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Oberallgäu: Was Wahlkampfhelfer bei ihrer Arbeit erleben - und was sie motiviert

Wahlkampfhelfer sind enorm wichtig für die Parteien. Carina Spöttle (CSU) ist mit 16 Jahren eine der jüngsten Ehrenamtlichen.

Wahlkampfhelfer sind enorm wichtig für die Parteien. Carina Spöttle (CSU) ist mit 16 Jahren eine der jüngsten Ehrenamtlichen.

Bild: Luke Maguire

Wahlkampfhelfer sind enorm wichtig für die Parteien. Carina Spöttle (CSU) ist mit 16 Jahren eine der jüngsten Ehrenamtlichen.

Bild: Luke Maguire

Sie stehen nicht im Rampenlicht, sondern sorgen dafür, dass alles im Hintergrund läuft: Wahlkampfhelfer aus dem Oberallgäu erzählen von ihren Erfahrungen.
20.09.2021 | Stand: 11:30 Uhr

Sie agieren im Hintergrund, sind sich für keine Aufgabe zu schade und für ihre Partei wichtige Akteure: Wahlkampfhelfer. Besonders während der Wahlkämpfe haben Ehrenamtliche immer wieder viel zu tun. Vier Wahlkampfhelfer aus dem Oberallgäu berichten, welche Aufgaben sie heuer zu erledigen hatten und welche Erfahrungen sie in diesem Jahr gemacht haben.

Eine der jüngsten Wahlkampfhelferinnen im Oberallgäu wird wohl Carina Spöttle sein. Die 16-Jährige engagiert sich seit knapp zwei Jahren für die CSU und ist heuer bei ihrem ersten Wahlkampf mit dabei. „Großen Spaß“ mache es der Schülerin, mit Leuten zu diskutieren und beim Wahlkampf mitzuhelfen.

Großplakate wurden beschmutzt

Spöttle ist bei Infoständen vor Ort, verteilt aber auch Flyer und ersetzt Plakate. „Vor allem Großplakate wurden heuer beschmutzt“, erzählt die 16-Jährige. Als Mitglied der Jungen Union Oberallgäu engagiert sie sich auch politisch; später einmal ein Amt auszuüben, kann sie sich durchaus vorstellen: „Ich habe jetzt einmal die Arbeiten im Hintergrund kennengelernt, würde aber auch mehr machen wollen, wenn es klappt.“ Aktuell laufe noch eine Telefonkampagne: „Wir erinnern unsere Mitglied daran, zu wählen.“

Markus Kubatschka von der SPD ist schon selbst für ein Amt angetreten.
Markus Kubatschka von der SPD ist schon selbst für ein Amt angetreten.
Bild: Luke Maguire

Für Markus Kubatschka ist es nicht der erste Wahlkampf für die SPD. Bereits 1996 engagierte sich der 46-jährige Immenstädter für seine Partei, seit 26 Jahren ist er nun schon Mitglied. Im vergangenen Jahr ist Kubatschka in den Stadtrat eingezogen, heuer arbeitet er aber im Hintergrund. „Ich plakatiere und halte unsere Social-Media-Kanäle auf dem Laufenden“, sagt Kubatschka.

Weniger Vandalismusvorfälle

In Immenstadt, Burgberg sowie in Rettenberg und Buchenberg ist der 46-Jährige unterwegs, um mit Plakaten für die SPD zu werben. Was ihn diesmal erstaunt: „Heuer wurde kein Plakat zerstört.“ Und Vandalismusfälle habe es nur einen in Lindenberg gegeben. Dass die SPD in den Umfragen vorne liegt, sei nicht überraschend: „Die Stimmung ist gut und wir haben eine gute Kampagne.“

Klaus Maruschka will die FDP in der Regierung sehen.
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Bild: Luke Maguire

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Erst seit vier Jahren ist Klaus Maruschka Mitglied der FDP. Doch seit seinem Eintritt in die Partei hat der 66-jährige Ofterschwanger schon vier Wahlkämpfe miterlebt. Seine Hauptaufgaben sind plakatieren, Flyer verteilen und an Infoständen mitzuwirken. Maruschka ist in die FDP eingetreten, „um mich nicht nur beim Stammtisch über Parteien und Politiker zu echauffieren, sondern selbst anzupacken“.

Wird die FDP diesmal mitregieren?

Das könne er nun ganz gut. „Wir haben nicht viele Mitglieder in der Region. Da kann sich jeder einbringen“, sagt der Rentner, der heuer deutlich weniger Anfeindungen registriert. Doch er erlebt eine große Verunsicherung bei den Wählern: sowohl bei den Themen als auch den Kandidaten. Seiner Partei traut er „ein gutes zweistelliges Ergebnis zu. Und wir wollen mitregieren“.

Christel Beck macht beim ersten Wahlkampf von “dieBasis“ mit.
Christel Beck macht beim ersten Wahlkampf von “dieBasis“ mit.
Bild: Luke Maguire

Ganz neu mit dabei ist Christel Beck, ebenso wie die Basisdemokratische Partei Deutschland, kurz „dieBasis“. Die 56-Jährige möchte durch Gespräche an Infoständen eine größere Bekanntheit der Partei erreichen. „Etwa die Hälfte kennt uns noch gar nicht, das wollen wir ändern“, sagt Christel. Die Leute würden immer sehr interessiert am Programm der noch jungen Partei sein.

Engagement wegen der Enkelkinder

Gemeinsam mit ihrem Partner sorgt sie auch dafür, dass genügend Plakate am Straßenrand hängen – einige mussten aber auch schon ausgetauscht werden, was die beiden beschämend finden: „Plakate zerstört man nicht – egal von welcher Partei diese sind .“ Wegen der Zukunft ihrer Enkelkinder habe Christel beschlossen, sich zu engagieren. Sie hofft mit ihrem Engagement, etwas verändern zu können.

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