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Tennisvereine: "Endlich geht es wieder los"

Tennis ITF-Turnier Friedberg

Die Oberallgäuer Tennisclubs stehen in den Startlöchern und freuen sich darauf, ab kommenden Montag wieder auf die Plätze zu können. Doch es gibt noch keine klaren Vorgaben, wie der Spielbetrieb ablaufen soll.

Bild: Archivfoto: Peter Kleist

Die Oberallgäuer Tennisclubs stehen in den Startlöchern und freuen sich darauf, ab kommenden Montag wieder auf die Plätze zu können. Doch es gibt noch keine klaren Vorgaben, wie der Spielbetrieb ablaufen soll.

Bild: Archivfoto: Peter Kleist

Am Montag darf auf den Plätzen im Oberallgäu erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie wieder aufgeschlagen werden. Wie sich die Vereine auf die Saison vorbereiten. Doch der Ablauf des Trainings- und Spielbetriebs ist noch unklar
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Von Marion Bässler
09.05.2020 | Stand: 17:00 Uhr

Die Mitteilung, dass kontaktfreier Individualsport mit Abstand ab Montag, 11. Mai, wieder zugelassen ist (wir berichteten), hat bei den Tennisclubs der Region für große Freude gesorgt. Schließlich warten Spieler, Trainer und Vereinsverantwortliche „gespannt wie ein Flitzebogen darauf“, dass es losgeht, sagt Andrea Baumgärt (64), Jugendleiterin des TC Sonthofen.

Wie genau der Spielbetrieb ablaufen wird, wussten die Vereinsverantwortlichen vor ein paar Tagen noch nicht. „Es ändert sich täglich etwas“, bringt Andreas Löffler (49), Vorsitzender des TC Sonthofen, die Situation auf den Punkt.

Die Corona-Pandemie hat die Clubs unterschiedlich hart getroffen. Während der TC Sonthofen seine Winterrunde abbrechen musste und auch der TC Oberstaufen zum Aufhören gezwungen war, betraf die Hallenschließung in Burgberg in erster Linie das Kinder- und Jugendtraining.

Die nötigen Fitness-Grundlagen könne man zwar mit Radfahren und Joggen legen, bestätigt Carola Schmid (50). „Aber Schnelligkeit und Ballgefühl bekommt man nur auf dem Platz“, fügt die Schriftführerin des TC Fischen hinzu.

Immerhin sind die Plätze bei den meisten Clubs bereits hergerichtet oder sind spätestens an diesem Wochenende spielbereit. Auch hier sind die Clubs durch die Vorgaben allerdings vor eine besondere Herausforderung gestellt worden: „Vor Corona waren wir mit zehn Leuten auf dem Platz beim Herrichten, das geht jetzt nicht mehr“, erzählt Heiko Bessey (49), Leiter der Tennisabteilung des TSV Burgberg. Unter erheblich größerem Zeitaufwand haben die Tennisspieler des TSV Burgberg sowie der TC Sonthofen ihre Plätze mit reduziertem Personal auf Vordermann gebracht. In Fischen wurde hingegen die Arbeit auf familiäre, im gleichen Haushalt lebende Gruppen aufgeteilt.

Die Tatsache, dass der Trainings- und Spielbetrieb voraussichtlich noch eine ganze Weile nur als Einzel ausgetragen werden können, stößt bei den Vereinen auf gemischte Gefühle. Auch Kinder und Jugendliche trifft die Regelung hart, meint Alexander Hollfelder (55) in Anbetracht dessen, dass ein gewohntes Gruppentraining nicht angeboten werden kann. „Ohne die Aufwärmspiele, die Freunde, die sie im Training treffen und das Eis danach fehlen entscheidende Bausteine. Unser Training soll doch Spaß machen“, sagt der Vorsitzende des TC Oberstaufen. Im Großen und Ganzen machen sich die Verantwortlichen jedoch keine Sorgen um ihre Clubs. Während Hollfelder mit dem Hinweis auf die Lockerungen optimistisch an den Aufwärtstrend glaubt, baut Heiko Bessey auf die „enge Bindung“ der Burgberger zu ihrem Verein. Auch Carola Schmid empfindet die Situation „noch nicht dramatisch“, hofft jedoch auf eine baldige Wiederaufnahme des geselligen Vereinslebens. Die genauen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Clubs lassen sich laut dem Vorsitzenden des TC Sonthofen aber momentan „nur schwer beziffern“. In Löfflers Augen hängt alles von den Mitgliedern ab. Wenn die ihrem Club die Treue halten, ist der TC Sonthofen „gut dabei“.

Wie es mit dem Spielbetrieb weitergeht, ist den Vereinen auch noch nicht fundiert mitgeteilt worden. Im Juni soll’s wohl wieder losgehen, aber wie es aussieht mit einer Freiwilligen-Runde ohne Auf- und Abstieg. Sollte diese wirklich unter den sogenannten „Corona-Leitplanken“ (wir berichteten) ausgetragen werden, würden einige umliegende Clubs eventuell gar nicht daran teilnehmen.

Nicht essen und duschen

Nach einem weiten Auswärtsspiel nichts zu essen zu bekommen und vor der Heimfahrt nicht duschen zu dürfen, ist für Andreas Löffler nämlich keine schöne Vorstellung. Für Carola Schmid wäre es ohne Fahrgemeinschaften „undenkbar“, betont sie mit Hinblick auf ihre Auswärtsspiele, die sie bis Augsburg führen. Alexander Hollfelder hat seinen Aktiven davon abgeraten an der Freiwilligen-Runde teilzunehmen. „Da spielen wir lieber hier vor Ort“, lässt der Vorsitzender des TC Oberstaufen wissen. Ihm geht es vor allem um das gesellige Miteinander und das sei derzeit nicht möglich.

Das bekommt der TC Fischen zu spüren. Der Club möchte sein 50-jähriges Bestehen im Sommer feiern. „Mit Maske und Abstand könnte man das gleich lassen“, sagt Carola Schmid.