Radsport

Jonas Schmeiser krönt sich zum deutschen Kriterium-Meister

Der frischgebackene deutsche Kriterium-Meister Jonas Schmeiser vom RSC Kempten (Mitte) musste sich im hessischen Gießen den Titel bei den Elite-Amateuren hart erkämpfen.

Der frischgebackene deutsche Kriterium-Meister Jonas Schmeiser vom RSC Kempten (Mitte) musste sich im hessischen Gießen den Titel bei den Elite-Amateuren hart erkämpfen.

Bild: Moritz Sauer

Der frischgebackene deutsche Kriterium-Meister Jonas Schmeiser vom RSC Kempten (Mitte) musste sich im hessischen Gießen den Titel bei den Elite-Amateuren hart erkämpfen.

Bild: Moritz Sauer

Jonas Schmeiser vom RSC Kempten ist neuer deutscher Meister der Elite-Amateure. Beim Kriterium in Gießen fällt die Entscheidung erst in der letzten Runde.
30.08.2021 | Stand: 18:00 Uhr

Radfahrer Jonas Schmeiser vom RSC Auto Brosch Kempten hat das Finale der deutschen Kriterium-Meisterschaft gewonnen und sich zum ersten Sieger seit 1991 gekürt. Bereits zwei der vier Qualifikationsläufe hatte der Oberstaufener im Vorfeld für sich entschieden und wurde am vergangenen Sonntag in Hessen seiner Favoritenrolle gerecht.

Bereits einen Tag zuvor war der Großteil der Mannschaft angereist und hatte den Kurs rund ums Gießener Stadttheater inspiziert. Am Renntag war es über die 100 Runden á 800 Meter dennoch ein hartes Stück Arbeit für das Kemptener Team. Der Regen machte vor allem die Zielkurve „extrem rutschig“, wie Schmeiser sagte. Im Rennen der Amateure gab es bereits mehrere Stürze - die RSC-Fahrer waren gewarnt. Doch auch das Fahrerfeld der Elite blieb nicht von Unfällen verschont. Es erwischte unter anderem den RSCler Julian Kern, der anschließend aufgeben musste. „Das war ein spezielles Rennen. Auf den kurzen Geraden war es kaum möglich, eine Spitzengruppe zu bilden und einen Sprint anzufahren. Man musste arg aufpassen“, erzählte Schmeiser. Anfangs lag der Routinier sogar nur auf dem fünften Platz, doch nach sechs von zehn Wertungssprints übernahm Schmeiser die Führung und gab sie bis zum Ende nicht mehr ab.

Große Erleichterung nach dem letzten Sprint

Allerdings blieb der Wettkampf bis zur letzten Runde spannend: Schmeiser hatte vor dem abschließenden Sprint nur neun Punkte Vorsprung auf Marcel Franz (Team 54x11) und musste deshalb bei der letzten Wertung (10, 6, 4 und 2 Punkte) des Tages nochmal Zähler sammeln, um den Sieg abzusichern. Das gelang ihm problemlos: Schmeiser wurde Zweiter, riss die Arme hoch und darf sich nun deutscher Meister nennen. „Das war eine große Erleichterung, denn es lastete viel Druck auf unseren Schultern“, resümierte der Sieger.

Eigentlich habe die Renntaktik vorgesehen, seinem Teamkollegen Andreas Mayr die Sprints anzufahren und andere Fahrer in der Spitzengruppe zu platzieren. Aufgrund der kurzen Runde und der Nässe, sei das aber nicht gelungen, erklärte Schmeiser: „Gerade zu Beginn des Rennens lief einiges nicht nach Plan. Unsere Taktik hat nicht funktioniert und erst als wir umgestellt haben wurde es besser.“

Zwei weitere Fahrer des RSC Kempten in Top Ten

Am Ende siegte Schmeiser aber doch souverän (39 Punkte) vor Franz (24) und Florian Tenbruck (BL Belle Stahlbau/17). Zwei weitere RSC-Fahrer kamen in die Top Ten: Mayr fuhr auf Rang sieben und Michael Wasserrab wurde Zehnter. Dario Rapps, Sieger des Kemptener Stadtkriteriums vor einer Woche, landete auf Platz elf.

Lesen Sie auch
##alternative##
Radsport

RSC Kempten veranstaltet nun doch Kriterium in der Innenstadt

Bei seinen insgesamt neun Teamkollegen bedankte sich Schmeiser für die unermüdliche Arbeit im Rennen: „Das war eine echte Mannschaftsleistung. Ich bin einfach stolz, dass wir es geschafft haben.“ Bei der Siegerehrung wurde ihm dann noch eine besondere Ehre zuteil. Schmeiser wurde das Trikot des deutschen Meisters überreicht, das der Fahrer vom RSC Kempten ab sofort ein Jahr lang bei allen Kriterien tragen darf.

Deutsche Kriterium-Meisterschaft 2022 in Sulgen

Nächstes Jahr kann er das Trikot verteidigen, denn der Bund Deutscher Radfahrer plant bereits die nächste Austragung. 2022 soll das Finale in Sulgen (Baden-Württemberg) stattfinden, wo dieses Jahr noch ein Qualifikationsrennen gefahren wurde. „Das ist ein guter Kurs, der technisch nicht so anspruchsvoll ist, wie der Gießener“, so Schmeiser.

Lesen Sie auch: Turbulenter Auftakt, glückliche Gesichter: So lief der Allgäu Triathlon in Immenstadt