Fußball SVO Germaringen

Der Schuh des Betreuers - Ritual einer Meistermannschaft

Endlich: Zwei Mal lagen die Trikots schon im Kofferraum, beim dritten Mal durften sie ausgepackt werden. Der SVO Germaringen holt im Spiel in Memmingerberg den entscheidenden Punkt und feiert danach.

Endlich: Zwei Mal lagen die Trikots schon im Kofferraum, beim dritten Mal durften sie ausgepackt werden. Der SVO Germaringen holt im Spiel in Memmingerberg den entscheidenden Punkt und feiert danach.

Bild: Thomas Schreiber

Endlich: Zwei Mal lagen die Trikots schon im Kofferraum, beim dritten Mal durften sie ausgepackt werden. Der SVO Germaringen holt im Spiel in Memmingerberg den entscheidenden Punkt und feiert danach.

Bild: Thomas Schreiber

Am vorletzten Spieltag nutzt Germaringen seinen dritten Matchball. Nach einem Punktgewinn und der Niederlage des einzigen Verfolgers, ist der SVO Meister und steigt auf.
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Von Thomas Schreiber
18.05.2022 | Stand: 17:30 Uhr

Mit ihrem Hit „Wenn nicht jetzt, wann dann“, begleiteten die Höhner die deutsche Handballnationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2007 im eigenen Land zum Titelgewinn. Wenn nicht jetzt, wann dann, war auch das Motto beim SVO Germaringen vor dieser Kreisliga-Saison. Am vorletzten Spieltag reichte dem SVO dann ein torloses Unentschieden beim SV Memmingerberg für die vorzeitige Meisterschaft und dem Aufstieg in die Bezirksliga.

Quälendes Warten

Allerdings musste man dazu ein großes Dankeschön an den TSV Kirchheim schicken, der dem Verfolger aus Lautrach-Illerbeuren unerwartet die Punkte abgenommen hatten. „Wir wollten das Spiel natürlich unbedingt gewinnen, um selbst für klare Verhältnisse zu sorgen, denn die Relegation hatte ich nie im Kopf“, sagt Trainer Franz Zimmermann. Für die Mannschaft und die zahlreichen mitgereisten Fans aus Germaringen begann deshalb nach Spielende ein quälendes Warten, ehe allesamt gegen 17.45 Uhr Gewissheit über den Ausgang der Partie in Kirchheim hatten.

Endlich geht der Kofferraum auf

Erst dann wagte es auch der Sportliche Leiter Oliver Baumann, aus dem Kofferraum die Meisterschafts-T-Shirts zu holen. „Jetzt wird es höchste Zeit, ich fahre die schon seit drei Wochen im Auto spazieren“, sagte Baumann mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Dass man die vorzeitige Meisterschaft erst im dritten Anlauf perfekt machen konnte, war für den Germaringer Trainer reine Kopfsache. „Ich bin der Meinung, wir haben über die gesamte Saison gesehen den schönsten Fußball gespielt und sind dafür auch verdient aufgestiegen. Doch der letzte Schritt ist oftmals der schwierigste, das gibt es in allen Ligen“, sagte ein erleichterter Trainer. Spätestens ab dem Spiel in Kammlach, als der SVO den ersten Matchball hatte, spürte man allseits die gestiegene Spannung. Überall im Dorf, vom Sportplatz angefangen, über den Lebensmittel-Markt bis hin zum Wertstoffhof war der mögliche Aufstieg das zentrale Gesprächsthema in Germaringen.

Der Druck steigerte sich

„Wenn du den Druck spürst, ein Tor erzielen zu müssen, dann geht oft die Leichtigkeit im Spiel nach vorne verloren“, erklärt Simon Hagg, der mit elf Toren bester Torschütze in dieser Saison war. Nach sieben Jahren in der Kreisliga ist dem Verein nun die langersehnte Rückkehr in die Bezirksliga gelungen. „Wir wurden von Beginn an von vielen Vereinen in der Favoritenrolle gesehen, und die Mannschaft hat vom ersten Training in der Vorbereitung sehr fokussiert darauf hingearbeitet. Leider haben wir nach der Winterpause durch ein paar Corona-Ausfälle, sowie einen Platzverweis zu Beginn etwas Stabilität in der Mannschaft verloren. Doch die Truppe hat über die gesamte Spielzeit große Disziplin und einen tollen Charakter gezeigt“, lobt Franz Zimmermann seinen kompletten Kader.

Diverse Ernten nach dem Spiel

Nach alter SVO-Tradition musste der Coach dann bei der spontanen Aufstiegsparty zusammen mit den Fans den mit Bier gefüllten Schuh des Betreuers austrinken. Für Oliver Baumann ist der Aufstieg auch ein Ergebnis einer guten Vereinsarbeit. „Wir haben in den vergangenen Jahren viele positive Dinge auf den Weg gebracht, die wir nun auch ernten durften. Neben einer tollen Mannschaftsleistung möchte ich auch den vielen Helfern im Hintergrund danken, die auch ihren Beitrag dazu geleistet haben“, sagt der Ressortleiter Sport – auch schon mit Vorfreude auf die bevorstehende Saison in der Bezirksliga Süd.