Autofahrer müssen sich noch länger gedulden

Probleme beim Brückenbau in Oberstaufen: Arbeiten an der B308 verzögern sich um zwei Wochen

Baustelle B308

Ein 60 Tonnen schweres Bohrpfahlgerät ist kurzfristig zur Baustelle zwischen Bahntunnel und Heizkraftwerk geschafft worden: Mit seiner Hilfe werden 24 jeweils sechs Meter lange Betonpfähle ins Erdreich gedreht.

Bild: Olaf Winkler

Ein 60 Tonnen schweres Bohrpfahlgerät ist kurzfristig zur Baustelle zwischen Bahntunnel und Heizkraftwerk geschafft worden: Mit seiner Hilfe werden 24 jeweils sechs Meter lange Betonpfähle ins Erdreich gedreht.

Bild: Olaf Winkler

24 Bohrpfähle müssen laut Staatlichen Bauamt das neue Fundament stützen. Dazu musst ein 60-Tonnen-Gefährt anrücken und auch die Kosten steigen.
05.05.2021 | Stand: 18:49 Uhr

Unerwarteter Mehraufwand bei den zeitlich ohnehin eng kalkulierten Bauarbeiten an der Bundesstraße 308 zwischen der Anschlussstelle Oberstaufen und dem Kreisverkehr am „Hündle“: Nicht wie erwartet auf Fels lässt sich das Fundament für eine der drei neuen Brücken gründen. Zusätzlich ist nun das Setzen von 24 Bohrpfählen notwendig. Dazu ist nun ein 60 Tonnen schweres Bohrpfahlgerät im Einsatz. Den Brückenbau verzögert das um zwei Wochen. (Lesen Sie auch: Wo es im Allgäu derzeit Sperrungen gibt)

Neue Brücke wird erdbebensicher gebaut

Die neue, intern als „DB Oberstaufen“ bezeichnete Brücke direkt hinter dem Bahntunnel soll einmal auf Widerlagern ruhen. Auch zwei Stützen dazwischen sehen die Baupläne vor. Da die neue Brücke nicht nur schwerer wird als das im April abgerissene alte Bauwerk, sondern künftig auch erdbebensicher sein soll, sind größere Fundamente für die Widerlager und die Stützen als bisher notwendig. Im Vorfeld schien klar, dass sich diese Fundamente auf Fels im Untergrund gründen lassen. Vorerkundungen zeigten auch, dass Fels vorhanden ist.

Bohrpfahlgerät kommt als Schwertransport

Nach dem erfolgten Aushub stand aber vor wenigen Tagen fest: Der Fels verläuft nicht gradlinig, sondern fällt unerwartet ab. Nun waren Geologen, Planer und Statiker gefordert. Innerhalb von drei Tagen entwickelten sie eine alternative Planung mit dem Ergebnis, dass 24 zusätzliche Bohrpfähle mit einer Länge von jeweils sechs Metern das Fundament sichern sollen. Schon das war aus Sicht von Projektleiter Christian Hocke vom Staatlichen Bauamt Kempten eine besondere Leistung. Dass es dann auch noch gelang, das notwendige Bohrpfahlgerät mittels Schwertransport kurzfristig auf die Baustelle zu bringen, grenze fast schon an ein Wunder. Doch fordern die Statiker für sechs der Bohrpfähle zusätzliches Bewährungseisen. Und abermals hatten die beteiligten Baufirmen und der Projektleiter Glück: Innerhalb von zwei Tagen wurde es angeliefert. Doch bis die Bohrpfähle gesetzt sind, wird es noch einige Tage dauern. So gilt es, das Bohrpfahlgerät nachts über die Bahnlinie zu versetzen, was bei dem 60-Tonnen-Gefährt mit viel Aufwand verbunden ist.

Kosten für Projekt steigen

Eigentlich sollten bereits jetzt die Fundamente für die neue Brücke fertig sein. Dies verzögert sich nun um mindestens zwei Wochen. Dennoch hofft der Projektleiter, den Zeitplan bis zur Freigabe der B308 im November noch zu halten. „Die Baufirmen leisten bislang tolle Arbeit“, sagt er. Fest steht allerdings: Die jetzt notwendigen zusätzlichen Arbeiten verteuern das 14-Millionen-Euro-Projekt. Um welchen Betrag, kann Hocke noch nicht sagen. „Sechsstellig wird es auf jeden Fall“, ist er sich sicher.

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