Corona-Unterricht

Wegen Corona: Kaufbeurer Sporthallen werden zu Klassenzimmern

Sport wird in der Turnhalle am Mariengymnasium derzeit nicht getrieben. Ins Schwitzen kommen hier höchstens die Schülerinnen, die dort Prüfungen schreiben müssen.

Sport wird in der Turnhalle am Mariengymnasium derzeit nicht getrieben. Ins Schwitzen kommen hier höchstens die Schülerinnen, die dort Prüfungen schreiben müssen.

Bild: Mathias Wild

Sport wird in der Turnhalle am Mariengymnasium derzeit nicht getrieben. Ins Schwitzen kommen hier höchstens die Schülerinnen, die dort Prüfungen schreiben müssen.

Bild: Mathias Wild

Sportler dürfen derzeit wegen der Pandemie nicht trainieren, die Hallen bleiben leer. Den Kaufbeurer Schulen erleichtert das die Umsetzung der Hygienekonzepte.
19.11.2020 | Stand: 08:46 Uhr

Mindestens bis zum 30. November, wahrscheinlich aber auch darüber hinaus, müssen Tore, Recks und Boxhandschuhe in den Ecken Kaufbeurer Turnhallen besserer Tage harren. Denn bis die Vereine ihre sportlichen Aktivitäten wieder aufnehmen dürfen, wird es wohl noch dauern. Für die Schulen – die die Hallen bereitstellen – hat das allerdings den Vorteil, dass sich Hygienekonzepte leichter umsetzen lassen.

Sowohl an der Oberbeurer Grundschule wie auch am Jakob-Brucker-Gymnasium werden die Turnhallen als Klassenzimmer benötigt. Grund dafür ist laut Alexander Fust von der Stadt Kaufbeuren keineswegs Raummangel an sich, sondern die Abstandsregeln, welche auch in den nun nicht mehr geteilten Klassen eingehalten werden müssen.

Hallen "beschlagnahmt"

Die Schulen hätten die Hallen wegen des Coronavirus für den Unterricht „beschlagnahmt“ wie Fust erklärt. Es habe an Klassenzimmern, in denen Schüler die Abstandsregeln einhalten konnten, gemangelt. Deshalb verwandelten sie die Turnhallen kurzerhand in Klassenzimmer. Und durch eine aufgestuhlte Halle hindurch sportelt es sich doch eher schlecht. Wenn es die Regierungsvorschriften irgendwann wieder erlauben, können die Vereine wieder die beiden Turnhallen an der Oberbeurer Grundschule nutzen, da sie wohl nicht mehr als provisorische Klassenzimmer benötigt werden. Am Jakob-Brucker-Gymnasium müsse die Lage noch sondiert werden. Vereine, die von dieser Maßnahme betroffen waren, sind laut Fust der Turnverein Oberbeuren, der Turnverein Kaufbeuren, das Taekwondo Team Buron, die Spielvereinigung Kaufbeuren, der ASV Hirschzell, der Kaufbeurer Leichtathletik-Club, Türk Dostlukspor, Kneippverein, Bewegungskurse der VHS sowie weitere kleine Vereine.

Corona-Regeln lassen Vereinssport nicht zu

Sie alle dürfen vorerst ohnehin nicht trainieren, die aktuellen Corona-Regeln in Bayern lassen Amateur- und Vereinssport derzeit nicht zu. Für die schärferen Maßnahmen hat Reinhard Willemsen, Vorsitzender des Turnvereins Kaufbeuren, durchaus Verständnis. Trotzdem findet er die Situation aus Vereinssicht schade. Schließlich sei Sport nicht nur eine Freizeitbeschäftigung, sondern trage auch zur Erhaltung der Gesundheit bei. Seit Mai durfte der Verein Hallen wieder nutzen, deren Belüftungssysteme den Hygiene-Anforderungen entsprechen. Dass die Hallen in Oberbeuren und am Jakob-Brucker-Gymnasium zeitweise nicht für den TSV zur Verfügung standen,habe laut Willemsen den Plan des Vereins verstärkt, eine eigene Halle zu bauen. Die einzige Alternative zu den Sportstätten, sollten die Vereine sie noch einmal nicht nutzen dürfen, sei das Training an der frischen Luft. Im Winter sei das im Allgäu allerdings oft schwierig bis unmöglich.

Prüfungen in der Halle

„Bei uns haben die Vereine die Turnhallen seit Beginn der Pandemie nicht mehr genutzt“, sagt Christine Frank, Schulleiterin des Kaufbeurer Marien-Gymnasiums. An ihrer Schule trainieren sonst Volleyballer, Fußballer und der TSV Oberbeuren. Die Anweisung sei vom Schulträger gekommen, da es logistisch unmöglich gewesen wäre, nach jedem Vereinstraining extra eine Putzkraft zum Desinfizieren abzustellen. Zudem seien die Hallen Ausweichräume für Schulaufgaben.

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