Festival-Pläne

Oberstdorfer Musiksommer will Corona trotzen

Aris Quartett

Fünf Preise beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD in München: Das Aris-Quartett will heuer beim Oberstdorfer Musiksommer auftreten.

Bild: Sophie Wolter

Fünf Preise beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD in München: Das Aris-Quartett will heuer beim Oberstdorfer Musiksommer auftreten.

Bild: Sophie Wolter

Nach einem Jahr corona-bedingter Abstinenz soll der Oberstdorfer Musiksommer heuer wieder stattfinden. Was künstlerischer Leiter Eckhard Fischer plant. Wann und wo es Karten gibt.
14.02.2021 | Stand: 14:00 Uhr

Der Kartenvorverkauf für den Oberstdorfer Musiksommer beginnt. Das Festival soll vom 29. Juli bis zum 25. August stattfinden. „Wir wollen es unbedingt durchführen“, sagt künstlerischer Leiter Eckhard Fischer. Das Team habe ein umfangreiches Schutzkonzept erarbeitet, das sämtliche Hygienevorschriften berücksichtige. Außerdem wurden verschiedene Alternativmöglichkeiten geschaffen. So könne man im Notfall auch für die Kammerkonzerte vom Kleinen in den Großen Saal des Oberstdorf-Hauses ausweichen. Dort werde dann eine neue Bühne errichtet, um eine günstigere Akustik und einen intimeren Rahmen zu ermöglichen.

Eckhard Fischer ist es gelungen, das Programm des wegen der Corona-Pandemie abgesagten Festivals aus dem Vorjahr weitgehend zu übernehmen. Das komme den Künstlern entgegen, die als Soloselbstständige harte Zeiten erleben. Das werde aber auch von den Förderern honoriert. Auf ein Konzert auf dem Nebelhorn werde heuer verzichtet, sagt Eckhard Fischer: nicht wegen der Corona-Pandemie, sondern weil derzeit nicht planbar sei, wann Nachtfahrten mit der neuen Bahn möglich seien. Das hänge vom Genehmigungsverfahren ab.

Ansonsten setzt der künstlerische Leiter wieder bei den Konzerten auf eine spannende Mischung aus aufstrebenden jungen Künstlern und bereits etablierten. Das Angebot in der Übersicht:

  • Die Münchner Symphoniker eröffnen das Festival – nach dem traditionellen Auftakt durch die Jodlergruppe Oberstdorf – mit dem Violinkonzert in e-Moll von Felix Mendelssohn Bartholdy und der siebten Sinfonie in d-Moll von Antonín Dvorák. Solistin ist die Geigendozentin des Festivals, Maria-Elisabeth Lott, Dirigent Kevin John Edusei (29. Juli).
  • Das große Polymnia-Salonorchester aus dem Oberallgäu mit seinem Vokalisten Michael Hanel führt musikalisch zurück in die Schlagerwelt der Goldenen 20er Jahre (30. Juli).
  • Lewin Kneisel (Klarinette) und Daniel Streicher (Klavier) spielen französische Kammermusik von Devienne bis Messiaen (31. Juli).
  • Michael Hanel singt schwarzhumorige Lieder von Georg Kreisler, am Klavier begleitet von Walter Dolak (1. August).
  • Das Aris-Quartett spielt Streichquartette von Joseph Haydn (D-Dur, op. 20/4), Ludwig van Beethoven (Es-Dur, op. 127) und dem Komponisten Pavel Haas (op. 15), der im nationalsozialistischen Konzentrationslager Auschwitz ermordet wurde (2. August).
  • Die Munich Brass Connection präsentiert ihre Version von Leonard Bernsteins „West Side Story“ und mehr (3. August).
  • Jazzmusiker Magnus Dauner aus Obergünzburg im Ostallgäu gestaltet ein „Portrait in Rhythm“ auf der Kanzelwand im Kleinwalsertal (5. August).
  • Das Trio Gaon aus München interpretiert Klaviertrios von Robert Schumann (g-Moll, op. 110) und Johannes Brahms (H-Dur, op. 8) sowie Duette der beiden Komponisten (6. August).
  • Dozenten der Meisterkurse und Gäste gestalten eine Beethoven-Nacht in Form eines Wandelkonzertes. Dabei erklingen unter anderem die Mondschein-, die Waldstein-, die Kreutzer-Sonate sowie das Geister-Trio (7. August).
  • Das Bayerische Landesjugendorchester zeigt sein Können unter der Leitung von Radoslav Szulc bei Mozarts Fagottkonzert in B-Dur und Brahms’ vierter Sinfonie in e-Moll. Den Auftakt bildet Mendelssohn Bartholdys „Hebriden-Ouvertüre“. Solist ist Mathus Stier (8. August).
  • Lionel Martin (Violoncello) und sein älterer Bruder DemianMartin (Klavier) stellen sich als Duo mit Sonaten von Beethoven (A-Dur, op. 69), Debussy und Rachmaninow vor. Musik von Bach eröffnet das Programm (10. August).
  • Das Gitarrenduo Olaf van Gonnissen und Johannes Monno widmen sich auf dem Fellhorn vor allem spanischer Musik von Fernando Sor bis Manuel de Falla (12. August).
  • Pianistin Mona Asuka präsentiert ein abwechslungsreiches Programm, das von Mozart bis Liszt führt (13. August).
  • Cellist Maximilian Hornung und Freunde führen Streichsextette von Johannes Brahms (G-Dur, op. 36) und Peter Tschaikowski („Souvenir de Florence“) auf (14. August).
  • Mit einer „Hommage an musikalische Heroen“ beschließt die Band „Spark“ das Festival mit ihrem Programm „Bach, Berio, Beatles“ (15. August).

Die Veranstaltungen finden – wenn nicht anders vermerkt – im Oberstdorf-Haus statt. Dort stehen für jedes Konzert derzeit 200 Plätze zu Verfügung. Werden die Abstandsvorschriften gelockert, könnten es auch mehr sein, erklärt künstlerischer Leiter Eckhard Fischer.

Neben den Konzerten sind sieben Meisterkurse geplant für Klavier, Violine, Viola, Flöte, Klarinette, Gesang und – erstmals – Harfe. Der gefragte Cellist Wen Sinn Yang kann heuer wegen Terminschwierigkeiten keinen Meisterkurs in Oberstdorf geben, will aber nächstes Jahr wiederkommen, sagt Eckhard Fischer.

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Die Meisterkurse sind wie immer öffentlich. Es gibt – wie ebenfalls Tradition – den Begegnungsabend Treffpunkt Meisterkurse für Besucher, Studenten und Dozenten sowie Konzerte mit ausgewählten Teilnehmern der Meisterkurse.

Karten gibt es ab Montag, 15. Februar, auf der Internet-Seite:

www.oberstdorfer-musiksommer.de

Kartenbestellungen sind auch möglich unter Telefon 08322/959 2005 oder per E-Mail kartenvorverkauf@oberstdorfer-musiksommer.de

Kartenvorverkauf im Festivalbüro: Dienstag von 14 bis 16 Uhr, Donnerstag von 10 bis 12 Uhr.

Sitzpläne gibt es derzeit wegen der sich vermutlich noch ändernden Corona-Bestimmungen nicht. Die Sitzplätze werden nach Eingang der Buchungen zugeteilt. Die Sitzplatzkarten werden zeitnah vor Veranstaltungsbeginn zugesandt.