Jubiläum

AZ-Zustellerin trägt in Lauchdorf seit 40 Jahren Zeitungen aus

Seit 40 Jahren zieht Viktoria Neumann allmorgendlich los. Wenn es noch dunkel ist und alles schläft, stellt sie in Lauchdorf die Allgäuer Zeitung zu. Knapp 100 Haushalten versorgt sie mit den neuesten Nachrichten.

Seit 40 Jahren zieht Viktoria Neumann allmorgendlich los. Wenn es noch dunkel ist und alles schläft, stellt sie in Lauchdorf die Allgäuer Zeitung zu. Knapp 100 Haushalten versorgt sie mit den neuesten Nachrichten.

Bild: Mathias Wild

Seit 40 Jahren zieht Viktoria Neumann allmorgendlich los. Wenn es noch dunkel ist und alles schläft, stellt sie in Lauchdorf die Allgäuer Zeitung zu. Knapp 100 Haushalten versorgt sie mit den neuesten Nachrichten.

Bild: Mathias Wild

Seit 40 Jahren ist Viktoria Neumann für die Allgäuer Zeitung im Einsatz. Was der Zustellerin an den morgendlichen Touren besonders gefällt.
04.02.2021 | Stand: 12:00 Uhr

Ganz früh am Morgen, wenn sonst noch alles schläft, ist sie schon mit ihrem grünen Fahrrad und den zwei Körben daran unterwegs. Seit 40 Jahren trägt Viktoria Neumann in Lauchdorf die Allgäuer Zeitung aus. „Wenn die Sonne aufgeht, der Kuckuck ruft und die Vögel zwitschern, das ist herrlich“, schwärmt die 67-Jährige. Dabei wollte sie zu Beginn gleich wieder aufhören.

AZ-Zustellerin: Im Frühling fing es an, richtig Spaß zu machen

Bereits nach vier Wochen war Neumanne auf Eis und Schnee mit dem Rad gestürzt und hatte sich einen ordentlichen Bluterguss zugezogen. „Das mache ich nicht lange, das ist kein Job für mich“, hat sie sich damals gedacht. Doch dann kamen der Frühling und der Sommer, und da fing es an, ihr Spaß zu machen. „Ich wollte es gar nicht mehr missen“, erzählt die 67-Jährige. Zudem haben die Neumanns zu dieser Zeit ein Haus gebaut und konnten das Geld gut gebrauchen.

Frühmorgens geht die Tour durch Lauchdorf los

Zwischen drei und halb vier Uhr steht sie morgens auf und macht sich kurz danach an die Arbeit. Knapp 100 Haushalte versorgt sie mit den neuesten Nachrichten. Dazu kommen noch die Briefe von Allgäu Mail. Bei gutem Wetter benötigt sie dafür eineinviertel Stunden, im Winter schon mal drei. Um die Zeit, zu der sie unterwegs ist, sei noch nirgends geräumt. Die Tätigkeit findet sie trotzdem optimal. Sie können bei der Arbeit laufen und Fahrradfahren. „Das ist mein bezahlter Frühsport“, sagt sie.

Wenn der Zustellerin Partyheimkehrer begegnen

Besonders mag die Zustellerin die Ruhe am Morgen. Menschen trifft sie so früh nur selten. Höchstens am Wochenende passiert es mal, dass der Frühaufsteherin Partyheimkehrer auf deren Weg nach Hause begegnen. Frühstück gibt es erst, nachdem sie von ihrer Runde durch das Dorf zurück ist. Dreimal ist sie dabei schon von Hunden gezwickt worden, einmal ist die Lenkstange ihres Rads während der Fahrt gebrochen und sie ist gestürzt. Mehrmals ist sie im Winter ausgerutscht und hingefallen. Daher trägt sie nun immer Spikes an den Schuhen.

Selbst auf ihr Fahrrad hat sie Winterreifen mit Spikes aufgezogen. Ihre Freundinnen vom Frauenbund haben ihr einst zu Fasching einen Schutzanzug gebastelt, mit Sprungfedern aus Matratzen. „Damit ich abgefedert bin, wenn ich wieder hinfalle.“ Auch dicke Socken haben sie ihr gestrickt und warme Handschuhe genäht. „Weil ich immer gesagt habe, mir frieren die Finger ab“, erzählt die rüstige Seniorin und muss dabei lachen.

Unterstützt wird Viktoria Neumann von ihrem Ehemann

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Die Zuverlässigkeit in Person

Sogar einen Orden haben ihr die Freundinnen verliehen. Über diese Wertschätzung freut sich Neumann. Unterstützung erhält sie auch von ihrem Mann. Erst half er aus, als sie schwanger war. Seit 25 Jahren ziehen die beiden morgens gemeinsam los. Und falls sie mal im Urlaub sind und auf Mehrtagestouren mit ihren E-Bikes die Schwäbische Alb erkunden, dann übernimmt ihr Sohn die Zeitungsrunde.

Manchmal denke sie schon ans Aufhören. „Aber wenn man dann ausschlafen kann und so lange im Bett liegt, dann tut einem nur alles weh“, befürchtet sie. Darum steht sie auch in Zukunft in aller Früh auf, um mit ihrem Fahrrad und den Nachrichten im Gepäck in den Sonnenaufgang zu radeln.