Karriere

Es wird nicht nur gekuschelt: Wie sich diese 28-Jährige ihren Traum von der eigenen Tierartzpraxis erfüllt

Regina Speiser ist die neue Tierärztin in Oberstdorf. Die 28-Jährige träumte schon in ihrer Kindheit davon, verletzte und kranke Tiere zu behandeln. Ein Zuckerschlecken sei die Arbeit mit Rindern, Schafen, Hunden und Katzen aber nicht immer.

Regina Speiser ist die neue Tierärztin in Oberstdorf. Die 28-Jährige träumte schon in ihrer Kindheit davon, verletzte und kranke Tiere zu behandeln. Ein Zuckerschlecken sei die Arbeit mit Rindern, Schafen, Hunden und Katzen aber nicht immer.

Bild: Benjamin Liss

Regina Speiser ist die neue Tierärztin in Oberstdorf. Die 28-Jährige träumte schon in ihrer Kindheit davon, verletzte und kranke Tiere zu behandeln. Ein Zuckerschlecken sei die Arbeit mit Rindern, Schafen, Hunden und Katzen aber nicht immer.

Bild: Benjamin Liss

Traurige Schicksale, aber auch berührende Momente erlebt Tierärztin Regina Speiser. Was sie an ihrem Job liebt und wie sie es zur eigenen Praxis geschafft hat.
10.05.2022 | Stand: 18:30 Uhr

Es ist der Traum vieler jungen Mädchen: Tierärztin werden. Doch nur die wenigsten machen es dann auch. Deutschlandweit gibt es rund 12.000 Tierärzte. Eine von ihnen ist Regina Speiser aus Oberstdorf. Die Oberallgäuerin hat sich ihren Traum von einer eigenen Praxis jetzt erfüllt – und das bereits im Alter von 28 Jahren.

„Ich bin auf einem kleinen Bauernhof in der Nähe von Oberstdorf mit Kühen, Ziegen, Schafen, Hühnern, Kaninchen und natürlich Hunden und Katzen aufgewachsen“, erzählt Speiser. Die Kinder halfen immer bei der Versorgung der Tiere und der Stallarbeit. „Als wir älter wurden, hatten wir eigene Haustiere, um die wir uns gekümmert haben. So hat sich bei mir schon als Kind der Wunsch entwickelt, Tierärztin zu werden,“ sagt die 28-Jährige.

Nach ihrem Abitur absolvierte Speiser ein Studium der Veterinärmedizin in München. Die ersten Studienjahre bestanden ausschließlich aus Theorieunterricht. Anschließend erlernten die Studenten praktische Fähigkeiten und mussten Praktika in der Landwirtschaft, Praxen und Tierkliniken sowie in einem Schlachthof absolvieren.

Regina Speiser: Mit 28 die eigene Tierarztpraxis in Oberstdorf

Nach ihrem Studium zog es die junge Allgäuerin wieder zurück in ihre alte Heimat nach Oberstdorf. Und dort machte sie ihren Kindheitstraum zum Beruf. „Ich finde es faszinierend, wie ein Lebewesen aufgebaut ist und wie der Organismus funktioniert. Ursachenforschung zu betreiben und Problemen auf den Grund zu gehen, macht mir Spaß“, sagt die Tierärztin. Sie möge sowohl die Arbeit mit den Tieren als auch mit den Menschen. „Mein Beruf ist sehr vielseitig und abwechslungsreich.“

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Doch mit einem Traumberuf – wie sie es sich als junges Mädchen vorgestellt hatte – habe ihre Arbeit nicht immer zu tun. Neben Hunden, Katzen und Kleintieren wie Kaninchen und Nager versorgt Speiser auch große Tiere – unter anderem Rinder, Schafe und Ziegen. „Viele Tiere müssen von uns behandelt werden, weil sie krank sind oder Schmerzen haben.“ Da gelte es gut aufzupassen, damit sie nicht vom Hund oder der Katze gebissen wird oder vom Rind einen kräftigen Tritt abbekommt. „Trotzdem habe ich auch die Möglichkeit, Tiere zu streicheln und ab und an zu kuscheln,“ sagt Speiser.

Wie eine junge Allgäuer Tierärztin aus Oberstdorf Menschen und Tieren hilft

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Die Ärztin behandelt ihre tierischen Patienten nicht nur in der Praxis, sondern auch vor Ort. Sommer und Winter ist sie im Stall bei den Bauern oder in den Bergen bei den Hirten unterwegs. „Ich verstehe mich als Haustierärztin, also als erste Anlaufstelle für die alltäglichen Krankheiten und Probleme der Tiere und ihrer Besitzer“, erzählt Speiser. Künstliche Besamungen, Klauenbehandlungen, Impfungen oder Magendrehungen gehörten bei ihr zur Routine. „Zur Behandlung von abgestürzten oder akut kranken Tieren bin ich oft auch mal zu Fuß unterwegs,“ erzählt die 28-Jährige.

Doch nicht nur traurige Schicksale berühren die junge Tierärztin. Oft erlebe sie in ihrem Alltag auch positive Dinge. „Alte Tiere strahlen meist Ruhe und Erfahrung aus, ähnlich wie bei älteren Menschen“, sagt Speiser: „Und ich finde es wunderbar, heutzutage eine Kuh mit zwölf Jahren oder älter behandeln zu dürfen. Das ist selten geworden.“

Allgäuer Tierärztin: Professionelle Distanz ist wichtig

Die Tierärztin versuche zwar alles, um den Tieren zu helfen, dennoch gehe das nicht immer. Wenn ein Tier zu alt ist oder schwer krank, bleibe nur die Spritze. Das Einschläfern eines Tiers gehe an der jungen Tierärztin nicht immer spurlos vorbei. Trotzdem versucht sie, den Abschied von einem geliebten Tier so schön wie möglich zu machen. Wichtig sei es, eine „professionelle Distanz zu wahren, um die Schicksale nicht mit nach Hause zu nehmen“, sagt die 28-Jährige.

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