Tagung in Oberstdorf

Zeitungsverleger fordern staatliche Zuschüsse: „Die Zeitung transportiert Demokratie“

Staatsminister Klaus Holetschek, Heimatverleger Ulrich Eberl und VBZV-Präsident Andreas Scherer (von links) bei der Tagung in Oberstdorf.

Staatsminister Klaus Holetschek, Heimatverleger Ulrich Eberl und VBZV-Präsident Andreas Scherer (von links) bei der Tagung in Oberstdorf.

Bild: Ralf Lienert

Staatsminister Klaus Holetschek, Heimatverleger Ulrich Eberl und VBZV-Präsident Andreas Scherer (von links) bei der Tagung in Oberstdorf.

Bild: Ralf Lienert

Die Bayerischen Zeitungsverleger fordern bei Tagung in Oberstdorf staatliche Zuschüsse, weil steigende Preise für Papier, Gas und Sprit die Branche belasten.
18.05.2022 | Stand: 05:00 Uhr

Eine wirkungsvolle Presseförderung hat der Vorsitzende Andreas Scherer bei der Jahrestagung des Verbands Bayerischer Zeitungsverleger (VBZV) in Oberstdorf gefordert. „Es genügt nicht, die Pressefreiheit im Grundgesetz zu garantieren“, mahnte Scherer. Die Arbeit von Journalisten müsse auch politisch und finanziell abgesichert werden.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Verlage seien derzeit besonders kritisch, erklärte Scherer beim Verlegerabend im Oberstdorf-Haus: Die Preisexplosion bei Papier, Gas und Sprit verteure Zeitungsproduktion und -logistik dramatisch. Deswegen komme die geplante Erhöhung des Mindestlohns zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.

Allein dadurch würden im Herbst die Kosten der Verlage um weitere 220 Millionen Euro pro Jahr steigen. Scherer appellierte an die neue Bundesregierung, ein tragfähiges Fördermodell zu entwickeln, um die flächendeckende Versorgung mit gedruckter Presse weiter zu gewährleisten. „Die Zeitung transportiert Demokratie. Und die muss in jeden Winkel Bayerns gebracht werden.“ Wie wichtig die Arbeit freier Medien ist, mache gerade der von Wladimir Putin verhängte Medien-Maulkorb deutlich.

Holetschek bei Tagung in Oberstdorf: "Freie Presse unverzichtbar"

„Die freie Presse ist für unsere demokratische Gesellschaft unverzichtbar“, sagte Staatsminister Klaus Holetschek (CSU) im Gespräch mit Moderator Uli Hagemeier, Redaktionsleiter unserer Zeitung. Holetschek berichtete von seinen Erfahrungen in der Zeit der Corona-Pandemie – von Tausenden Mails und auch Morddrohungen, die ihn und sein Ministerium täglich erreichten.

„Ich bin froh, dass wir eine Presse haben, die gegen Fake-News vorgeht“, sagte der Minister. Die mutmaßliche Bedrohung eines Journalisten durch den inzwischen zurückgetretenen CSU-Generalsekretär Stephan Mayer verurteilte Holetschek als „nicht akzeptable Reaktion.“ Es sei legitim, dass Politiker Journalisten kritisierten. „Aber die Kritik muss auf Augenhöhe und fair bleiben.“

Lesen Sie auch
##alternative##
Bergbahn

Warum die Söllereckbahn den besten Sommer der Geschichte hinter sich hat

Sie wollen immer über die neuesten Nachrichten aus dem Oberallgäu informiert sein? Abonnieren Sie hier unseren kostenlosen, täglichen Newsletter "Der Tag im Oberallgäu".

Verlegertagung im dritten Anlauf

Die Verlegertagung war der dritte Anlauf, das Branchentreffen auf Einladung von Heimatverleger Ulrich Eberl, Geschäftsführender Gesellschafter von Eberl Medien, im Oberallgäu auszurichten. Zweimal musste die Veranstaltung wegen der Pandemie abgesagt werden. Dementsprechend erfreut zeigte sich Eberl, den Kollegen der 35 bayerischen Zeitungsverlage „das schönste Verbreitungsgebiet zu zeigen, das eine Zeitung haben kann.“

Welche Folgen hat die Pandemie für die Tourismus-Hochburg Oberstdorf?

Oberstdorfs Bürgermeister Klaus King sprach beim Verlegerabend über Herausforderungen für die Tourismusgemeinde in der Pandemie. „Die Betriebe sind durch die Zeit widerstandsfähiger geworden und jetzt besser auf so eine Situation vorbereitet“, sagte King. Der Rathauschef bekannte sich klar zu Sportgroßveranstaltungen wie der Nordischen Ski-WM. „Der Ursprung des Tourismus in Oberstdorf ist stark mit dem Sport verbunden.“ Über eine Bewerbung um eine Neuauflage der Titelkämpfe sei aber noch nicht entschieden. Zunächst sei es das Ziel der Oberstdorfer, die Skiflug-WM 2026 auszurichten.

Lesen Sie auch:

Mehr Nachrichten aus dem Oberallgäu lesen Sie hier.