Immenstadt

Zahlreiche „Verletzte“

Übung Bergbahn ratholz

Übung Bergbahn ratholz

Bild: Benjamin Liss

Übung Bergbahn ratholz

Bild: Benjamin Liss

Übung Bergwacht und Rettungsdienste proben Ernstfall beim „Alpsee-Coaster“ in Immenstadt
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Von bel
13.10.2019 | Stand: 17:22 Uhr

Die Bergbahn bleibt aufgrund Stromausfalls stehen, lebensbedrohliche Erkrankung einer Wanderin und Auffahrunfall aufgrund Unachtsamkeit beim „Alpsee-Coaster“ – so lautete das Einsatz-Szenario für rund 40 Helfer bei einer Übung in Ratholz. Die Bergwachten Immenstadt und Oberstaufen sowie der Rettungsdienst des Bayerischen Roten Kreuzes und der Johanniter Unfallhilfe wurden alarmiert und rückten nach Ratholz aus.

Aufgrund der Annahme eines Stromausfalles war die Bergbahn nicht mehr fahrbereit. Die noch in der Bergbahn befindlichen Personen konnten somit keine Berg- bzw. Talfahrt absolvieren. Der diensthabende Betriebsleiter setzte den Notruf ab. Kurze Zeit später trafen, wie im realen Ernstfall, die Einsatzleiter der verschiedenen Organisationen am Einsatzort ein. Diese planten das weitere Vorgehen und alarmierten die entsprechenden Kräfte nach.

Mittlerweile erreichte ein weiterer Notruf die Einsatzkräfte nach einem Auffahrunfall mit mehreren verletzten Personen beim „Alpsee-Coaster“. Fünf teils schwer verletzte Personen mussten aus schwierigem Gelände in Zusammenarbeit mit Einsatzkräften der Bergwacht gemeinsam versorgt und gerettet werden. Ein Pendelverkehr wurde mit Fahrzeugen auf der engen Straße eingerichtet, um die verletzten Personen ins Tal zu bringen. Wie im Realfall, versorgte eine Notärztin die Verletzten, die „geschminkt“ wurden, um reale Bedingungen herzustellen. Aber auch die in den Liftsesseln befindlichen Personen mussten gerettet werden. Die Einsatzkräfte der Bergwacht Immenstadt und Oberstaufen seilten sich dazu von einem Masten zu den Personen ab. Diese wurden aus dem Sessel abgeseilt und dort dem Rettungsdienst übergeben.

Die nachrückenden Einsatzkräfte, die mit der Evakuierung der sich in der Bergbahn befindlichen Personen beauftragt waren, wurden unmittelbar Zeugen eines lebensbedrohlichen Zustandes einer Wanderin. Diese musste aufgrund eines Herz-Kreislaufversagens noch auf dem Wanderweg wiederbelebt werden. Drei Einsatzszenarien und vier beteiligte regionale Hilfsorganisationen waren über zwei Stunden beschäftigt, die durch die Übungsleitung gestellten Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen.

„Gemeinsame Einsatzbewältigung und -lenkung sowie in Krisen Ansprechpartner kennen, ist äußerst wichtig für eine erfolgreiche Einsatzbewältigung“, sagte Elmar Baumann, Mitglied der Übungsleitung, in der auch Robert Kühnlein und Christian Bader mitarbeiteten. Die Übungsziele lagen laut Baumann im Bereich „gemeinsame Einsatzleitung“, „Sichtung der Patienten und interdisziplinäre Zusammenarbeit“ sowie „rasche und sichere Rettung und Evakuierung der betroffenen Personen“.