Langlaufen im Oberallgäu

Zusätzliche Loipe für Hobbysportler in Missen-Wilhams

Einheimische wie Tagestouristen nutzen immer mehr die Langlaufloipen in Missen-Wilhams und zücken den Geldbeutel, um die installierten Spendenkassen zu füllen.

Einheimische wie Tagestouristen nutzen immer mehr die Langlaufloipen in Missen-Wilhams und zücken den Geldbeutel, um die installierten Spendenkassen zu füllen.

Bild: Olaf Winkler

Einheimische wie Tagestouristen nutzen immer mehr die Langlaufloipen in Missen-Wilhams und zücken den Geldbeutel, um die installierten Spendenkassen zu füllen.

Bild: Olaf Winkler

Missen-Wilhams ändert Strategie und setzt auf Besucherlenkung, weil immer mehr Tagesausflügler kommen
23.01.2021 | Stand: 18:21 Uhr

„Die Leute sind da“, stellte Gemeinderatsmitglied Ernst Schwarz fest. „Man kann sie nicht einsperren.“ Mit seiner Äußerung nahm er Bezug auf die vielen Tagestouristen, die in den vergangenen Wochen nach Missen-Wilhams kamen, trotz der coronabedingten Schließungen von Hotellerie, Gastronomie und Skiliften. Vor diesem Hintergrund hat der Gemeinderat die Strategie der Kommune geändert: Künftig setzt der Ort mehr auf Besucherlenkung und mehr Raum für die Tagestouristen. So soll es bald eine dritte gespurte Loipe für Wintersportler geben.

Über 700 Euro eingenommen

Schon jetzt sei die Dorfloipe „Publikumsmagnet für Hobbysportler aus Nah und Fern“, bemerkte Bürgermeisterin Martina Wilhelm zu Beginn der Diskussion. Inzwischen sei auch die Loipe in Wilhams komplett gespurt, „damit sich der Andrang verteilen kann“. Die Gemeinde hat ein „Loipenkässle“ aufgestellt, in der die Nutzer einen freiwilligen Beitrag werfen können. Und das tun sie eifrig. An der Loipe in Missen kamen bereits über 700 Euro zusammen, in Wilhams war es in wenigen Tagen auch ein dreistelliger Betrag. Die Gemeinde spare heuer auch Geld im Tourismus-Bereich ein, denn die CMT-Messe in Stuttgart fällt coronabedingt aus, und die Kommune war dort regelmäßig vertreten. So sei durchaus finanzieller Spielraum vorhanden, auch die Loipe in Wiederhofen zu spuren, bemerkte die Bürgermeisterin. Die Loipe soll allerdings primär Einheimische locken. Denn aufgrund einer teilweise sehr schwierigen Parksituation habe die Gemeinde die Straße „Im Tal“ südlich von Wiederhofen mit einem „Anlieger frei“-Schild versehen. „Dort haben zu viele Tourengeher geparkt“, stellte Wilhelm fest. Auch auf dem eigentlich gesperrten Skilift-Parkplatz fanden sich viele Tagestouristen ein: „Bis zu 120 Autos standen dort“. Nun ist er offiziell freigegeben und mit einer weiteren „Spendenkasse“ bestückt. „Bevor wir offiziell Parkgebühren verlangen, müssen wir eine entsprechende Satzung beschließen“, informierte die Bürgermeisterin.

Disziplinierte Langläufer

Verbote halten die Erholungssuchenden nicht ab, zeigte sich auch Friedrich Köglmeier überzeugt. So sprach auch er sich für das „Entzerren“ aus, „wenn wir schon mal Schnee haben“. Annette Zeh stellte fest, dass sich „die Leute diszipliniert verhalten und die notwendigen Abstände beachten“. Ihr Fazit: „Da muss man keine Sorge haben, dass das hier ein Corona-Hotspot wird“.

Für die Bürgermeisterin ist klar, dass die neue Linie „Werbung für die Loipen im Ort für die Zeit nach Corona“ sein könnte. Schon jetzt mache die neue Bäckerei in Missen gute Geschäfte mit den Tagestouristen: „Die holen sich eine Brotzeit oder einen Kuchen“. Zudem werde vielleicht mancher Besucher auf das Gewerbe im Ort aufmerksam, so die Hoffnung von Annette Weh.

Am Ende waren sich die Ratsmitglieder einig, dass auch die Loipe in Wiederhofen präpariert werden soll. Handlungsbedarf im Bereich Börlas sieht aber Siegfried Lerpscher. Dort fehlen aus seiner Sicht schon seit Jahren öffentliche Parkplätze. Geparkt werde dort trotzdem – meist auf privatem Grund: „Die Leute haben keinen Respekt vor Eigentum“, kritisierte er.

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