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Sonthofer Gymnasiast veröffentlicht erste eigene Musik

„Jetzt erst recht“: Der 18-jährige Maximilian Paduch aus Sonthofen lässt sich von den trüben Aussichten für Musiker in der Krise nicht schrecken und legt erste eigene Stücke vor.

„Jetzt erst recht“: Der 18-jährige Maximilian Paduch aus Sonthofen lässt sich von den trüben Aussichten für Musiker in der Krise nicht schrecken und legt erste eigene Stücke vor.

Bild: Mirko Schultheiß

„Jetzt erst recht“: Der 18-jährige Maximilian Paduch aus Sonthofen lässt sich von den trüben Aussichten für Musiker in der Krise nicht schrecken und legt erste eigene Stücke vor.

Bild: Mirko Schultheiß

Maximilian Paduch aus Sonthofen bringt demnächst sein erstes Album „Story“ heraus. Der 18-Jährige ist ein vielseitiger Musiker, der viele Instrumente spielt.
28.03.2021 | Stand: 17:00 Uhr

Die Corona-Pandemie hat viele Musiker in die Krise gestürzt. Von einigen potenziellen Neueinsteigern wird der ehemals erstrebenswerte Beruf daher als zu großes Risiko eingestuft. Nicht so von Maximilian Paduch. Der 18-jährige Sonthofer weiß schon lange, was er will: „Ich habe die Vision, dass Leute von meiner Musik inspiriert werden, und ich möchte der Musikwelt etwas dazustellen“, betont der Gymnasiast.

An diesem Entschluss kann bei ihm auch die Pandemie nichts ändern. Corona hat bei ihm vielmehr eine Trotzreaktion hervorgerufen und ein „Jetzt-erst-recht“-Denken aktiviert. Er ist der festen Überzeugung, dass es jetzt „mehr als sonst wichtig ist, für die Musik einzustehen.“

Momentan ist er ein Schüler, für den im kommenden Jahr das Abitur ansteht. Dennoch arbeitet Maximilian Paduch an seinem ersten Roman und steht kurz vor der Veröffentlichung seines ersten Albums. Zwei seiner Stücke, die er unter dem Namen „Damon Days“ veröffentlicht, sind seit Anfang März unter dem Single-Namen „What We Are“ auf den gängigen Streamingdiensten zu hören. Eine zweite Single ist seit gestern abrufbar.

Das Album „Story“ mit insgesamt 15 Titeln soll in den nächsten Wochen folgen. Aufgrund der Marktsituation wird es vorerst auch nur über Streamingdienste und Download erhältlich sein. Der Künstler selbst findet CDs zwar „etwas Schönes“, da sie aber bei der Mehrheit der Hörer nicht mehr das Medium der Wahl seien, plant er eine CD- oder Vinyl-Auflage seiner Songs lediglich, falls genug diesbezügliche Anfragen kommen.

Erstmal hegt der 18-Jährige, der im vergangenen Jahr sein eigenes Label gegründet hat, die Hoffnung, durch die Streamingdienste bekannt zu werden. „Künstler sind zwar ärmer, aber freier“, beurteilt er die Situation im Hinblick darauf, dass die Musikproduktion in seinen Augen viel „niedrigschwelliger“ geworden ist.

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Ein lässiger Musiker mit einem großen Herzen

Für sein Album hat Paduch alles bis zum fertigen Master selbst produziert. Dabei kam ihm „der Leerlauf“ im ersten Lockdown entgegen. Den Wunsch, eine eigene Platte zu machen, hatte er schon länger. Im vergangenen Jahr fand der Schüler dann Gelegenheit und „Ruhe“, um sein Projekt umzusetzen. „Es war eine irre Zeit“, schwärmt der 18-Jährige rückblickend.

"Leerlauf" im ersten Lockdown

Die Verbindung zur Musik wurde Maximilian Paduch quasi in die Wiege gelegt, denn der Sonthofer stammt aus einer musikalischen Familie. Aus Erzählungen weiß er, dass schon der Vater seiner Großmutter ein recht guter Musiker war, sein Opa und sein Vater waren beide Drummer.

Bereits im Alter von einem Jahr entdeckte Maximilian Paduch seine Vorliebe für das Schlagzeug seines Vaters, im Alter von 13 Jahren begann er „ernsthaft“ mehrere Stunden täglich sein Instrument zu üben und nahm an der Musikschule Oberallgäu-Süd Unterricht.

"Wie eine Ehe"

Da er so viele Instrumente interessant findet und am liebsten alle, die es gibt, „beherrschen“ möchte, spielt der 18-Jährige mittlerweile neben Akkordeon, Klavier und Schlagzeug auch „tausend lustige Nebeninstrumente“ wie Hangdrum, Melodica und Samsula. Dabei hat er hohe Ansprüche an sich selbst, sodass fünf bis sechs Stunden tägliches Üben bei ihm durchaus an der Tagesordnung sind. Da seine Musik für den Gymnasiasten Priorität hat, hat er „keine Hobbys“ und auch Ausflüge seiner Freunde an den See oder den Urlaub mit seiner Familie ließ er schon des Öfteren fürs Üben ausfallen. Die Verbindung zu seiner Musik beschreibt er schon jetzt „wie eine Ehe“.

Als er im Alter von zwölf Jahren hochwertige Kopfhörer bekam, begann er, sich zudem intensiver mit dem Sound der einzelnen Lieder, die er hörte, zu beschäftigen. „Ich habe begonnen, mein Gehör zu vertiefen, einzelne Instrumente herauszuhören, intensiv zu üben und zu schauen, wie man Songs schreibt“, erzählt der 18-Jährige.

Lust am Improvisieren

Bereits ein halbes Jahr, nachdem er bei Martin Kerber Klavierunterricht bekam, schrieb er seinen ersten Song. Rein nach Noten zu spielen, habe ihn „eingeengt“, daher hat er „versucht zu improvisieren“, erklärt er das Zustandekommen der ersten Eigenkomposition. Nach und nach entwickelten sich weitere eigene Instrumentalstücke. Mit der künstlerischen Freiheit im Rücken formt Maximilian Paduch aus unterschiedlichen Genres von Stücken, die er spielt, und solchen, die er hört, „neue Kombinationen“.

Bei der Entstehung seiner Songs hört er die Melodie manchmal mit seinem „inneren Ohr“. „Die Inspiration findet mich, dann setze ich mich hin und spiele“, beschreibt er einen solch „magischen Moment“. Was daraus entsteht, bezeichnet Paduch als „Instrumentalmusik, die einen auf eine Reise mitnimmt und von diesem Moment erzählt.“ Seinen Hörern rät er, sich Zeit zu nehmen, bewusst zuzuhören, die Augen zu schließen und sich in die Musik fallen zu lassen.

Single "What We Are" im Internet

"Falling In - What I Love" aus dem Album "Story"