Bus-Inklusive-Angebot in Oberstdorf

Tourismusort Oberstdorf schraubt den Kurbeitrag nach oben

Die nächste Tourismusattraktion wächst aus dem Boden in den Oberstdorfer Himmel: Wenn die neue Therme fertig ist, soll der Kurbeitrag erneut um 40 Cent auf 3,20 Euro erhöht werden.

Die nächste Tourismusattraktion wächst aus dem Boden in den Oberstdorfer Himmel: Wenn die neue Therme fertig ist, soll der Kurbeitrag erneut um 40 Cent auf 3,20 Euro erhöht werden.

Bild: Michael Mang

Die nächste Tourismusattraktion wächst aus dem Boden in den Oberstdorfer Himmel: Wenn die neue Therme fertig ist, soll der Kurbeitrag erneut um 40 Cent auf 3,20 Euro erhöht werden.

Bild: Michael Mang

Der Kurbeitrag in Oberstdorf wird erhöht, um das Bus-Angebot für Übernachtungsgäste zu finanzieren. Wenn die Therme fertig ist, soll der Beitrag weiter steigen.
25.09.2022 | Stand: 07:24 Uhr

Seit Juli können die Gäste, die in Oberstdorf ihren Urlaub verbringen – und dort auch ein Zimmer oder einen Campingplatz gebucht haben – kostenlos mit dem Bus durchs Dorf, die Ortsteile und die Täler fahren. So können die Urlauber ihr Auto während des Aufenthalts stehen lassen oder können gleich mit dem Zug anreisen. Um die Kosten von 1,08 Millionen Euro jährlich zu finanzieren, hebt die Kommune jetzt den Kurbeitrag an. Mit einer Gegenstimme votierte der Marktgemeinderat dafür, die Abgabe um 60 Cent zu erhöhen – es ist die erste Steigerung seit 2006 (siehe Grafik). Wenn die neue Therme, die derzeit gebaut wird, fertig ist, will die Tourismusgemeinde erneut an der Gebührenschraube drehen.

Abgabe in Oberstdorf steigt noch vor der Wintersaison

Ab 17. Dezember – also zu Beginn der Wintersaison – steigt der Kurbeitrag um 60 Cent auf 3,20 Euro pro kurbeitragspflichtiger Übernachtung für Personen ab 17 Jahren und 2,55 Euro für Kinder und Jugendliche von 13 bis 16 Jahren. Die Jahrespauschale für Zweitwohnungsbesitzer erhöht sich um 30 Euro auf 160 Euro für Personen ab 17 Jahren.

„Wir erhöhen den Kurbeitrag mit einer konkreten Gegenleistung“, sagte Tourismusdirektor Frank Jost. Das sei für die Therme noch nicht möglich. „Das können wir erst machen, wenn der erste Gast seinen Fuß in die Therme gesetzt hat.“ Das neue Erholungsbad soll im Sommer 2024 eröffnen.

Oberstdorf: Hoteliers und Vermieter stimmen Beitragserhöhung zu

Die jetzt beschlossene Erhöhung sei vom Tourismusbeirat einstimmig befürwortet worden, in dem unter anderem die Hotellerie und die Vermieterverbände vertreten sind. Die Anpassung des Kurbeitrags sei erforderlich, um die künftigen Mehraufwendungen der Kurbetriebe zu decken, erklärte Jost. Hier widersprach Peter Titzler (FW), der als einziger Gemeinderat gegen die Erhöhung votierte. „Der Schritt kommt zu früh“, sagte Titzler. „Die Kurbetriebe schließen Jahr für Jahr mit einem Plus ab.“ Deshalb sei die Erhöhung derzeit noch nicht notwendig.

Insgesamt stieß der Vorstoß aber auf breite Zustimmung im Rat: „Die Erhöhung ist gut, weil die Berechnung plausibel ist und eine Gegenleistung dahinter steht“, sagte Tourismusreferent Matthias Dornach (CSU). Anton Weiler (UOL) ergänzte: „Der Gast zahlt gerne, wenn er auch eine Leistung dafür bekommt.“

Kommt auch in Oberstdorf eine Abgabe für Übernachtungsgäste?

Diskutiert wurde auch über die Frage, ob Oberstdorf – wie in Oberstaufen geplant – einen Kurbeitrag von Tagesgästen erheben sollte. „Wir haben uns von Experten beraten lassen“, sagte Jost. „Der Aufwand zur Erhebung des Tageskurbeitrags steht in keinem Verhältnis zu dem monetären Mehrwert.“ Derzeit würden Gespräche mit dem Landkreis und anderen Gemeinden geführt, erklärte Bürgermeister Klaus King: „Wenn muss man den Tageskurbeitrag für das gesamte Allgäu einführen.“ Siegmund Rohrmoser (Grüne) forderte, die Tagesaussflügler zur Kasse zu bitten: „Es ist willkürlich, wenn nur ein Teil der Gäste beitragspflichtig ist.“

Kritik an der Einführung des Bus-Inklusive-Angebots übte Laurent Mies (FW). Der Vorstoß sei nicht mit den Partnern im Landkreis abgestimmt gewesen und kannibalisiere das Angebot in der Region. „Wir haben eher Porzellan zerschlagen“, sagte Mies. „Wir schwächen das System Oberallgäu.“ Die Voraussetzung für den Schritt sei die Zustimmung der Landrätin gewesen, erklärte Jost. Bürgermeister King ergänzte: „Alle Partner waren miteinbezogen.“

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