Natur

50 Jahre Rosengarten Bad Wörishofen: Ein Besuchermagnet in der Kneipp-Stadt

Der Rosengarten lädt jederzeit zum Verweilen ein – wenn er Ende Juni wieder in voller Blüte steht, werden auch Führungen angeboten.

Der Rosengarten lädt jederzeit zum Verweilen ein – wenn er Ende Juni wieder in voller Blüte steht, werden auch Führungen angeboten.

Bild: Katrin Elsner

Der Rosengarten lädt jederzeit zum Verweilen ein – wenn er Ende Juni wieder in voller Blüte steht, werden auch Führungen angeboten.

Bild: Katrin Elsner

Vor 50 Jahren entstand der Rosengarten in Bad Wörishofen und ist bis heute ein Besuchermagnet. Die Gärtner haben auch Tipps für die Rosenzucht zuhause.
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Von Kathrin Elsner
18.06.2022 | Stand: 05:00 Uhr

Den überregional bekannten und geschätzten Rosengarten im Kurpark Bad Wörishofen gibt es bereits seit 50 Jahren. Am 150. Geburtstag von Sebastian Kneipp im Jahre 1971 entstand die Idee, eine Rose auf den Namen „Bad Wörishofen“ zu taufen.

Mit der Züchtung beauftragt wurde die Großgärtnerei Horstmann & Co aus Elmshorn, die bereits ein Jahr später die neu gezüchtete Beetrose vorstellte. Die Rosentaufe wurde am 16. Juli 1972 von Rosy Rosenhorst vorgenommen - in Anwesenheit von Gerd Horstmann, Mitinhaber der gleichnamigen Großgärtnerei, der Bad Wörishofen ein großartiges Geschenk überreichte: eine Spende von 1000 Rosenstöcken in 63 Sorten.

Ein Geschenk bildete den Grundstock für den heutigen Rosengarten

Diese bildeten den Grundstock für den heutigen Rosengarten, welcher in den Folgejahren ständig erweitert wurde. Der Bereich der „Historische Rosen“ wurde im Jahre 1988 angelegt, 1991 folgte die Pflanzung der „Englischen Rosen“. Weitere Neuzüchtungen hielten Einzug, wie die Rose „Sebastian Kneipp“, gezüchtet von der Firma „W. Kordes’ Söhne“ aus Klein Offenseth-Sparrieshoop, zum 100. Todestag Kneipps 1997 und die ADR-Rose „Bad Wörishofen 2005“ zur 150-jährigen Wiederkehr des Einzugs Sebastian Kneipps in Bad Wörishofen. 2017 wurde im Rahmen des Rosenkongresses die Neuzüchtung „Allgäu-Glück“ getauft. Der Rosengarten umfasst mit den umgebenden Grünflächen aktuell 10.000 Quadratmeter. Heuer feiert die Stadt Bad Wörishofen sogar ein doppeltes Kneipp-Jubiläum.

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Der Pavillon im Rosengarten lädt zum Verweilen ein und bietet einen zauberhaften Blick in den Garten.
Der Pavillon im Rosengarten lädt zum Verweilen ein und bietet einen zauberhaften Blick in den Garten.
Bild: Kathrin Elsner

Wenn ein Rosengarten so wunderschön ist, stehen ganz besondere Menschen dahinter.

Stephan Wagner und Thomas Neher sind Gärtner aus Leidenschaft, die Liebe zur „Königin der Blumen“ ist bei den Rosen-Experten spürbar. Wie wundervoll, dass beide aussprechen, was sich wohl jeder für sich selbst wünscht: Für beide hat sich mit ihrer Arbeit ein Traum erfüllt. Wagner ist bereits seit 25 Jahren an seinem Traumarbeitsplatz tätig, Neher, für den es keinen anderen möglichen Arbeitsplatz mehr gab, als ihn die Schönheit des Rosengartens einst überwältigte, kam mit Begeisterung vor zehn Jahren ins Team.

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Edeltraud Greisl aus Waal weiß, wie es geht: So blühen Rosen richtig auf

Aktuell kümmern sich beide um rund 5500 Rosenstöcke in 520 Sorten und Arten und schätzen hierbei die selbstständige Arbeit, die Schönheit der sie umgebenden Blüten und die Freundlichkeit der Besucher, von denen beide viel Lob für die gepflegte Schönheit des Gartens erhalten.

Von links: Annegret Kleine aus Löhne (NRW) und Helga Lutz aus Pforzheim sind begeistert vom Rosengarten und seiner Vielfalt.
Von links: Annegret Kleine aus Löhne (NRW) und Helga Lutz aus Pforzheim sind begeistert vom Rosengarten und seiner Vielfalt.
Bild: Kathrin Elsner

Die Kurgäste sind begeistert vom Rosengarten. „Ein Traum“, sagt Helga Lutz aus Pforzheim, die den Rosengarten schon mehrfach in voller Blüte gesehen hat, „so etwas habe ich woanders noch nie gesehen“. Man merkt die Liebe zu den Rosen und die gute Pflege, betont sie. Auch zahlreiche Einheimische trifft man an diesem schönen Ort der Harmonie und Ruhe.

Im Rosengarten ist die Welt in Ordnung: Garten lädt zum Verweilen ein

Alle Besucher schätzen die Vielfalt, und dass man täglich etwas Neues entdecken kann. „Wenn ich im Rosengarten sein kann, ist für mich die Welt in Ordnung“ verrät eine ältere Dame. Immer wieder sieht man Menschen, die verträumt an den Rosen riechen, sich voller Freude jede Blüte und Knospe anschauen und die schönsten Motive fotografieren.

Und damit die Schönheit der Rosen erhalten bleibt, wird auch der Pflanzenschutz von den Rosengärtnern großgeschrieben. Hierbei werden die Rosen bereits im sechsten Jahr nicht mehr mit chemischen Mitteln gespritzt – zur Anwendung kommen nach der Methode von Christiane Maute, die den Leitfaden „Homöopathie für Rosen“ veröffentlicht hat, nur noch homöopathische Mittel, und das mit großem Erfolg.

Rosen-Medizin völlig ungefährlich für Tier und Pflanzen

Besonders schön daran ist, dass die angewendeten Globuli bei hoher Wirksamkeit trotzdem für Pflanzen, Menschen und Tiere völlig unschädlich sind. Diese natürliche, kostengünstige Bekämpfung von Pilzkrankheiten funktioniert hervorragend, auch die Stärkung der Pflanzen wird bei Bedarf mit homöopathischen Mitteln durchgeführt. Für etwaigen Läusebefall hilft sich die Natur im Rosengarten selbst – die vielen Singvögel fressen sie seit Jahrzehnten mit Genuss auf.

Rosen-Profis: Gärtner aus Bad Wörishofen geben Tipps

Der Sachverstand von Stephan Wagner und Thomas Neher ist kaum zu überbieten, weshalb wir sie nach Tipps für Hobby-Gärtner gefragt haben. Für Rosen-Anfänger eignen sich ihrer Meinung nach am besten widerstandsfähige, pflegeleichten Rosensorten, wie beispielsweise Kleinstrauchrosen, die auch in Kübeln auf dem Balkon gepflanzt werden können.

Von links: Stephan Wagner und Thomas Neher. Stephan Wagner ist seit 25 Jahren Gärtner im Rosengarten Bad Wörishofen – seit 10 Jahren bildet er mit Thomas Neher das unschlagbare Rosengarten-Team.
Von links: Stephan Wagner und Thomas Neher. Stephan Wagner ist seit 25 Jahren Gärtner im Rosengarten Bad Wörishofen – seit 10 Jahren bildet er mit Thomas Neher das unschlagbare Rosengarten-Team.
Bild: Kathrin Elsner

Um robuste Sorten zu erhalten, können Anfänger auf die Auszeichnung „ADR“ (Allgemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfung) achten – diese Züchtungen sind in elf Sichtungsgärten über drei Jahre hinweg ohne Pflanzenschutzmittel gesund geblieben. Die Erfahrung der Gärtner zeigt, dass Rosen am besten im Herbst gepflanzt werden. Wichtig für die Rosenpflege ist, dass im Herbst lediglich die alten Blüten entfernt werden und das Schneiden generell erst im Frühjahr durchgeführt wird – hierbei gilt die Faustregel, dass zur Forsythienblüte mit dem Schneiden angefangen werden kann. Beetrosen, Edelrosen und Kleinstrauchrosen werden relativ kurz geschnitten, drei bis fünf Augen sollten stehen bleiben.

Im Rosengarten Bad Wörishofen setzt man auf organischen Langzeitdünger, der zweimal jährlich, einmal im Frühjahr und einmal bis Ende Juni, verabreicht wird. Zusätzlich wird der Standort der Rosen durch die Gabe von Bodenaktivator vitalisiert.

Und wenns mit den eigenen Rosen doch nicht klappt, lädt der Rosengarten jederzeit zum Verweilen ein – wenn er Ende Juni in voller Blüte steht, werden auch Führungen angeboten.

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