Allgäu

ISS fliegt am Mond vorbei - und eine Kemptenerin hat's fotografiert

Die Internationale Raumstation umkreist die Erde in 400 Kilometern Höhe mit fast 28000 Kilometern pro Stunde. Am 1. Juni war die ISS von Missen (im Oberallgäu) aus im Transit durch den Mond zu sehen. Ute Arndt hat das fotografiert.

Bild: Ute Arndt

Die Internationale Raumstation umkreist die Erde in 400 Kilometern Höhe mit fast 28000 Kilometern pro Stunde. Am 1. Juni war die ISS von Missen (im Oberallgäu) aus im Transit durch den Mond zu sehen. Ute Arndt hat das fotografiert.

Bild: Ute Arndt

Ute Arndt aus Kempten gelang es am Montagabend, die in 400 Kilometern Höhe mit fast 28.000 Kilometern pro Stunde vorbeirasende Raumstation einzufangen.

02.06.2020 | Stand: 18:53 Uhr

Stellen Sie sich mal vor, Sie müssten ein Objekt fotografieren, das 400 Kilometer von Ihnen entfernt ist. Geht nicht? Geht doch! Mit 109 mal 51 mal 73 Metern ist die Internationale Raumstation zugegeben ziemlich groß - aber umkreist eben auch in stolzen 400 Kilometern Höhe die  Erde. Und das mit 7,6 Kilometern pro Sekunde. Macht satte 28000 Kilometer pro Stunde. Die ISS zu sehen ist – wenn man weiß, wann und wo sie auftaucht – jetzt nicht so das Problem. Aber das größte außerirdische Bauwerk der Menschheitsgeschichte auch noch zu fotografieren?! Ute Arndt aus Kempten hat’s am 1. Juni geschafft.

Bilderstrecke

Der Mondtransit der ISS über Missen

Auf einer Internetseite las die Diplom-Ingenieurin, „dass die ISS am 1. Juni um 21.40 Uhr von Missen aus im Transit durch den Mond zu sehen sein würde.“ Die Wetterbedingungen waren gut, Wolken gab’s so gut wie keine. Also hat sich Ute Arndt mit Kamera, 1200er-Teleobjektiv und Stativ dort aufgebaut und gewartet. Mit Erfolg, wie man sieht. Zu ihren Fotos schreibt sie: „Der ganze Monddurchflug dauerte etwa 0,9 Sekunden. Die scheinbare Größe der ISS beträgt auf diesen Bildern ca. 43 Winkelsekunden, also etwa so groß wie der Planet Jupiter von uns aus erscheint. Natürlich sind die Bilder stark entwickelt, aber nichts wurde hinzugedichtet oder hineinkopiert! So war es!

Man darf bei den Bildern nicht vergessen, dass die ISS im nahen Erdorbit ist (Höhe ca.  400 Kilometer), also fast genauso weit vom Mond entfernt ist, wie wir hier auf der Erde. Dicht vor dem Mond wäre sie von der Erde aus kaum noch zu erkennen. Da die Sonne frisch untergegangen war, erhoffte ich mir eine gute Beleuchtung der ISS vor dem Mond, sodass sie nicht bloß als schwarzer Schatten erscheint. Ich habe die Optik mit der ISS mitgezogen, daher erscheint der Mond nicht besonders scharf. Einzig die Belichtung ist etwas zu großzügig ausgefallen (Für die technisch Interessierten: 1200mm f8, 1/800, Iso 1600). Es gibt sicher ein ,nächstes Mal´.“