Pläne

Trettachkanal in Oberstdorf: Wohnhäuser für 14,7 Millionen Euro

Das 10000-Quadratmeter-Areal an der Hermann-von-Barth-Straße wird frei, weil ein neues Wasserkraftwerk errichtet wurde (im Bild). Deshalb kann die alte Anlage an der Trettach abgebaut und der Triebwerkskanal zugeschüttet werden.

Das 10000-Quadratmeter-Areal an der Hermann-von-Barth-Straße wird frei, weil ein neues Wasserkraftwerk errichtet wurde (im Bild). Deshalb kann die alte Anlage an der Trettach abgebaut und der Triebwerkskanal zugeschüttet werden.

Bild: Bastian Morell

Das 10000-Quadratmeter-Areal an der Hermann-von-Barth-Straße wird frei, weil ein neues Wasserkraftwerk errichtet wurde (im Bild). Deshalb kann die alte Anlage an der Trettach abgebaut und der Triebwerkskanal zugeschüttet werden.

Bild: Bastian Morell

Der Oberstdorfer Gemeinderat hat entschieden, das Bauprojekt am Trettachkanal ohne das Sozial-Wirtschafts-Werkals Partner umzusetzen. Dafür braucht die Gemeinde aber staatliche Unterstützung.
21.09.2020 | Stand: 10:16 Uhr

Vier Mehrfamilienhäuser mit 45 Wohnungen und eine Tiefgarage sollen am Oberstdorfer Trettachkanal entstehen. Die Kosten für das Projekt liegen bei rund 14,7 Millionen Euro. Stemmen will die Gemeinde die Pläne über die zweite Säule des Wohnungspakts Bayern und hofft auf Zuschüsse von 30 Prozent. Die Mitglieder des Gemeinderates beschlossen jetzt mit 15 zu 6 Stimmen, das Vorhaben selbst umzusetzen und einen Planungswettbewerb für das Projekt vorzubereiten.

Das 10000-Quadratmeter-Areal an der Hermann-von-Barth-Straße wird frei, weil am Illerursprung ein neues Wasserkraftwerk errichtet wurde. Deshalb kann die alte Anlage an der Trettach abgebaut und der Triebwerkskanal zugeschüttet werden. Südlich des gemeindlichen Bauprojekts könnten fünf Einfamilienhäuser entstehen. Dort wird das Grundstück zu schmal für mehrgeschossige Gebäude. Das Projekt könnte noch mehr Geld kosten: Es gibt noch keine Baugrunduntersuchung, erklärte Barbelin van der Smissen vom Bauamt. Die genauen Kosten für die Befüllung des früheren Triebwerkskanals stehen noch nicht fest.

„Endlich Nägel mit Köpfen“

„Es ist sehr positiv, dass wir vorankommen und endlich Nägel mit Köpfen machen“, sagte Siegmund Rohrmoser (Grüne). Auch Peter Titzler (FW) lobte das Projekt: „Bezahlbarer Wohnraum ist schon viel zu lange ein Thema in Oberstdorf.“ Er gab jedoch zu bedenken, dass Lagerhallen für die kommunalen Dienste verloren gehen und es bisher noch keine Alternative gebe. Es gehe um Lagerflächen von 120 bis 150 Quadratmetern, erklärte Bürgermeister Klaus King. Er stellte in Aussicht, eine neue Halle in einer Größe zwischen 100 und 200 Quadratmetern zu bauen. „Lagerraum sollte bereitgestellt werden“, sagte Rohrmoser. „Aber keine Riesenhalle für drei Millionen, wie sie im Karweidach geplant war.“

Der ehemalige Bürgermeister Laurent Mies (FW) trat dafür ein, dass Projekt gemeinsam mit dem Sozial-Wirtschafts-Werk (SWW) als Partner umzusetzen. „Unsere Priorität sollte es sein, günstigen Wohnraum zu schaffen“, sagte Mies. „Nur wenn wir es mit dem SWW machen, werden wir günstige Mieten haben.“ Kathrin Bäuerle (SPD) befürchtete Verzögerungen, wenn die Gemeinde das Projekt allein umsetzt. Adalbert Schall (CSU) widersprach: „Wir sehen das SWW als kompetenten Partner“, sagte Schall. „Aber die Fördersituation der zweiten Säule des Wohnungspakts bietet die Möglichkeit, Eigentum für den Markt Oberstdorf zu schaffen.“ So argumentierte auch Toni Weiler (UOL): „Das sollte der Markt in eigener Hand machen.“ Wirtschaftsreferent Christian Raps (FW) regte an, ein Personalhaus für das Gastgewerbe zu errichten. Der Bedarf an Mitarbeiterwohnungen sei in Oberstdorf groß.

Partner bei der Verwaltung möglich

Bürgermeister King erklärte, es gebe Überlegungen mit dem SWW bei der Verwaltung der Gebäude zusammenzuarbeiten. Einen Zeitrahmen für das Projekt nannte der Rathauschef noch nicht. Das Grundstück befindet sich seit 2017 im Eigentum des Marktes. 2018 vergab der Oberstdorfer Gemeinderat den Auftrag, einen Bebauungsplan für das Areal zu entwickeln. Zunächst unberührt bleiben sollen die vier bestehenden SWW-Häuser an der Hermann-von-Barth-Straße, die in den 50er Jahren errichtet wurden.