Wasserversorgung im Oberallgäu

Wasserexperte Seger verabschiedet: Warum er sich um das Wasser im Oberallgäu keine Sorgen macht

22 Jahre war Herbert Seger (links) Verbandsvorsitzender der Fernwasserversorgung Oberes Allgäu. Im Bild ist er mit dem früheren Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller (Mitte) und Schulleiter Richard Wucherer zu sehen.

22 Jahre war Herbert Seger (links) Verbandsvorsitzender der Fernwasserversorgung Oberes Allgäu. Im Bild ist er mit dem früheren Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller (Mitte) und Schulleiter Richard Wucherer zu sehen.

Bild: Ralf Lienert

22 Jahre war Herbert Seger (links) Verbandsvorsitzender der Fernwasserversorgung Oberes Allgäu. Im Bild ist er mit dem früheren Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller (Mitte) und Schulleiter Richard Wucherer zu sehen.

Bild: Ralf Lienert

Herbert Seger hört als Vorsitzender der Fernwasserversorgung auf. Warum das Wasser im Oberallgäu nicht ausgeht und auf welches Projekt er besonders stolz ist.
03.08.2022 | Stand: 13:14 Uhr

Hitzeperioden, kaum Niederschläge – vielerorts wird das Wasser knapp. Sollten die Menschen auch im Oberallgäu weniger duschen und das Regenwasser für den Garten sammeln? Herbert Seger, der jetzt nach 22 Jahren als Verbandsvorsitzender der Fernwasserversorgung Oberes Allgäu (FWOA) verabschiedet wurde, bleibt gelassen. Er verweist auf die großen Grundwasservorkommen im Iller- und im Ostrachtal. „Das ist eine relativ sichere Konstante.“

Acht Milliarden Liter werden pro Jahr entnommen und täglich 200.000 Allgäuer mit frischem Wasser versorgt. Insgesamt gehören dem Verband 21 Kommunen an, darunter die Städte Kempten, Immenstadt und Sonthofen sowie die Landkreise Oberallgäu und Lindau. Der größte Abnehmer ist Kempten: Die Stadt bezieht 80 Prozent ihres Wassers aus dem oberen Allgäu. Das meiste Wasser wird aus Brunnen in Altstädten und in Burgberg geschöpft. In Burgberg-Ortwang ist auch die Betriebszentrale der Fernwasserversorgung beheimatet.

In seiner langen Amtszeit hat Herbert Seger (73) viele Projekte angestoßen. Stolz ist er auf die zwei großen Brunnen, die in Altstädten und Ortwang gebaut wurden. In Ortwang wird das Wasser aus 18 Metern Tiefe geholt, in Altstädten sind es sogar 45 Meter. Die großen unterirdischen Wasserreservoirs sind einer geologischen Barriere am Grünten und am Mittag zu verdanken, erklärt Seger. Das wirke sich unter der Erde wie ein Stauraum aus.

Verabschiedeter Vorsitzender der Fernwasserversorgung: "Bestes Trinkwasser" im Oberallgäu

Von der Qualität des Wassers ist der gebürtige Duracher vollkommen überzeugt: „Das ist bestes Trinkwasser.“ Um die Qualität zu sichern, befinden sich rund um die Brunnen ausgedehnte Schutzgebiete, in denen Landwirte keine Gülle ausbringen dürfen, dafür aber entschädigt werden. „Das bringt logischerweise Diskussionen“, sagt der ehemalige Verbandsvorsitzende, der sein Amt an Werner Endres übergeben hat. „Aber ich habe meinen Schwerpunkt immer auf eine gute Partnerschaft mit der Landwirtschaft gelegt“, betont Seger, der zwölf Jahre auch Vizelandrat war.

Neben den Brunnenbauten und der Sanierung der Geschäftsstelle in Ortwang gab es weitere größere Projekte in Segers Amtszeit. So mussten durch den Bau der Bundesstraße „B19 neu“ etliche Leitungen verlegt werden. Viele Leitungen waren auch vom Hochwasser zu Pfingsten 1999 und im August 2005 betroffen. Da kamen schnell über eine Million Euro an Reparaturkosten zusammen.

Weitblick mit Photovoltaik: Alle Versorgungseinrichtungen mit Anlagen aufgerüstet

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Zufrieden ist Seger mit der Entscheidung alle Versorgungseinrichtungen mit Photovoltaikanlagen auszurüsten. „Das Wasser ist umsonst, aber der Strom für die Pumpen kostet.“ Unabhängigkeit ist das Stichwort sowohl für die Wasser- als auch für die Stromversorgung. „Als Politiker muss ich auf die Zukunftsfähigkeit achten.“

Zwar hat Seger, der 30 Jahre Bürgermeister in Durach war, den Vorsitz im Fernwasserverband abgegeben. Dafür engagiert er sich weiter für die Oberstdorfer Initiative „Wasser für Senegal“. Auch dort setzt er sich seit Jahren für den Bau von Brunnen ein.