SpVgg Kaufbeuren

Auf den neuen SVK-Vorstand kommt viel Arbeit zu

JHV SVK Parkstadion

Die Tribüne des Kaufbeurer Parkstadions hat sich inzwischen als Wahl- und Veranstaltungsort etabliert. Vergangenen Freitag fand dort die Jahresversammlung der SpVgg Kaufbeuren statt.

Bild: Mathias Wild

Die Tribüne des Kaufbeurer Parkstadions hat sich inzwischen als Wahl- und Veranstaltungsort etabliert. Vergangenen Freitag fand dort die Jahresversammlung der SpVgg Kaufbeuren statt.

Bild: Mathias Wild

Das neue Führungsteam der SpVgg Kaufbeuren steht vor großen Herausforderungen. Wer nun die Verantwortung trägt und wie sich die Mitgliederzahlen entwickeln.

28.06.2021 | Stand: 13:04 Uhr

Es war ein Schlusssatz mit Nachhall, gesprochen von Rudi Schnippe, dem Sprecher des Beirats der SpVgg Kaufbeuren. „Der Verein stellt sich neu auf. Das war dringend erforderlich“, sagte das SVK-Urgestein. In den Minuten zuvor hatten die anwesenden Mitglieder der Open-Air-Jahreshauptversammlung im Parkstadion den neuen Vorstand des Fußballvereins gewählt. Er besteht künftig aus fünf statt drei Mitgliedern.

SVK-Vorstand hat künftig fünf statt drei Mitglieder

Weiterhin dabei bleibt Thomas Neumann, neu sind Gerhard Bucher Junior, Bashkin Zeqiri, Bartosz Brzozowski und Wolfgang Siebert. Bucher, der als Sprecher des neuen Vorstands agiert, stellte unmittelbar nach der Wahl klar: „Wir wollen alle Abteilungen wieder zu einer eingeschweißten Gemeinschaft machen. Einzelne Abteilungen wirkten zuletzt wie ein Verein im Verein“, sagte er mit Blick auch auf die räumliche Trennung.

Um Missverständnissen vorzubeugen, sollen alle Abteilungsleiter fortan stärker in die Entscheidungen des Vorstands eingebunden werden. Alle Abteilungen, so Bucher jr., seien gleich wichtig. So stolz er etwa auf die drei Frauen-Teams des Vereins sei, so wichtig sei auch die Jugendabteilung.

Der neue Vorstand der SpVgg Kaufbeuren (von links): Thomas Neumann, Gerhard Bucher jr., Beg Zeqiri, Bartosz Brzozowski und Wolfgang Siebert.
Der neue Vorstand der SpVgg Kaufbeuren (von links): Thomas Neumann, Gerhard Bucher jr., Beg Zeqiri, Bartosz Brzozowski und Wolfgang Siebert.
Bild: Manuel Weis

Dort müsse nach der Corona-Pandemie wieder Begeisterung geweckt werden. Die erste Mannschaft wird in der kommenden Saison in der Bezirksliga antreten – insgesamt kommen im Herren-Bereich zwölf neue Spieler zur SVK. „Um unseren Trainer Mahmut Kabak beneiden uns viele“, sagte Bucher und kündigte gleichzeitig an, zur neuen Saison auch wieder eine zweite Mannschaft zu melden. In der Saison 2019/21 musste die SVK-Reserve noch wegen Spielermangels aufgeben.

Mitgliederschwund bei der SpVgg Kaufbeuren

Es war nicht der einzige Tiefschlag der vergangenen Monate. Landesliga-Abstieg, Mitgliederschwund, finanzielle Sorgen. Aus vormals über 500 Mitgliedern sind inzwischen um die 430 geworden, berichtete Wolfgang Ressel, der ehemalige Vorstand des Vereins.

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Ziel sollte es sein, wieder auf über 500 zu kommen. Die finanzielle Lage des Vereins hatte sich in den zurückliegenden Monaten schon erheblich gebessert. Wurde das Geschäftsjahr 2018/19, von dem auf der Versammlung ebenfalls berichtet wurde, noch mit einem Minus in Höhe von etwa 15 000 Euro abgeschlossen (was das Eigenkapital des Vereins aufbrauchte), gelang dem alten Vorstand in dem teils von Corona geprägten Geschäftsjahr 2019/20 die Konsolidierung mit einem Plus von etwas mehr als 11 000 Euro.

Kabinenbau im Haken: Forderung von 40.000 Euro

Als „wichtiges Signal“ wurde die finanzielle Lage bezeichnet. Sie stelle sich kurz vor Ende des Geschäftsjahrs 2020/21 noch etwas besser dar als gedacht. Das lag auch daran, dass eine Angelegenheit zuletzt glimpflich ausging. Ein Architekt hatte vom Verein rund 40 000 Euro gefordert.

Dieser hatte einen Vertrag geschlossen, sich um die Kabinen im Haken zu kümmern. Letztlich trat aber gar nicht mehr der Verein, sondern die Stadt als Bauherr auf. Berichtet wurde, dass es der SpVgg gelang, die Forderungen zunächst auf 10 000 Euro zu drücken und auch eine monatliche Ratenzahlung zu vereinbaren.

Letztlich kostete der Fehler den Verein nur 3000 Euro, da der Architekt nun von der Stadt als Bauherr beauftragt wurde und es Teil der Abmachung war, dass somit alle weiteren Forderungen entfallen.

Die SpVgg hat also keine Schulden. Und dennoch betonte der neue Vorstandssprecher Bucher mit Blick auf den Spielbetrieb: „Die Kosten werden unsere Einnahmen übersteigen.“ Weil an Budgets nicht weiter gespart werden könne, gelte es mehr Einnahmen zu generieren – etwa über Events bei Heimspielen.

Wie geht es mit dem Parkstadion weiter?

Geführt werden soll die SpVgg künftig wie ein Unternehmen, inklusive vierteljährlicher betriebswirtschaftlicher Auswertungen. Position bezog der neue Vorstand auch direkt zur stark diskutierten Frage nach der Zukunft des Parkstadions. Entsteht dort nun der Finanzhochschul-Campus? Inzwischen sind neue Grundstücke im Gepräch, aber die SpVgg könnte mit einem Umzug leben. „Das Parkstadion hat trotz vieler schöner Momente nicht mehr den Charme früherer Jahre“, sagte Bucher.

Ein Vereinsheim fehle, die Umkleiden sind in verbesserungswürdigem Zustand. Sollte, so Bucher, das Stadion erhalten werden, sei das in Ordnung. Sollte auf dem Gelände die Hochschule gebaut werden, würde sich die SVK nicht in den Weg stellen.

SVK sucht Jugendleiter und Geschäftsführer

Neben den scheidenden Vorstandsmitgliedern Heinz Burzer und Wolfgang Ressel war bereits bekannt, dass Jugendleiter Toni Pisanu aufhört, auch Geschäftsführer Jens-Uwe Homann macht nicht weiter. Für diese Aufgabe läuft derzeit die Nachfolger-Suche.

Beschlossen wurde von den Mitgliedern eine Erhöhung der im Jugendbereich zwei Mal pro Jahr fälligen Ausbildungsgebühr und der Umstand, dass Mitgliederversammlungen fortan – falls nötig – auch virtuell stattfinden können. (Lesen Sie auch: Das sagen Ostallgäuer Fußball-Fans zur EM)