Reise in Deutschlands Zipfelgemeinden

Per Anhalter durch die Republik: "Das Trampen ist meine Art zu reisen"

Der 23-Jährige Paul Hußlein aus Frankfurt trampt aus Leidenschaft. Sein Ziel im Herbst 2021: Alle Zipfelgemeinden Deutschlands per Anhalter bereisen.

Der 23-Jährige Paul Hußlein aus Frankfurt trampt aus Leidenschaft. Sein Ziel im Herbst 2021: Alle Zipfelgemeinden Deutschlands per Anhalter bereisen.

Bild: Annika Wechs

Der 23-Jährige Paul Hußlein aus Frankfurt trampt aus Leidenschaft. Sein Ziel im Herbst 2021: Alle Zipfelgemeinden Deutschlands per Anhalter bereisen.

Bild: Annika Wechs

Paul Hußlein reist per Anhalter in die vier deutschen Zipfelgemeinden. Der Startschuss war in Oberstdorf. Was ihn an dieser Art zu reisen fasziniert.
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Von Annika Wechs
16.10.2021 | Stand: 07:15 Uhr

Den Daumen raushalten und darauf hoffen, mitgenommen zu werden: Auf diese Weise möchte der 23-jährige Paul Hußlein innerhalb einer Woche zu allen Zipfelgemeinden Deutschlands trampen. Am Donnerstag startete seine Reise in Oberstdorf. Im Gespräch mit unserer Redaktion verrät er, was ihn am Reisen per Anhalter so fasziniert.

„Heutzutage trampt man eigentlich nur aus Überzeugung“, sagt Hußlein. „Es gibt mittlerweile so viele Möglichkeiten, wie man günstig von A nach B kommt: Trotzdem ist das Trampen meine Art zu reisen.“ Warum er nicht einfach mit dem Zug oder Bus in den Urlaub fährt? Trampen sei ein schöneres Reiseerlebnis. „Man bekommt einen anderen Blick auf seine Umgebung und erfährt im Austausch mit den Menschen einige Geheimtipps.“

Tramper reist durch Deutschland: Von Oberstdorf nach Sylt

Im Allgäu gefällt es Hußlein besonders gut. „Oft verliere ich mich in der Berglandschaft und übersehe sogar manchmal Autos, die mich mitnehmen möchten.“ Am meisten freut er sich aber auf die Insel Sylt: „Auch wenn es im Herbst schon kalt ist, freue ich mich auf den Strand.“ Hußlein möchte der erste Tramper sein, der alle Zipfelgemeinden Deutschlands in circa einer Woche bereist. Die Zipfelgemeinden sind diejenigen Ortschaften, an denen Deutschland endet: List auf Sylt im Norden, Görlitz im Osten, Selfkant im Westen und Oberstdorf im Süden. Wer sich für eine Reise zu den Zipfeln entscheidet, kann sich in jeder Gemeinde den Zipfelpass abstempeln lassen. Als Preis gibt es für Reisende ein Paket, das man sich in der jeweiligen Endgemeinde abholen kann. Was drin ist, weiß auch Hußlein nicht. „Ich lasse mich überraschen.“, meint er.

Der 23-Jährige befindet sich gerade im dritten Ausbildungsjahr zum Erzieher und arbeitet ehrenamtlich im Hospiz. Seine Urlaube nutzt er jedoch, um per Anhalter quer durch Europa zu reisen. Er war schon in Skandinavien, London, Österreich und der Schweiz unterwegs. Mit dem Trampen angefangen hat Hußlein im Alter von 18 Jahren. Die Faszination dafür begann bei ihm bereits als Kind. „Ich habe immer Tramper auf dem Schulweg beobachtet. Auch damals reizte mich schon das Abenteuer, die Spontanität und die Ungewissheit: „Komme ich an oder komme ich nicht an? Wo schlafe ich heute Nacht? Welche Leute werde ich kennen lernen?“

Tramper startet in Oberstdorf: Was er in Skandinavien erlebt hat

Seit vier Jahren streckt Hußlein mittlerweile schon den Daumen raus. Circa 28 000 Kilometer ist er getrampt. Dabei hat er schon einiges erlebt. „Eine lustige Situation passierte mir diesen Sommer in Skandinavien.Wir quetschten uns zu viert in ein viel zu kleines Auto, in dem obendrein noch ein riesiger Ikea- Einkauf gestapelt war.“ Als Entschädigung habe es eine Einladung zum Essen und eine Übernachtung in einem einsamen, schwedischen Haus am See gegeben. In Zukunft möchte Hußlein gern per Anhalter einmal um die Welt reisen. Seine Tipps für Anfänger: „Spontan sein, sympathisch wirken und etwas Buntes anziehen, damit man auffällt. Dann klappt das schon.“

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