Neues Gesicht in der evangelischen Kirche

Zurück in die alte Heimat: Neue Pfarrerin in Fischen eingeführt

Bei der Einführung der neuen evangelischen Pfarrerin von Fischen: (von links) Dekan Jörg Dittmar, Susanne Ohr und der Oberstdorfer Pfarrer Markus Wiesinger.

Bei der Einführung der neuen evangelischen Pfarrerin von Fischen: (von links) Dekan Jörg Dittmar, Susanne Ohr und der Oberstdorfer Pfarrer Markus Wiesinger.

Bild: Elke Wiartalla

Bei der Einführung der neuen evangelischen Pfarrerin von Fischen: (von links) Dekan Jörg Dittmar, Susanne Ohr und der Oberstdorfer Pfarrer Markus Wiesinger.

Bild: Elke Wiartalla

Susanne Ohr tritt in der evangelischen Gemeinde die Nachfolge von Helmut Klaubert an. Was die Seelsorgerin mit dem Zug zu tun hat und wo ihre Wurzeln liegen.
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Von Elke Wiartalla
05.05.2021 | Stand: 17:07 Uhr

Nur kurz dauerte die Vakanz in der evangelischen Kirchengemeinde Fischen, nachdem Pfarrer Helmut Klaubert im Januar in den Ruhestand gegangen war. Schon vier Monate später trat jetzt seine Nachfolgerin ihr Amt an. Am Sonntag wurde die neue Pfarrerin Susanne Ohr mit einem Einführungsgottesdienst voller Erwartungen begrüßt. Den Corona-Bedingungen entsprechend fand der Empfang nur in kleinem Kreis aber umso freundlicher statt.

Abitur in Sonthofen

Die neue Pfarrerin ist 1963 in Bad Kreuznach geboren, kam aber mit 14 Jahren nach Sonthofen, wo sie ihr Abitur machte. Ihr Studium absolvierte sie in München und Erlangen. Nach dem Vikariat in Zirndorf war sie als Pfarrerin in Eschenau bei Erlangen, Thannhausen und den vergangenen 14 Jahren in Bad Wörishofen tätig. Dort arbeite sie nebenamtlich als Gemeindeberaterin in der Akademie in Rummelsburg.

Kurze "Trauerzeit" um den alten Pfarrer

Ihre Erfahrungen in der Gästeseelsorge in dem bedeutenden Kurort werden ihr auch im touristisch geprägten Oberallgäu helfen. Der Kirchenvorstand von Fischen jedenfalls hatte nach nur kurzer Überlegung die Gewissheit, das werde passen. „Unsere Trauerzeit nach dem Abschied von Helmut Klaubert dauerte nur drei Tage, denn schon seit dem 13. Januar freuen wir uns auf unsere neue Pfarrerin“, sagte Stephan Paluka, Vertrauensmann des Kirchenvorstands, über die rasante Entwicklung.

Dekan Jörg Dittmar zeigte sich erleichtert, dass die Vakanz so kurz gehalten werden konnte. Er bedankte sich, dass mit Unterstützung des geschäftsführenden Pfarrers Markus Wiesinger aus Oberstdorf und dank der Energie aller ehrenamtlichen Kräfte in der Fischinger Kirchengemeinde die Interimszeit „hervorragend bewältigt wurde“.

Viel Gegenwind seitens der Kirchenkritiker

Der Dekan befasste sich mit den Anforderungen an den Beruf des Pfarrers in der heutigen Zeit, im Zwiespalt von viel Gegenwind seitens der Kirchenkritiker und immer höheren Ansprüchen und Wünschen seitens der Gläubigen. „Deshalb darf man durchaus mal jammern“, räumte Dittmar ein. Dennoch sei Pfarrer ein wunderbarer Beruf, mit dem man Vertrauen genieße, in dem man im Geplärre der Zeit Reden von Wert halten und Menschen segnen dürfe. Für all die Aufgaben an ihrer neuen Wirkungsstätte wünschte Dittmar der Pfarrerin Begeisterung und eine glückliche Hand.

Vorgänger hinterlässt "lebendige Pfarrfamilie"

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Willkommens- und Grußworte in dem Einführungsgottesdienst, der nur für geladenen Gäste stattfand, hielten die Landrätin Indra Baier-Müller, der Regionalsprecher Gerhard Scharrer, Pater Joshy Palakunnel von der katholischen Schwestergemeinde, Landeskirchenrat Thomas Rossmerkel und Fischens Bürgermeister Bruno Sauter. Der Gemeindechef erinnerte an die tolle Arbeit, die Ohrs Vorgänger Helmut Klaubert geleistet habe und der seiner Nachfolgerin eine lebendige Pfarrfamilie anvertraue.

Sauter freute sich, dass das Pfarrhaus mit Susanne Ohr und ihrem Ehemann Bernhard nun wieder mit Leben erfüllt werde. „Die neue Pfarrerin, die in ihrer Jugend auf dem Weg zu ihrem Job als Zimmermädchen in Oberstdorf so oft mit dem Zug durch Fischen gefahren ist, ist nun endlich ausgestiegen“, sagte er schmunzelnd.

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