Landratsamt stoppte Arbeiten im Rappenalptal

Alpgenossenschaft ignorierte Baustopp und verwandelte Wildbach in Kanal

Erst zu spät bemerkten die Behörden die Zerstörung des Biotops im Rappenalptal in Oberstdorf.

Erst zu spät bemerkten die Behörden die Zerstörung des Biotops im Rappenalptal in Oberstdorf.

Bild: Karl-Josef Hildenbrand, dpa

Erst zu spät bemerkten die Behörden die Zerstörung des Biotops im Rappenalptal in Oberstdorf.

Bild: Karl-Josef Hildenbrand, dpa

Erst Ende Oktober wurden die Schäden am Wildbach im Rappenalptal entdeckt - und die Baustelle für einen nicht genehmigten Hubschrauberlandeplatz.
06.12.2022 | Stand: 06:49 Uhr

Neue Erkenntnisse im Fall des mutmaßlichen Umweltfrevels im Rappenalptal: Schon Anfang Oktober wusste das Oberallgäuer Landratsamt von unerlaubten Bauarbeiten am Wildbach im Oberstdorfer Rappenalptal. Das bestätigte eine Sprecherin auf Anfrage der Redaktion. Der Kreisbehörde seien per E-Mail Bilder zugespielt worden, auf denen erkennbar war, dass die vor Ort tatsächlich durchgeführten Arbeiten „nicht im Ansatz den im August besprochenen, punktuellen Unterhaltungsmaßnahmen entsprachen“.

Eigentlich sollten Unwetterschäden vom August 2022 beseitigt werden. Das Landratsamt habe dann verfügt, dass die Arbeiten unverzüglich eingestellt werden. Doch dieser geforderte Baustopp wurde von der Alpgenossenschaft wohl ignoriert. „Wir müssen derzeit davon ausgehen, dass trotzdem weitergearbeitet wurde“, erklärt die Sprecherin. (Lesen Sie auch: Rappenalptal ausgebaggert - Polizei erwartet lange Ermittlungen)

Kiesfläche für Landeplatz im Naturschutzgebiet Rappenalptal errichtet

Das vollständige Ausmaß der Arbeiten, bei denen wie berichtet der Wildbach auf einer Länge von 1,6 Kilometern ausbaggert und kanalisiert wurde, habe sich erst bei einem Ortstermin von Landratsamt, Alpgenossenschaft, Wasserwirtschaftsamt und Gemeinde Ende Oktober gezeigt. „Die massiven Veränderungen am Gewässer waren zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschlossen“, teilt das Landratsamt mit.

Bauarbeiten im Rappenalptal in Oberstdorf zweimal gestoppt

Zudem wartete auf die Behördenvertreter im Rappenalptal eine weitere Überraschung: Arbeiter waren gerade dabei, mit einem Bagger eine Kiesfläche für einen nicht genehmigten Hubschrauberlandeplatz zu befestigen, wie laut Kreisbehörde der Vorstand der Alpgenossenschaft bestätigte. Auch diese Arbeiten wurden umgehend gestoppt.