Kunst und Corona

Sonthofer Stadthausgalerie lockt mit klangvollen Namen

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„Thinking Ship – Das denkende Schiff“: Ölgemälde (Ausschnitt) von Benjamin Burkard. Er ist einer der jungen zeitgenössischen Künstler, den die Sonthofer Stadthausgalerie präsentiert.

Bild: Attila Kirbas

„Thinking Ship – Das denkende Schiff“: Ölgemälde (Ausschnitt) von Benjamin Burkard. Er ist einer der jungen zeitgenössischen Künstler, den die Sonthofer Stadthausgalerie präsentiert.

Bild: Attila Kirbas

Mit einem vielversprechenden Projekt will die Sonthofer Stadthausgalerie den Weg aus der Corona-Zwangspause antreten - zunächst online. Was zu erwarten ist.
30.03.2021 | Stand: 22:33 Uhr

Der Titel klingt zumindest hoffnungsvoll – auch wenn die Entwicklung der Infektionszahlen in der Corona-Pandemie wenig Anlass zur Freude bieten: Die Sonthofer Stadthausgalerie, die im November wegen des Lockdowns schließen musste, plant den „Kunst re:start“. So heißt das neue Ausstellungsprojekt, das ab Donnerstag, 1. April, einen „Querschnitt der zeitgenössischen Kunst“ bieten will. Zunächst sollen die Werke zumindest online zu sehen sein, da das Haus bei einem Inzidenzwert über 100, der Anzahl der Neuinfektionen mit Covid-19 pro 100000 Einwohnern, seine Türen nicht öffnen darf.

Dabei lockt die vielversprechende Ausstellung mit klangvollen Namen. So sollen unter anderem Skulpturen und Zeichnungen von Markus Lüpertz sowie Gemälde von Jörg Immendorff (1945 - 2007) zu sehen sein, zwei prägenden Gestalten der deutschen Kunstszene. Weitere Themenbereiche widmen sich der amerikanischen Pop-Art der 60er Jahre sowie jungen Vertretern der deutschen Gegenwartskunst.

Das erklärt Raiko Schwalbe. Der Münchner berät die Stadt Sonthofen beim Betrieb des Ausstellungshauses. Der 44-Jährige, der eine Messe für zeitgenössische Kunst in München, die „Art-Muc“, veranstaltet, ist dabei Mitglied in einem vierköpfigen Team, das die Geschicke der Stadthausgalerie seit vergangenem Jahr lenkt. Diesem Team gehören die Kunsthistorikerin Uta Römer aus München und Sonthofens Kulturreferentin Petra Müller an sowie der in Sonthofen lebende Maler Ulrich Kirsch.

Fünf Jahre in Balderschwang

Jener habe auch den Kontakt zu ihm vermittelt, erzählt Raiko Schwalbe, damals, als Sonthofens Bürgermeister Christian Wilhelm nach externen Beratern außerhalb der Allgäuer Kunstszene suchte, um ein Konzept für die Stadthausgalerie zu erarbeiten. Dabei kennt Raiko Schwalbe die Region gut. Er hat fünf Jahre in Balderschwang gelebt und leistete in einem Seniorenheim in Sonthofen seinen Zivildienst ab.

Seit 13 Jahren ist der Betriebswirtschaftler und Informatiker, der aus Berlin stammt, im Kunstmarkt tätig und hat dort zahlreiche Kontakte geknüpft. So stammen die Werke, die beim „Kultur re:start“ gezeigt werden, aus der Sammlung des Karlsruher Galeristen Attila Kirbas. Für den Inhalt des Programms in der Stadthausgalerie sei allerdings die Kunsthistorikerin Uta Römer zuständig, betont Raiko Schwalbe.

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So soll es in diesem Jahr – sofern es die Corona-Pandemie zulasse – noch vier weitere Ausstellungen in dem Haus geben: eine „Hommage ans Allgäu“ mit Werken bedeutender Künstler aus der Region, dann eine Sammelausstellung, zu der Allgäuer Künstler Werke einreichen können, aus denen dann eine Jury die Exponate auswählt, des Weiteren eine Retrospektive auf den Maler Max Kaminski (1938 - 2019), Professor an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe, und zum Jahresende das Projekt „Frauen in der Kunst“.

Doch zunächst sollen sich die Türen zum „Kultur re:start“ öffnen. Dort liefert dann erst einmal unter anderem der junge deutsche Maler Benjamin Burkard mit seinem Ölgemälde „Thinking Ship – Das denkende Schiff“ den Betrachtern viel Stoff für die grauen Zellen.

Die Ausstellung „Kultur re:start“ beginnt am Donnerstag, 1. April, und dauert bis zum 30. Mai. Geöffnet montags bis mittwochs sowie samstags und sonntags jeweils von 15 bis 18 Uhr – sofern es der Inzidenzwert zulässt.

Die Ausstellung ist ab 1. April im Internet zu sehen.