Freunde der Kirchenmusik Immenstadt

Vergnügen am spontanen Spiel: Organist Walter Dolak gibt Konzert in Immenstadt

Walter Dolak liebt Improvisationen aus dem Augenblick. Am Sonntag gestaltet der Allgäuer Organist ein Konzert in der Immenstädter Pfarrkirche St. Nikolaus. Unsere Aufnahme zeigt ihn an der Orgel in St. Anton in Kempten.

Walter Dolak liebt Improvisationen aus dem Augenblick. Am Sonntag gestaltet der Allgäuer Organist ein Konzert in der Immenstädter Pfarrkirche St. Nikolaus. Unsere Aufnahme zeigt ihn an der Orgel in St. Anton in Kempten.

Bild: Ralf Lienert

Walter Dolak liebt Improvisationen aus dem Augenblick. Am Sonntag gestaltet der Allgäuer Organist ein Konzert in der Immenstädter Pfarrkirche St. Nikolaus. Unsere Aufnahme zeigt ihn an der Orgel in St. Anton in Kempten.

Bild: Ralf Lienert

Improvisationen sind Walter Dolaks Leidenschaft seit seiner Jugend. Welche Kunst er in diesem Metier erreicht hat, will er beim Konzert in Immenstadt beweisen.
25.06.2022 | Stand: 17:00 Uhr

Fleißbildchen gab’s, wenn der Bub ordentlich geübt hatte. Aber vorgegebene Literatur einzustudieren, war nicht so sein Ding, erzählt der Organist und Musikpädagoge Walter Dolak schmunzelnd. Lieber machte der Schüler auf dem Klavier etwas nach, was er irgendwo aufgeschnappt hatte. Was seine erste Klavierlehrerin, die strenge Klosterschwester Romana im Königsinstitut zu Meitingen, weniger amüsant fand. Improvisationen sind seine Leidenschaft bis heute, sagt Dolak. Das beweist er am Sonntag, 26. Juni, in der Stadtpfarrkirche St. Nikolaus in Immenstadt. Titel des Orgelkonzerts: „Improvisationen aus dem Augenblick“.

Als Kind schon früh mit auf die Empore geschleppt

Walter Dolak (62), geboren in Wertingen, aufgewachsen in Meitingen (Landkreis Augsburg) kam schon früh mit der Orgelmusik in Berührung. Sein Vater war Lehrer und leitete sowohl den Gesangsverein als auch den Kirchenchor in der Kirche St. Wolfgang in Meitingen. Die Mutter sang im Kirchenchor, trat öfters als Solistin auf. Und so haben dann die Eltern den kleinen Walter und seine drei Geschwister häufig „mit auf die Empore geschleppt“.

"Wie ein Schwamm alles aufgesogen"

Walter hatte dann sein Ohr an den Klängen der Orgel, und als er eines Tages der Schwester Romana das „Halleluja“ von Händel auswendig auf dem Klavier vorspielen konnte, war diese doch sehr beeindruckt. „Mein Ohr hat wie ein Saugschwamm alles aufgesogen, und es war reizvoll, das selber auf die Tasten zu bringen.“ Seine „Musikaffinität“ hat ihn sogar durch die Ministrantenprüfung rasseln lassen, erzählt Dolak lachend: „Ich hörte auf das, was von der Empore herüberkam und vergaß, was als Nächstes am Altar dran war.“

Vergnügen am Stück-Mix

Als er auf das Gymnasium St. Wolfgang wechselte – eine Benediktinerabtei in Augsburg, damals noch reines Knabengymnasium – erhielt er Orgelunterricht von Theo Eser. Der Lehrer war sehr frankophil, hatte viele Kontakte zu französischen Komponisten und ein Faible für französische Orgelmusik. Und er war ein großartiger Improvisateur, schwärmt Dolak noch heute. Es ist ihm das Vergnügen geblieben, aus allen möglichen Musikrichtungen zu spielen, die Stücke zu mixen und zu vernetzen.

Berufsstart in Füssen

Walter Dolak studierte Schulmusik, Kirchenmusik und Konzertfach Orgel an der Musikhochschule München sowie Dirigieren an der Musikhochschule Würzburg. In den Beruf startete er als Organist und Chorleiter in St. Mang in Füssen und als Musikpädagoge in Füssen und Hohenschwangau. Es folgten Lehrtätigkeiten an Gymnasien und Musikschulen in Kaufbeuren, Marktoberdorf und Kempten. Derzeit ist Dolak als Musikpädagoge am Carl-von-Linde-Gymnasium in Kempten und als Leiter vom Kemptener Kammerchor tätig. Als Pianist, Organist und Dirigent wird er in ganz Europa engagiert. Er gewann Preise bei internationalen Orgelimprovisationswettbewerben.

Romantisches für Immenstadt

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Am Sonntag wird Walter Dolak in St. Nikolaus in einem ersten Teil romantische Orgelmusik spielen: die „Suite Gothique“ des französischen Komponisten Léon Boëllmann, der heuer seinen 160. Geburtstag feiert, den letzten Satz aus der ersten Orgelsymphonie von Louis Vierne und eine Variation von César Franck, die Dolak selber bearbeitet hat. Im zweiten Teil erfüllt der Organist Musikwünsche aus dem Publikum, auf kleinen Zetteln notiert. Und dann, lacht Dolak, „geht’s hinein ins Vergnügen“. Er versucht, die Stücke wie in einem Potpourri zu verknüpfen, macht aber auch eine Pause, „je nachdem, wie sich das miteinander verbinden lassen kann“.

"Ich spiele auch Jazz, Rock, Pop"

Dolak scheut sich nicht vor einem „Crossover“: „Ich spiele auch Jazz, Rock und Pop.“ Gibt es auch Wünsche, die er nicht erfüllen kann? „Ja“, lacht er. Wenn jemand etwas ganz Ausgefallenes aus einer „totalen Nische“ oder etwas sehr Spezifisches wie den zweiten Satz aus dem Stück No. 20 von Prokofjew hören möchte, dann müsse er passen. Es sei denn, der Zuhörer könne ihm das Thema vorsingen oder ihm die Noten aufschreiben. Das sei schon vorgekommen, wenn ein Zuhörer „so musikbewandert“ ist.

Termin: Das Orgelkonzert mit Walter Dolak findet am Sonntag, 26. Juni, um 19.30 Uhr in der Immenstädter Pfarrkirche St. Nikolaus statt. Der Eintritt ist frei, Spenden für die „Freunde der Kirchenmusik in St. Nikolaus“ werden erbeten.

Die Freunde der Kirchenmusik in Immenstadt.

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