Jakobswege im Allgäu

Das sind die Jakobswege im Allgäu

Marktoberdorf mit der Stadtpfarrkirche St. Martin ist Teil des Münchner Jakobswegs, der durch das Allgäu führt. Auf dem Foto ist die Pilgermuschel, die atlantische Jakobsmuschel als Erkennungszeichen der Jakobspilger, als Wegzeichen zu sehen.

Marktoberdorf mit der Stadtpfarrkirche St. Martin ist Teil des Münchner Jakobswegs, der durch das Allgäu führt. Auf dem Foto ist die Pilgermuschel, die atlantische Jakobsmuschel als Erkennungszeichen der Jakobspilger, als Wegzeichen zu sehen.

Bild: Dirk Ambrosch

Marktoberdorf mit der Stadtpfarrkirche St. Martin ist Teil des Münchner Jakobswegs, der durch das Allgäu führt. Auf dem Foto ist die Pilgermuschel, die atlantische Jakobsmuschel als Erkennungszeichen der Jakobspilger, als Wegzeichen zu sehen.

Bild: Dirk Ambrosch

Drei Wege zur Pilgerstätte nach Santiago de Compostela führen durch das Allgäu: Der Tirol-Allgäu, Münchner und Bayerisch-Schwäbische Jakobsweg. Ein Überblick.
19.01.2022 | Stand: 09:27 Uhr

Alle Wege führen nach Rom? Das Sprichwort müsste eigentlich umbenannt werden in: Alle Wege führen nach Santiago de Compostela. Denn die Zahl an Jakobswegen, also Pilgerwegen durch Europa, die das angebliche Grab des Apostels Jakobus in der Stadt im Nordwesten Spaniens zum Ziel haben, ist enorm. Und immer wieder kommen neue Wege hinzu. Auch in Deutschland gibt es eine Vielzahl an Jakobswegen. Einige führen auch durch das Allgäu. Zeit, sich die Allgäuer Jakobswege näher anzusehen.

Der Jakobsweg: Ursprung, Geschichte und bekanntestes Stück des Pilgerwegs

Die meisten verbinden mit dem Jakobsweg das letzte und bekannteste Stück des Pilgerwegs von den Pyrenäen über die Städte Jaca, Pamplona, Estella, Burgos und León nach Santiago de Compostela. Dabei handelt es sich um die frühere hochmittelalterliche Hauptverkehrsachse Nordspaniens. Diese Route entstand in der ersten Hälfte des elften Jahrhunderts. Im Mittelalter entwickelte sich die Grabstätte des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela neben Rom und Jerusalem zum dritten Hauptziel der christlichen Pilgerfahrt. Seit 1993 ist der spanische Hauptweg des Jakobswegs Unesco-Welterbe.

Doch nicht nur in Spanien gibt es Jakobswege. In ganz Europa hat sich ein Netz aus Pilgerwegen mit dem Ziel Santiago de Compostela entwickelt: In Polen, Deutschland, Österreich, Schweiz, Luxemburg, Belgien, Niederlande, Frankreich, Italien, England und Tschechien. Drei Wege führen auf dem Weg nach Spanien auch durch das Allgäu.

Jakobsweg im Allgäu: Münchner Jakobsweg

Seit 2003 führt der Münchner Jakobsweg ab München ins Allgäu. Startpunkt ist das Jakobskloster der Armen Schulschwestern am Jakobsplatz in München. Von dort geht es über den Marienplatz an der Isar entlang nach Schäftlarn (Kloster Schäftlarn) und über einen alten Klosterweg nach Andechs (Kloster Andechs), Utting (Nordroute) oder Raisting (Südroute), Wessobrunn (Kloster Wessobrunn), Peißenberg, Hohenpeißenberg, Rottenbuch und Steingaden (Wieskirche).

Danach geht es im Allgäu weiter:

  • Lechbruck
  • Marktoberdorf (Stadtpfarrkirche St. Martin)
  • Kempten
  • Wiggensbach-Ermengerst

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Bei Wiggensbach-Ermengerst mündet der Münchner Jakobsweg in den Bayerisch-Schwäbischen Jakobsweg, der aus Augsburg kommt. (Lesen Sie auch: "Der Weg beginnt vor der eigenen Haustür": Pfrontener läuft den Jakobsweg)

Silke, Sofia und Gisela (v. l.) – drei Pilgerinnen, die in Elfies Pilgerquartier in Marktoberdorf eine Nacht verbrachten. Am nächsten Morgen ging es auf dem Jakobsweg weiter Richtung Lindau.
Silke, Sofia und Gisela (v. l.) – drei Pilgerinnen, die in Elfies Pilgerquartier in Marktoberdorf eine Nacht verbrachten. Am nächsten Morgen ging es auf dem Jakobsweg weiter Richtung Lindau.
Bild: Gerlinde Schubert (Archivfoto)

Jakobsweg im Allgäu: Bayerisch-Schwäbischer Jakobsweg

Der Bayerisch-Schwäbische Jakobsweg führt von Oettingen oder Schrobenhausen über Augsburg ins Allgäu. Dabei gibt es eine Ost- und Westvariante durch das Ost- und Unterallgäu.

Die Ostvariante beginnt in Augsburg, danach geht es durch das Ost- und Unterallgäu weiter:

  • Türkheim
  • Bad Wörishofen
  • Mussenhausen
  • Ottobeuren (Benediktinerabtei Ottobeuren)
  • Bad Grönenbach

Die Westvariante beginnt ebenfalls in Augsburg und führt über Oberschönenfeld und Ziemetshausen (Wallfahrtskirche "Maria Vesperbild) ins Ost- und Unterallgäu:

  • Babenhausen (Fuggerschloss)
  • Memmingen
  • Bad Grönenbach

Beide Varianten treffen sich in Bad Grönenbach. Weiter geht es über Altusried nach Wiggensbach-Ermengerst, wo der Münchner Jakobsweg in den Bayerisch-Schwäbischen Jakobsweg mündet.

So geht es auf dem Bayerisch-Schwäbischen Jakobsweg im Allgäu weiter:

  • Buchenberg
  • Rechtis
  • Weitnau
  • Missen
  • Stiefenhofen
  • Genhofen (Stephanskapelle)
  • Simmerberg
  • Weiler

Statt ab Weitnau über Missen, Stiefenhofen, Genhofen und Simmerberg nach Weiler zu pilgern, geht das auch über Grünenbach. Ab Weiler gibt es drei verschiedene Routen.

Route 1 und 2 im Westallgäu ab Weiler:

  • Scheidegg (Route 1) oder Lindenberg mit Hof Rappenfluh (Route 2)
  • Niederstaufen
  • Sigmarszell
  • Weißensberg
  • Lindau
  • Wasserburg
  • Nonnenhorn (Jakobskapelle)

Die Route 3 im Westallgäu ab Weiler verläuft ebenfalls über Scheidegg, biegt dann aber nach Österreich ab: Über Möggers, Pfänderhöhenweg, Fluh und Bregenz geht es nach Lustenau. (Lesen Sie auch: Pilger in Scheidegg: Unterwegs mit Rucksack und Mundschutz)

Gudrun Banniza-Raftopoulos (rechts) und Margit Skopnik-Lambach (links) haben im Scheidegger Pilgerzentrum viel Platz. Sie teilen sich mit ihrer Mit-Pilgerin Gudrun Steidel ein Zimmer.
Gudrun Banniza-Raftopoulos (rechts) und Margit Skopnik-Lambach (links) haben im Scheidegger Pilgerzentrum viel Platz. Sie teilen sich mit ihrer Mit-Pilgerin Gudrun Steidel ein Zimmer.
Bild: Anna Feßler (Archivfoto)

Jakobsweg im Allgäu: Jakobsweg Tirol-Allgäu

Ausgangspunkt des Jakobswegs Tirol-Allgäu ist das Inntal. Über den Fernpaß führt der Weg nach Berwang und Reutte bis ins Tannheimer Tal.

Ab der Grenze nach Deutschland geht es nach:

  • Oberjoch
  • Bad Oberdorf
  • Bad Hindelang
  • Gailenberg
  • Tiefenbach
  • Sonthofen
  • Ortwang
  • Immenstadt
  • Bühl
  • Trieblings
  • Wiedemannsdorf
  • Wengen
  • Kalzhofen
  • Zell

In Zell beziehungsweise Genhofen bei Oberstaufen mündet der Jakobsweg Tirol-Allgäu dann in den Bayerisch-Schwäbischen Jakobsweg ein.