Umstrittenes Bauprojekt

Postverteilerzentrum: Wann der Infoabend für den Neubau in Sonthofen stattfindet

Auf diesem Gelände der Oberstdorfer Geiger Unternehmensgruppe in Sonthofen soll ein Postverteilerzentrum entstehen.

Auf diesem Gelände der Oberstdorfer Geiger Unternehmensgruppe in Sonthofen soll ein Postverteilerzentrum entstehen.

Bild: Benjamin Liss

Auf diesem Gelände der Oberstdorfer Geiger Unternehmensgruppe in Sonthofen soll ein Postverteilerzentrum entstehen.

Bild: Benjamin Liss

Bei einer Veranstaltung für Bürger wollen Planer und Stadtvertreter Fragen zum Post-Neubau in Sonthofen beantworten. Warum sich der Termin verzögert.
25.07.2022 | Stand: 05:30 Uhr

Auf den Infoabend zum geplanten Postverteilerzentrum in Sonthofen müssen Bürger weiter warten: Die Veranstaltung wird erst nach den Sommerferien stattfinden, vermutlich am Montag, 19. September. Das teilt Fritz Weidlich von der Stadtverwaltung auf Nachfrage unserer Redaktion mit.

Hohe Wellen hat in der Kreisstadt die Nachricht geschlagen, dass im Gewerbegebiet Rieden ein neues Postverteilerzentrum entstehen soll. Auf einem Grundstück der Oberstdorfer Geiger Unternehmensgruppe an der Iller ist ein Gebäude mit einer Grundfläche von 1900 Quadratmetern vorgesehen, wo 65 Mitarbeiter tätig sind. Eigentlich sollte dazu bereits im Mai ein Infoabend für Bürger stattfinden. Doch der Termin wurde verschoben: Die „inhaltliche Aufbereitung“ gemeinsam mit dem zuständigen Planungsbüro sei noch nicht möglich gewesen, teilte die Stadtverwaltung im April mit. Daraufhin lautete das neue Ziel, dass die Veranstaltung noch vor den Sommerferien stattfindet. Doch daraus wird nun auch nichts: Es gebe noch „Abstimmungsbedarf mit Gutachtern“, sagt Weidlich. Ihm sei klar, dass viele Bürger auf den Termin warten, aber „wir wollen so gut wie möglich in die Veranstaltung gehen“. Es werde um diverse Gutachten – zum Beispiel zum Verkehr oder der Bodenbeschaffenheit – gehen. Kritiker müssten keine Angst haben, dass bis September Fakten geschaffen werden: Das Verfahren sei keineswegs abgeschlossen, Einwände würden noch berücksichtigt.

Kritiker des Bauprojekts wehren sich gegen weitere Verkehrsbelastung in Iller- und Mittagstraße

Ende März hatten die Stadträte das Vorhaben grundsätzlich befürwortet, auch wenn noch Fragen offen blieben. Bereits im Februar, nachdem diese Pläne bekannt geworden waren, hatte sich die Interessengemeinschaft (IG) Rieden gegründet. Deren Vertreter wehren sich vor allem vehement gegen eine befürchtete weitere Verkehrsbelastung in der Iller- und Mittagstraße. In kurzer Zeit hatten Bürgerinnen und Bürger in Rieden 380 Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt. (Lesen Sie auch: Geplantes Verteilerzentrum der Post: Wie Sonthofens Stadträte zu dem Projekt stehen)

Die IG erwartete eigentlich laut einer Mitteilung „noch vor den Sommerferien die vom Bürgermeister versprochene Info-Veranstaltung“. Gleichzeitig macht die Gruppe von Gegnern alternative Vorschläge: Da die Hof-Milch angekündigt hat, dass mit der Käse-Produktion in Sonthofen ab 2023 Schluss ist (wir berichteten), böte sich dieses zentral gelegene Areal als Standort für das Postverteilerzentrum an. Vor allem die Möglichkeit, vom Milchwerk aus auf kurzem Weg eine Anbindung zur B19 zu schaffen, sieht die Interessengemeinschaft als Vorteil gegenüber dem geplanten Grundstück im Gewerbegebiet Rieden. Dadurch falle die zusätzliche Verkehrsbelastung auf Iller- und Mittagstraße zum Großteil weg.

Vorschlag der Kritiker in Sonthofen: Auf Geiger-Grundstück könnte Photovoltaik-Park entstehen

Daraus ergibt sich aus Sicht der IG ein Vorteil für das Geiger-Grundstück: Die Deponie des früheren Sonthofer Schuttplatzes könne in Zeiten des Klimawandels und der erneuerbaren Energien in einen modernen Photovoltaik-Park umgewandelt werden. Dadurch ließe sich elektrischer Strom ohne jegliche Umweltbelastung gewinnen.

Doch was sagen die Grundstückseigentümer dazu? „Wir haben uns noch nicht final entschieden, was wir mittel- und längerfristig mit dem Standort machen werden. Deshalb werden wir hier kurzfristig nichts übers Knie brechen“, teilt Kuno Linder, Geschäftsführer der Hof-Milch, mit.

Geiger-Unternehmensgruppe: Photovoltaik-Park ist "aus Kostengründen nicht realisierbar"

Julia Kopaunik, Sprecherin der Geiger Unternehmensgruppe, teilt mit: Ein Photovoltaik-Park habe „sicherlich eine positive Intention, allerdings ist er an dieser Stelle aus Kostengründen nicht realisierbar“. Solche Parks entstünden überwiegend nahe Autobahnen, da dort die Grundstückspreise niedriger seien.