Weltbeste Skiflieger sollen 2026 in Oberstdorf um Medaillen kämpfen

Zwei Monate nach der Ski-WM: Oberstdorf bewirbt sich erneut um eine Weltmeisterschaft

Skiflug-WM 2018

Tausende jubelten den Skispringen bei Skiflug-WM 2018 in Oberstdorf zu. Jetzt könnte es schon im Jahr 2026 zu einer Neuauflage der internationalen Titelkämpfe kommen.

Bild: Dominik Berchtold

Tausende jubelten den Skispringen bei Skiflug-WM 2018 in Oberstdorf zu. Jetzt könnte es schon im Jahr 2026 zu einer Neuauflage der internationalen Titelkämpfe kommen.

Bild: Dominik Berchtold

Gemeinderat Oberstdorf bringt mit großer Mehrheit die Kandidatur für Skiflug-WM im Jahr 2026 auf den Weg. Aber es gibt auch Kritik an der Bewerbung.
23.04.2021 | Stand: 14:14 Uhr

Im Jahr 2026 könnten die besten Skiflieger wieder auf der Heini-Klopfer-Schanze im Oberstdorfer Stillachtal um Weltmeistertitel kämpfen. Die Mitglieder des Oberstdorfer Gemeinderats gaben jetzt grünes Licht für die Pläne des Deutschen Skiverbands (DSV), sich mit dem Austragungsort Oberstdorf um die Skiflug-WM 2026 zu bewerben. Die Entscheidung fiel mit 19:1 Stimmen. Die Grünen fordern, die Bürger vor einer erneuten WM-Bewerbung zu befragen. (Den Kommentar des Autors lesen Sie hier)

Heini-Klopfer-Schanze in Oberstdorf ist eine von fünf Skiflugschanzen auf der Welt

Das Skifliegen gilt als Königsdisziplin der Springer. Es gibt nur fünf Skiflugschanzen auf der Welt. Die internationalen Titelkämpfe finden alle zwei Jahre statt und wechseln turnusgemäß zwischen den fünf Skiflugorten Oberstdorf, Planica (Slowenien), Vikersund (Norwegen), Harrachov (Tschechien) und Bad Mitterndorf (Österreich). Die Oberstdorfer waren 2018 zuletzt Gastgeber und wären eigentlich 2028 wieder an der Reihe gewesen. Aber die Veranstalter in Harrachov haben wie berichtet die WM 2024 zurückgegeben, die jetzt am Kulm (Bad Mitterndorf) stattfinden soll. So hat Oberstdorf die Möglichkeit, bereits 2026 wieder Austragungsort zu sein. Die Bewerbungskosten von 100000 Schweizer Franken trägt vorerst der Deutsche Skiverband. Die Entscheidung über den Zuschlag fällt auf dem Kongress des Internationalen Skiverbandes FIS im Jahr 2022 in Vilamoura (Portugal).

Die Skiflugschanze in Oberstdorf wurde für 14 Millionen Euro umgebaut

Die Oberstdorfer Skiflugschanze wurde vor der WM 2018 für 14 Millionen Euro umgebaut. Zwar läuft das Zertifikat, also die Erlaubnis Wettkämpfe austragen zu dürfen, im Herbst 2022 aus, aber Sportstättenleiter Hans-Peter Jokschat, zeigte sich optimistisch, dass die Anlage bis 2024 ohne größere Investitionen wettkampftauglich bleibt. Das bestätigte Bürgermeister Klaus King nach Gesprächen mit dem DSV.

Kritik kam aus der Fraktion der Grünen: „Ich dachte, wir alle wären der Meinung, dass wir vor einer erneuten WM-Bewerbung die Bevölkerung befragen“, richtete sich Siegmund Rohrmoser an seine Ratskollegen. „Es ist eine Frechheit, dass wir jetzt schon wieder unter Zeitdruck entscheiden müssen.“ Die Bewerbung muss zum 1. Mai eingereicht werden. Die Anfrage des DSV war aber erst vor rund einer Woche bei der Gemeinde eingegangen, erklärte Bürgermeister King. Michael Finger (ÖDP/Grüne) beantragte, die Bürger zu befragen, bevor über eine Bewerbung für die Skiflug-WM entschieden wird.

Diskussion um die Bewerbung zur Skiflug-WM: "Völlig überzogene Reaktion"

„Sie wissen schon, dass eine Skiflug-WM vier Tage dauert“, entgegnete Rathauschef King. „Die Reaktion aus der Grünen-Fraktion, halte ich für völlig überzogen“, sagte Adalbert Schall (CSU). „Wir können doch nicht eine 70-jährige Erfolgsgeschichte so kaputt machen.“ Im Rat vereinbart sei, vor der Bewerbung um eine weitere Nordische Ski-WM die Bürger zu befragen. Dafür sprach sich auch Laurent Mies (FW) aus: „Wir müssen die Kirche im Dorf lassen.“ Ziel müsse es sein, dass die Gemeinde an den Gewinnen der WM beteiligt wird.

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