Ausbildung in den Bergen

Wie der Naturpark Nagelfluhkette Kinder für den Umgang mit der Natur sensibilisiert

Die Junior-Ranger-Ausbildung richtet sich an Kinder zwischen neun und zwölf Jahren. Einige von ihnen waren zuvor bereits in den Naturparkschulen. Insgesamt stehen diesen Sommer vier Junior-Ranger-Camps auf dem Programm, davon zwei auf der Allgäuer Seite des Naturparks.

Die Junior-Ranger-Ausbildung richtet sich an Kinder zwischen neun und zwölf Jahren. Einige von ihnen waren zuvor bereits in den Naturparkschulen. Insgesamt stehen diesen Sommer vier Junior-Ranger-Camps auf dem Programm, davon zwei auf der Allgäuer Seite des Naturparks.

Bild: Lukas Herr

Die Junior-Ranger-Ausbildung richtet sich an Kinder zwischen neun und zwölf Jahren. Einige von ihnen waren zuvor bereits in den Naturparkschulen. Insgesamt stehen diesen Sommer vier Junior-Ranger-Camps auf dem Programm, davon zwei auf der Allgäuer Seite des Naturparks.

Bild: Lukas Herr

Spielerisch lernen zwischen Wald und Moor, lautet das Moto für Kinder im Naturpark Nagelfluhkette. Unterwegs mit den werdenden Junior-Rangern.
##alternative##
Von Lukas Herr
24.08.2022 | Stand: 17:00 Uhr

„Wollen wir wirklich direkt mit einem Quiz starten?“, fragt Alexander Feurle. Ein lautes „Ja“ bekommt der Naturparkführer als Antwort von der ihn umgebenden Kindergruppe. Also beginnt der Tag mit Fragen zu Flora und Fauna der Nagelfluhkette. Die Mädchen und Jungs machen gerade die Ausbildung zum Junior-Ranger im Naturpark. Es ist der dritte und letzte Tag. Es geht wandernd von der Bergstation der Hörnerbahn bei Bolsterlang über den Ochsenkopf ins Ostertal bei Gunzesried.

Der erste Stopp des Tages steht nach einer halben Stunde an. Es geht heute um das Thema Wald. „Warum brauchen den überhaupt den Wald?“ stellt Ranger Florian Heinl – von den Kinder Flo gerufen – als Frage in die Runde und viele Hände melden sich. Die Kinder sitzen am Hang ihm gegenüber. „Wegen der Luft“, „Als Schutz vor Lawinen“ und „Für das Wild“ lauten einige der Antworten die der 29-Jährige erhält. Eine weitere Antwort ist im direkten Blick: Auf der anderen Talseite sind die Reste einer Gerölllawine hinter der linken Schulter des Ausbilders zu sehen. Auch zum Schutz vor solchen Ereignissen sei der Wald wichtig, gerade im Allgäu.

2016 hat der gelernte Forstwachwirt zum ersten Mal eine Junior-Ranger-Ausbildung betreut

Heinl ist mit Leib und Seele Ranger und gibt sichtlich gerne diese Begeisterung an die neue Generation weiter. 2016 hat der gelernte Forstwachwirt zum ersten Mal eine Junior-Ranger-Ausbildung betreut. Immer an seiner Seite ist Hundedame Fanny. Sie ist auch für die Kinder eine liebgewonnene Begleiterin.

Nach einer Stunde Fußmarsch steht die Mittagspause auf dem Gipfel des Ochsenkopfs an. Ein Eintrag aller 17 Nachwuchs-Ranger ins Gipfelbuch darf nicht fehlen, bevor nach der Brotzeit der Abstieg ansteht, auf dem noch Einiges zu entdecken ist.

Die Junior-Ranger-Ausbildung richtet sich an Kinder zwischen neun und zwölf Jahren. Einige von ihnen waren zuvor bereits in den Naturparkschulen. Insgesamt stehen diesen Sommer vier Junior-Ranger-Camps auf dem Programm, davon zwei auf der Allgäuer Seite des Naturparks.

Warum das Torfmoos bedeutsam für das Funktionieren der Natur als Ganzes ist

Ein wichtiges Thema, noch angesprochen wird, ist das Moor. Der große Wasserspeicher im Naturpark. Warum und wie das funktioniert, zeigen die Ausbilder eindrucksvoll. Florian Heinl hält ein Stück Torfmoos in der Hand, um es dann auszudrücken. Noch recht viel Wasser rinnt heraus, obwohl es seit über einer Woche nicht geregnet habe. Dann schüttet er nochmals Wasser auf das Moos um zu demonstrieren, wie viel dieses aufnehmen kann, und erklärt, warum das so bedeutsam für das Funktionieren der Natur als Ganzes ist.

Weiter geht es durch Wald und Moore talwärts. „Die Pflanze solltet ihr besser nicht anfassen“, ruft Alexander Feurl den Junior-Rangern vor sich zu. Diese haben gerade ein Exemplar des blauen Eisenhuts am Wegesrand entdeckt. Eine markante und schöne Pflanze, aber auch eine der giftigsten auf dem europäischen Kontinent, erklärt der 38-Jährige. Der studierte Biologe sieht diese Momente als wichtig an. Es sei nicht sinnvoll, nur fixe Programmpunkte abzuarbeiten, sondern wie beim Eisenhut auch auf spontane Entdeckungen und Fragen einzugehen. Das Ziel sei es, mit Spaß und auf spielerische Weise die Kinder für die Natur zu sensibilisieren und dass sie das Wissen später weitergeben können.

Herstellen eines eigenen Kräuterquarks im Naturpark Nagelfluhkette kommt gut an

Mittlerweile ist die Grafenalpe im Ostertal fast erreicht, aber vor dem letzten Teil der Wanderung geht, steht noch ein Highlight an. Hierfür muss Florian Heinl noch einmal etwas erklären. Also alle Junior-Ranger wieder hinsetzen und zuhören. Hinter Heinls Rücken wurzeln viele gut gefüllte Sträucher. Manche mit Heidelbeeren und anderen mit Rauschbeeren. Wie unterscheidet man diese beiden? Die einen haben rotes Fruchtfleisch und einen gut erkennbaren Kreis auf der Unterseite. Das sind die Heidelbeeren und genau diese dürfen jetzt gesammelt werden, damit sie später gemeinsam gegessen werden können. Viele werden auch sofort gegessen, wie unzählige blaue Hände, Lippen und Zungen verraten. Die Kinder sind hierbei sichtlich begeistert. Und wie sind die drei Tage insgesamt angekommen? Er habe super viel Spaß gehabt, erzählt Noah, der bereits eine Naturparkschule besucht hatte. Auch der zwölfjährigen Liselotte hat das Programm gefallen. Besonders ein Programmpunkt am zweiten Tag hat es ihr angetan: „Das Kräutersammeln und das Herstellen eines eigenen Kräuterquarks fand ich super.“

Für Noah, Liselotte und die anderen Kinder gibt es zum Abschluss eine Urkunde und ein T-Shirt. Eine spannende Junior-Ranger-Ausbildung geht zu Ende.