Denkmalpreis

Stall in Wohnhaus umgebaut: Sonthofer Familie erhält Denkmalpreis

Die Freude ist ihnen anzusehen: Christiana und Tobias Schmölz sind für ihr saniertes Haus mit dem Denkmalpreis des Bezirks Schwaben ausgezeichnet worden.

Die Freude ist ihnen anzusehen: Christiana und Tobias Schmölz sind für ihr saniertes Haus mit dem Denkmalpreis des Bezirks Schwaben ausgezeichnet worden.

Bild: Benjamin Liss

Die Freude ist ihnen anzusehen: Christiana und Tobias Schmölz sind für ihr saniertes Haus mit dem Denkmalpreis des Bezirks Schwaben ausgezeichnet worden.

Bild: Benjamin Liss

Der Bezirk Schwaben zeichnet Familie Schmölz für ihr umgebautes Wirtschaftsgebäude in Altstädten aus. Was die größte Schwierigkeit während der Umbauarbeiten war
13.01.2021 | Stand: 15:06 Uhr

Von Weitem sieht das Wohnhaus aus wie ein Wirtschaftsgebäude. Erst auf den zweiten Blick offenbart sich die raffinierte Fassadenkonstruktion: vertikale Kantholzlatten mit Zwischenräumen. „Wir haben uns bei der Gestaltung von Beispielen aus dem Bregenzerwald leiten lassen“, sagt Tobias Schmölz. Gemeinsam mit seiner Frau Christiana hat er den ehemaligen Stall und die Tenne des elterlichen Bauernhofs in ein komfortables Einfamilienhaus verwandelt. Für den Erhalt des äußeren Erscheinungsbildes hat das Paar jetzt einen Denkmalpreis des Bezirks Schwaben erhalten. Der Sonderpreis ist mit 7500 Euro dotiert.

Im Laufe der Jahrhunderte mehrfach erweitert

Anfang der 1980er Jahre des vorigen Jahrhunderts hatten bereits die Eltern von Tobias Schmölz (44) das Wohnhaus aus dem 16. Jahrhundert denkmalgerecht saniert. Der Lehrer an der Berufsschule in Immenstadt mit der Fachrichtung „Bautechnik“ hatte schon länger überlegt, die ehemaligen leer stehenden Stallungen umzubauen. Sie waren im Laufe der Jahrhunderte mehrfach erweitert worden. 2015 begannen die Planungen gemeinsam mit dem Architektenteam „Hagspiel, Stachel, Uhlig“ aus Kempten.

2016 begannen die Bauarbeiten, im Sommer 2017 konnte Schmölz mit seiner Frau (39), Lehrerin am Gymnasium Oberstdorf, und den beiden kleinen Töchtern einziehen. 200 Quadratmeter Wohnfläche sind in einer sehr offenen Bauweise entstanden. Die Grundrisse haben die Bauherren nicht verändert, aber eine Geschossdecke eingezogen. Wobei sich das Erdgeschoss bis zum Dach mit den sichtbaren Balken öffnet. Das war eine Vorgabe des Landesdenkmalamtes, sagt Schmölz: Die Dachkonstruktion musste erhalten bleiben. Noch heute ist er dankbar für die Zusammenarbeit mit den „sehr zuverlässigen“ Handwerkern – gerade beim Erhalt des Dachtragwerks. Ansonsten hatte die Familie freie Hand bei der Innengestaltung. Sie entschied sich für eine „modern-funktionale“ Einrichtung. Im Erdgeschoss entstand ein großzügiger Bereich für Küche, Essecke und Wohnraum, im Obergeschoss wurden die Schlafzimmer untergebracht. Ursprüngliche Baumaterialien bestimmen das Bild mit Holz, Stein und Stahl. Tobias Schmölz konnte sich bei bestimmten Gewerken sogar selbst einbringen.

Licht fällt durch großzügige Fenster ins Gebäude

Durch die Öffnung des Erdgeschosses und großzügige Fenster fällt viel Licht ins Gebäude, mehrere Fenster verstecken sich hinter der Holzverkleidung: „Man kann von innen nach außen schauen, aber nicht von außen nach innen.“ Die Holzverschalung prägt die Fassade an den drei Seiten des einstigen Wirtschaftsgebäudes, das direkt an das elterliche Wohnhaus anschließt. Lediglich an der früheren Stallseite sind die Außenmauern zur Hälfte weiß verputzt.

Die größte Schwierigkeit während der Umbauarbeiten? „Dass alles im realistisch finanziellen Rahmen bleibt“, sagt der Bauherr. „Man weiß ja nicht, was man vorfindet.“ Aber es habe wenig Überraschungen gegeben: „Der Wirtschaftsteil ist damals sehr solide gebaut worden.“ Der finanzielle Rahmen war laut Schmölz vergleichbar mit dem Bau eines Einfamilienhauses auf der grünen Wiese. Unterstützung bekam die Familie durch die Kfw-Bank und durch das Landesdenkmalamt. Das Preisgeld fließt jetzt ebenfalls in die Investitionssumme.

Große Freude bei den Ausgezeichneten

Über die Auszeichnung haben sich Tobias und Christiana Schmölz „richtig gefreut“, weil „die ganze Sache von kompetenter Seite geschätzt wurde“. Das Ehepaar würde sich auch freuen, wenn ihr gelungenes Bauvorhaben zum Modell für andere Bauherren werden würde. „Es lohnt sich, erhaltenswerte Bausubstanz umzuwidmen.“ Darüber hinaus lebe ein Dorf von der Architektur und den sozialen Strukturen. Zweckbauten, die austauschbar seien, zerstörten das Ortsbild, auch die Sozialstruktur, wenn etwa Zweitwohnungen entstünden, ist Schmölz überzeugt: „Dörfer verlieren ihre Seele.“

Hier gibt es ein Video zum Denkmalpreis für die Familie Schmölz