikogruppe angehören, von zuhause aus unterrichten. In der Klasse vertritt sie ein sogenannter „Team-Lehrer“.

Bild: Mettler

Lehrer, die einer Risikogruppe angehören, können mit Attest daheim arbeiten. Wie Unterricht in den Klassen trotzdem möglich sein soll.
07.09.2020 | Stand: 17:59 Uhr

Wen bekommen wir im nächsten Schuljahr? Das ist jedes Jahr zu Schuljahresbeginn die Frage aller Fragen – für Schüler wie für Lehrer. Wer welche Klasse unterrichtet, wird kommendes Schuljahr durch die Corona-Schutzbestimmungen noch spannender als sonst. Denn Lehrkräfte, die vorerkrankt sind, dürfen zu ihrem eigenen Schutz nicht unterrichten. Für sie sucht das Schulamt Oberallgäu-Lindau-Kempten zurzeit „Team-Lehrkräfte“, berichtet Schulamtsdirektor Herbert Rotter.

Wenn nächsten Dienstag die Schule wieder startet, soll nach dem Willen der bayerischen Staatsregierung der Regelschulbetrieb wieder starten und auch angesichts steigender Corona-Fallzahlen so lange wie möglich aufrecht erhalten werden. Lesen Sie hier: Gericht lehnt einen Eilantrag gegen die Maskenpflicht an bayerischen Schulen ab.

Einige Lehrkräfte dürfen zuhause bleiben

Doch einige Lehrkräfte dürfen die Unterrichtsräume nicht betreten. Wie Rotter berichtet, haben bereits vergangenes Schuljahr Lehrkräfte, die zu einer Risikogruppe gehören, zuhause bleiben dürfen, als der Präsenzunterricht wieder startete. Sie mussten laut Rotter nur mitteilen, dass sie sich wegen einer Vorerkrankung nicht in der Lage fühlten zu unterrichten. Im Oberallgäu und in Kempten habe das zehn bis 20 Lehrkräfte betroffen, erklärt der Schulamtsdirektor. Es habe sich vor allem um über 60-Jährige gehandelt. Zum Vergleich: Insgesamt arbeiten an den Oberallgäu und Kemptener Schulen nach Rotters Angaben rund 1200 Lehrkräfte Menschen.

Daheim bleiben statt Präsenzunterricht – das wird in diesem Schuljahr erschwert. Lehrkräfte, für die das Risiko einer Ansteckung mit Covid-19 zu groß wäre, benötigen laut Rotter nun eine ärztliche Bescheinigung, um zuhause bleiben zu dürfen. Beim Schulamt seien schon einige Atteste eingegangen – in etwa so viele, wie Lehrer im vergangenen Schuljahr zuhause blieben. Auch Lehrerinnen, die schwanger sind, dürfen nach Angaben des Schulamtsdirektors nicht in die Klassenzimmer.

Arbeiten sollen die Risiko-Personen von zuhause aus. Das heißt, sie planen den Unterricht, bereiten die Schulstunden vor und erstellen auch die Proben. Den Präsenz-Unterricht im Klassenzimmer soll dann eine „Team-Lehrkraft“ abhalten. Diese stellt das Schulamt für diesen Zweck extra ein. Voraussetzung sei ein abgeschlossenes Studium. Seit vergangener Woche würden die die Bewerbungen gesichtet und Gespräche geführt.„Im Moment gibt es genügend Bewerber. Aber das wechselt ständig“, erklärt Rotter.

So erhalten einige Schüler auf die Fragen aller Fragen im nächsten Schuljahr zwei Namen als Antwort.