Forum für neue Musik in Oberstdorf

Oberstdorfer Festival schreibt Kompositions-Wettbewerb für Gymnasiasten aus

Eine Notationssoftware hilft: Hans-Jürgen Gerung von der Oberstdorfer Musikschule hat für das „Forum für neue Musik“ einen Kompositionswettbewerb ausgeschrieben.

Eine Notationssoftware hilft: Hans-Jürgen Gerung von der Oberstdorfer Musikschule hat für das „Forum für neue Musik“ einen Kompositionswettbewerb ausgeschrieben.

Bild: Martina Diemand

Eine Notationssoftware hilft: Hans-Jürgen Gerung von der Oberstdorfer Musikschule hat für das „Forum für neue Musik“ einen Kompositionswettbewerb ausgeschrieben.

Bild: Martina Diemand

Das Oberstdorfer „Forum für neue Musik“ lässt diesmal Gymnasiasten komponieren. Eine der Aufgaben führt in ein „Laboratorium“ mit kühnen Klangexperimenten.
20.03.2022 | Stand: 11:30 Uhr

Komponisten sind erfindungsreich, um neue Klänge zu erzeugen. Die zeitgenössische Musik kennt da kaum Grenzen. Jetzt hat das Oberstdorfer „Forum für neue Musik“ einen Kompositionswettbewerb ausgeschrieben, der neue Klangkunst kreieren soll: Und zwar unter anderem mit Luftballon, Klebeband, Schwamm und Wäscheklammer. Der Wettbewerb heißt „Laboratorium für Musik“ und wendet sich an Oberstdorfer Gymnasiasten. Die Idee dazu hatten Musiklehrer des Gymnasiums: Thomas Müller und Andreas Braunsch. Das berichtet Hans-Jürgen Gerung, Initiator des Forums und stellvertretender Leiter der kommunalen Oberstdorfer Musikschule.

"Tolle Kontakte" zur Oberstdorfer Grundschule

Schon zweimal hatte er für das Forum einen Kompositionswettbewerb ausgeschrieben: 2010 wendete sich dieser an die Schülerinnen und Schüler der Oberstdorfer Musikschule, 2015 an Interessierte aus ganz Schwaben. Jetzt ist das Gymnasium an der Reihe. Man wolle die Zusammenarbeit zwischen beiden Häusern, aber auch zu den anderen Schulen im Ort verstärken, sagt Hans-Jürgen Gerung. Zur Grundschule gebe es bereits „tolle Kontakte“, zur Mittelschule wolle er welche knüpfen.

"Reger Zuspruch" von Oberstdorfer Gymnasiasten

Beim neuen Kompositionswettbewerb freut sich Hans-Jürgen Gerung über den „regen Zuspruch“. Abgabetermin war am 15. März. Eingereicht wurden etwa 60 Arbeiten. Bemerkenswert findet Hans-Jürgen Gerung, der selbst komponiert, mit welcher Ernsthaftigkeit die Schülerinnen und Schüler die Sache angingen. Denn Aufgabenstellung und musikgeschichtlicher Hintergrund wurden zuvor im Unterricht vor- und aufbereitet. Dabei sind die Aufgaben nach Alter gestaffelt: Die geräuschhafte Musik mit Luftballon, Klebeband, Schwamm und Wäscheklammer sollen Zehnklässler kreieren. Bei Sechstklässlern ist die Minimal Music Thema und im Jahrgang Q12 steht die Auseinandersetzung mit der Zwölftonmusik an. Als Hilfsmittel ist dabei eine Notationssoftware zugelassen.

Die Werke sollen "eine Aussage treffen"

Die Arbeiten sollen sich nicht im Beliebigen erschöpfen. Sofern es sich nicht um absolute Musik handelt, erklärt Hans-Jürgen Gerung, sollten die Werke „eine Aussage treffen“ und „Stellung beziehen zu Themen, die speziell die Gegenwart der Jugendlichen tangieren“. Sie sollten den Gattungen absolute Musik, Programmmusik oder Filmmusik zuzuordnen sein. Die Jury beurteile die Stücke zum Beispiel nach ihrem Aufbau, ihrem Spannungsgehalt und ihrer Ausführbarkeit. Als erste Preise winken 120 Euro. Außerdem habe Alexa Schwendinger vom Loft als zweite Preise Kino-Gutscheine zur Verfügung gestellt.

"Laboratorium für Musik" in Oberstdorf

Die Ergebnisse des Wettbewerbs sollen beim Forum in einem „Laboratorium für Musik“ am Sonntag, 3. April, von 10 bis 14 Uhr in den Räumen von Gymnasium und Musikschule präsentiert werden. Und zwar an verschiedenen Tischen oder Ständen. Die Besucher können sich dort jeweils ein Stück auf einem Laptop anhören oder ansehen und mit den Tonschöpfern darüber diskutieren. Dazwischen soll es auch kleine Konzertbeiträge geben. So will zum Beispiel Thomas Müller mit dem Schulorchester ein Schlüsselwerk der Avantgarde einstudieren: „The Unanswered Question – Die unbeantwortete Frage“ des Amerikaners Charles Ives. Aber es seien auch Kompositionen von Bach und Chopin geplant, sagt Hans-Jürgen Gerung schmunzelnd.

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Das Programm:

Das Oberstdorfer Forum für neue Musik 2022 besteht aus zwei Teilen:

Die Ergebnisse des Kompositionswettbewerbs, der unter Oberstdorfer Gymnasiasten ausgeschrieben worden ist, werden bei einem „Laboratorium für Musik“ am Sonntag, 3. April, von 10 bis 14 Uhr in den Räumen des Gertrud-von-le-Fort-Gymnasiums und der kommunalen Musikschule vorgestellt.

„Streichquartett - die Königsdisziplin“ lautet das Motto am Montag, 4. April, im Oberstdorf-Haus. Ab 18.30 Uhr diskutieren Mitglieder des Minguet-Quartetts mit ausgewählten Gästen. Es moderieren Festivalleiter Hans-Jürgen Gerung und seine Assistentin Athira Sukumaran. Ab 20 Uhr interpretiert das Ensemble Werke von Johann Wilhelm Wilms (1772 - 1847), Felix Mendelssohn Bartholdy und Hans-Jürgen Gerung. Von ihm erklingt: „Hölderlin – im Turm“.

Das Forum für neue Musik in Oberstdorf.

Der Musiker, Komponist und Grafiker Hans-Jürgen Gerung.

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