Parken in Oberstdorf

Digitale Wegweiser sollen Autofahrer zu freien Parkplätzen unterm Nebelhorn lotsen

Die erste Tafel des Leitsystems in Oberstdorf wurde am Ortsrand errichtet.

Die erste Tafel des Leitsystems in Oberstdorf wurde am Ortsrand errichtet.

Bild: Benjamin Liss

Die erste Tafel des Leitsystems in Oberstdorf wurde am Ortsrand errichtet.

Bild: Benjamin Liss

Das neue digitale Parkleitsystem Oberstdorf soll den Verkehr lenken. Gelingen soll das mit Anzeigetafeln mit Informationen zur Belegung der Stellflächen.
09.08.2022 | Stand: 05:30 Uhr

Wenn der Ausflugsverkehr an den Wochenenden nach Oberstdorf und in das Kleinwalsertal fließt, sind die Autofahrer meist auf den gleichen Routen unterwegs. Entlang dieser Strecken sollen jetzt im Zuge des neuen Parkleitsystems digitale Hinweistafeln aufgestellt werden, die anzeigen, wie viele Stellplätze noch frei sind.

Bereits im März hatten sich die Mitglieder des Gemeinderats grundsätzlich für die Ausschreibung eines Parkleitsystems entschieden, jetzt wurde das Konzept mit den konkreten Standorten sowie Beschriftung und Ausstattung der Schilder im Bauausschuss vorgestellt. Das Konzept soll sich an der bisherigen Verkehrsführung zu den Parkplätzen orientieren, erklärte Barbelin van der Smissen von der Oberstdorfer Bauverwaltung. Neu sind digitale Anzeigen mit der Anzahl freier Stellplätze auf den großen Parkplätzen.

Schilder werden entlang der vier großen Linien in Oberstdorf platziert

Diese Schilder sollen entlang der vier großen Linien platziert werden, auf denen der Verkehr nach Oberstdorf fließt: von der B19 kommend zur Nebelhornbahn, in den Ort hinein zum Bahnhof, weiter ins Stillachtal und über die Kreisstraße OA 4 und die Orte Schöllang, Reichenbach und Rubi nach Oberstdorf. Hinzu kommt ein Schild mit freien Stellplätzen an der Söllereckbahn und im Kleinwalsertal. „Das liegt aber nicht mehr in der Zuständigkeit des Marktes“, erklärte van der Smissen.

Zudem sollen an einigen Standorten Tafeln ergänzt werden, auf denen anlassbezogen kurze Informationen zum Parken digital kommuniziert werden können – beispielsweise organisatorische Hinweise bei Großveranstaltungen wie der Vierschanzentournee. Die Kosten für Schilder, Software und Installation werden auf 513.000 Euro kalkuliert. Dank Geld vom Freistaat und der Nebelhornbahn bleibt für die Gemeinde ein Eigenanteil von 170.000 Euro.

Positive Resonanz in Bauausschuss

Die Resonanz auf das Konzept im Bauausschuss war überwiegend positiv. Vize-Bürgermeister Fritz Sehrwind (CSU) hakte nach, wo die Datenhoheit für das Parkleitsystem liege. „Für uns ist klar, dass die Datenhoheit bei der Marktgemeinde liegt“, erklärte Barbelin van der Smissen. Mit den weiteren Beteiligten, insbesondere den Oberstdorf-Kleinwalsertal-Bergbahnen, sollen nun noch die Details zu Zuständigkeit und Kosten von Bau und Betrieb vertraglich vereinbart werden.

„Die Nebelhornbahn hat aber nur Zugriff auf ihre eigenen Parkplätze“, präzisierte Marktbaumeister Marcus Ludwig. „Wenn sie also beispielsweise 20 sperren, müssen sie die Zahl entsprechend nach unten korrigieren.“ Die Gemeinde soll genauso mit den kommunalen Parkflächen verfahren.

Große Parkflächen in Oberstdorf im Fokus

Im Mittelpunkt des Konzepts stehen die großen Parkflächen in Oberstdorf, deren Belegung künftig digital erfasst wird: Dazu gehören die Park-and-Ride-Parkplätze P1, P2, P3 am Ortseingang, die Stellflächen an Bergbahnen, Nordic-Zentrum, Skiflugschanze und Oberstdorf-Therme sowie die Wanderparkplätze Renksteg und Faistenoy.

Zuletzt wurden Technik, Standorte und Betrieb des Parkleitsystems geplant. Zudem wurde daran gearbeitet, die Belegung zu erfassen und eine Software zu entwickeln.

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