Junge Wertacherin am Gipfel

Voll ins Schwarze! Bogenschützin Katharina Raab wird deutsche Meisterin

Katharina Raab schoss beim Goldfinale in Würzburg eine perfekte 30 und krönte sich zur deutschen Meisterin mit dem Compoundbogen – der größte Erfolg in der Karriere der 23-Jährigen.

Katharina Raab schoss beim Goldfinale in Würzburg eine perfekte 30 und krönte sich zur deutschen Meisterin mit dem Compoundbogen – der größte Erfolg in der Karriere der 23-Jährigen.

Bild: Matthias Raab

Katharina Raab schoss beim Goldfinale in Würzburg eine perfekte 30 und krönte sich zur deutschen Meisterin mit dem Compoundbogen – der größte Erfolg in der Karriere der 23-Jährigen.

Bild: Matthias Raab

Die Wertacherin krönt sich zur deutschen Meisterin mit dem Compoundbogen. In der Quali noch Zweite, beweist die 23-Jährige im Finale Nervenstärke.
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Von Redaktion Allgäuer Anzeigeblatt
21.09.2021 | Stand: 11:25 Uhr

Besser hätte die Schießsaison 2021 für Katharina Raab nicht enden können: Die 23-jährige Wertacherin eroberte den Titel bei der deutschen Meisterschaft der Bogenschützen in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden mit dem Compoundbogen. Die Meisterschaft wurde vom Deutschen Schützenbund ausgerichtet, mit seinen 1,4 Millionen Mitgliedern einer der größten Sportverbände Deutschlands.

Der Compoundbogen ist eine Weiterentwicklung des klassischen olympischen Recurve-Bogens. Durch technische Veränderungen ist die Präzision bei dieser Bogenart gegenüber den herkömmlichen Bögen deutlich verbessert worden. Die Wettkämpfe werden im Freien auf eine Distanz von 50 Meter auf Ringscheiben geschossen, wobei die „Zehn“ einen Durchmesser von 8 Zentimeter hat. Das Ziel eines jeden Pfeils ist somit nur ein klein wenig größer als ein Tennisball.

Raab absolviert Qualifikation mit Bestleistung

Nach einer guten Qualifikation, die Katharina Raab mit einer persönlichen Bestleistung von 683 Ringen als Zweitplatzierte abgeschlossen hatte, ging es in die anschließenden Finals. Hier gewann die Oberallgäuerin sowohl das Achtel- als auch das Viertelfinale mit dem jeweils besten Ergebnis jeder Runde gegen ihre Konkurrentinnen.

Beim Halbfinale drehte der Wind und überraschte ihre verbliebenen Konkurrentinnen, deren Pfeile weit abdrifteten. Raab jedoch reagierte sofort auf die veränderte Situation und schoss „eine perfekte 30“, das maximal erreichbare Ergebnis. Mit deutlichem Vorsprung zog sie so in das Goldfinale ein.

Katharina Raab schoss beim Goldfinale in Würzburg eine perfekte 30 und krönte sich zur deutschen Meisterin mit dem Compoundbogen – der größte Erfolg in der Karriere der 23-Jährigen.
Katharina Raab schoss beim Goldfinale in Würzburg eine perfekte 30 und krönte sich zur deutschen Meisterin mit dem Compoundbogen – der größte Erfolg in der Karriere der 23-Jährigen.
Bild: Matthias Raab

Dieses fand tags darauf in der Landeshauptstadt statt. Eine Finalarena war auf dem „Bowling Green“, ein prachtvoller Park mit Arkaden, Wasserbecken und Springbrunnen, direkt im Zentrum der Stadt vor dem Kurhaus und Casino errichtet worden. Zuschauer, Fernsehkameras und eine atemberaubende Kulisse forderten von den Athleten einiges an Nervenstärke.

Lampenfieber in der Arena in Wiesbaden

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„Die Kameras und die Zuschauer habe ich ausgeblendet. Ich war absolut im Tunnel und einzig auf das Ziel fokussiert“, sagte Raab. „Aber ich glaube, dass hier in dieser Arena jeder Schütze aufgeregt ist. Ich war es jedenfalls. Schließlich schießt man nicht jeden Tag um die Goldmedaille der deutschen Meisterschaft. Und meine sonstigen Wettkampf- und Trainingsorte schauen doch ein wenig anders aus.“

Und so gingen auch die ersten drei Pfeile nicht optimal ins Ziel – und ihre Konkurrentin, Katharina Kutscher vom BC Ismaning, knapp in Führung. „Jeder Finalkampf geht über 15 Pfeile – fünfmal drei Pfeile. Und jeder Pfeil zählt. Ich war zwar nach den ersten drei Pfeilen im Rückstand, aber ich wusste, dass ich mit den verbliebenen zwölf Pfeilen noch alles aufholen kann“, erzählt Raab. „Also habe ich mich auf meine Technik konzentriert und mich auf meine mentale Stärke verlassen. In so einer Situation ist es gut, einen erfahrenen Trainer hinter sich zu haben, der einen kennt und mit den richtigen Worten wieder in die Spur bringt.“

Vater Raab: "In der letzten Runde aufgedreht"

Schon in der nächsten Passe gelangt Raab der Ausgleich und mit den darauffolgenden Pfeilen ging sie souverän in Führung. „Vor den letzten drei Pfeilen war Katharina deutlich in Führung, sodass ihr eigentlich nur noch ein technischer Defekt den Sieg vereiteln konnte“, sagte Trainer und Vater Matthias Raab. „Aber, dass sie in der letzten Runde noch einmal voll aufdreht und dreimal in die Zehn schießt, damit habe auch ich nicht gerechnet.“

Mit einer abschließenden perfekten 30 gewann Raab letztlich das Goldfinale und sicherte sich den Titel der deutschen Meisterin im Bogenschießen mit dem Compoundbogen – der bislang größte Erfolg der 23-jährigen Allgäuerin, die an der Hochschule Kempten Wirtschaftsinformatik studiert und in Wertach im Oberallgäu wohnt und trainiert. Silber ging an Kutscher, Bronze an Patricia Roth (Team Roth).

„Regelmäßiges Training ist die Grundvoraussetzung für diesen Erfolg. Deshalb bin ich sehr froh, dass wir hier in Wertach auch die Möglichkeiten dazu haben“, sagte Raab, die sich vor allem bei Eugen Köberle bedankte, auf dessen Grundstück die 23-Jährige trainiert.