Luftsportverein Kaufbeuren

Die Perle der Buronen - LSVK holt seinen Geburgstag nach

Über den Wolken nicht – aber über Kaufbeuren kreisen die Segelflieger des LSVK.

Über den Wolken nicht – aber über Kaufbeuren kreisen die Segelflieger des LSVK.

Bild: Markus Frobenius (Archivbild)

Über den Wolken nicht – aber über Kaufbeuren kreisen die Segelflieger des LSVK.

Bild: Markus Frobenius (Archivbild)

Der Luftsportverein Kaufbeuren feiert seinen 70. Geburtstag nach. Schriftführer Edmund Weiß berichtet über die Vereinsgeschichte und warum man Mitglied sein sollte.
08.07.2022 | Stand: 05:00 Uhr

Kaufbeuren Am 13. September 1950 wurde der Luftsportverein Kaufbeuren (LSVK) gegründet. Das sollte eigentlich gefeiert werden, musste jedoch coronabedingt abgesagt werden. Nun will der LSVK am Samstagabend mit Gästen in den Räumen des Luftsportvereins im Fliegerhorst Kaufbeuren und einem Rundflug die Feier nachholen. Über die wechselvollen vergangenen 72 Jahre sprachen wir mit Schriftführer Edmund Weiß.

Gab es bei der Gründung 1950 Probleme: ziviler Flugverkehr auf einem Militärflugplatz?

  • Edmund Weiß: Die ersten Flüge fanden in Ketterschwang, nördlich von Neugablonz oder im heutigen Haken statt. Mit dem damaligen amerikanischen Flugplatzkommandeur wurde die Nutzung des Flugplatzes am Wochenende und an Feiertagen verhandelt. Damit wurden die Startbedingungen für den Verein deutlich verbessert. Heute fliegen wir in enger und guter Abstimmung mit der Bundeswehr und profitieren von der Infrastruktur. Eine geräumte Start- und Landefläche im Winter hat nicht jeder Verein.

Wie war das damals: Musste jedes Mitglied ein Flugzeug besitzen?

  • Weiß: Damals wie heute ist es nicht notwendig, dass Mitglieder ein eigenes Flugzeug besitzen. Der Verein stellt seinen Mitgliedern Motor- und Segelflugzeuge zur Verfügung. Flugsport, insbesondere der Segelflug, ist ein Teamsport, der ab 14 Jahren möglich ist.
    Eine frühere M13 E des LSVK bei der Jahresnachprüfung.
    Eine frühere M13 E des LSVK bei der Jahresnachprüfung.
    Bild: LSVK (Archivbild)

Und wie ist es heute: Reicht ein Modellflugzeug oder was muss ein Interessierter als Eintrittskarte besitzen oder wollen?

  • Weiß: Als Eintrittskarte genügt die Lust auf das Fliegen, eine normale körperliche Verfassung und das Wollen; die Ausbildung zum Segel-, Motor- oder Ultraleicht-Flugzeugführer zu absolvieren.

Der LSVK ist nun fast 72 Jahre alt. Wie hat sich der Verein in der Zeit gewandelt?

  • Weiß: Seit der Gründung musste der Flugsportverein einige Male umziehen, bis er an dem heutigen Standort auf dem Fliegerhorst sein zuhause fand. Anfangs nach 1950 wurde nur Segelflug betrieben. Später kam dann Motorflug und Fallschirmspringen hinzu. 1980 fand die Fusion der Bundeswehrsportfluggruppe der TSLw1 mit dem LSVK statt. Heute sind die Fallschirmspringer abgewandert, sodass wir nur noch Segelflug und Motorflug betreiben.

Der Fliegerhorst hat ja eine wechselvolle Geschichte. Das betrifft doch dann auch immer den LSVK?

  • Weiß: Natürlich gehen militärische und hoheitliche Arbeiten auf dem Gelände des Fliegerhorstes vor. Es gab und gibt Themen, die uns direkt betreffen. Jedoch finden wir hier, dank der guten Zusammenarbeit mit der Bundeswehr, gute Lösungen.
    Die Flugleitung des Großflugtages 1970, den der LSVK veranstaltet hatte.
    Die Flugleitung des Großflugtages 1970, den der LSVK veranstaltet hatte.
    Bild: LSVK (Archivbild)

Dennoch stellt sich die Frage: Ist die Zukunft des LSVK gesichert?

  • Weiß: Der LSVK ist immer dann direkt betroffen, wenn die Schließung des Standortes droht. Solange die Ausbildung am Eurofighter in Kaufbeuren stattfindet, ist unser Flugbetrieb gesichert.

Zumal viele Mitglieder ja Soldaten sind...

  • Weiß: Die Mitglieder waren schon immer ein Spiegelbild der Gesellschaft. Der früher recht hohe Anteil an Soldaten ist derzeit etwas rückläufig, jedoch erfreuen sich auch aktive Soldaten, die zu Lehrgängen Kaufbeuren besuchen, an einer Zeitmitgliedschaft und fliegen auf unseren Flugzeugen.

Und wie viele feste Mitglieder hat der LSVK heute und in welchen Sparten?

  • Weiß: Der Verein hat 158 Mitglieder von 14 bis 82 Jahre, davon 67 aktive Piloten, von denen elf Jugendliche sind. Sparten gibt es bei uns nicht: Wir sind ein Verein und teilen eine Leidenschaft – und die ist das Fliegen. Ob mit Motor oder ohne, das ist egal, Hauptsache fliegen. Wir freuen uns immer über Zuwachs.
    In Tirol  wurde aus einem Schwemmland, einer Buschwildnis am Ufer des schäumenden Lech's, ein Segelflugplatz eingerichtet, den die Kaufbeurer Segelflieger 1956 erprobten.
    In Tirol  wurde aus einem Schwemmland, einer Buschwildnis am Ufer des schäumenden Lech's, ein Segelflugplatz eingerichtet, den die Kaufbeurer Segelflieger 1956 erprobten.
    Bild: LSVK (Archivbild)

Welche Projekte stehen künftig beim LSVK an?

  • Weiß: Nachdem wir gerade einen modernen und leisen Motorsegler für den Verein gekauft haben, möchten wir in nächster Zukunft unseren Hochleistungsdoppelsitzer im Segelflug durch einen moderneren ersetzen. Dieser wird dann zusätzlich mit einem Elektroantrieb ausgestattet sein. Auch hier wollen wir mit der Zeit gehen und die Vorteile der neuen klimaneutralen Technologien nutzen.

Und: Warum sollte jeder Kaufbeurer Mitglied beim LSVK sein?

  • Weiß: Als Burone gibt es nichts Schöneres als die Perle im Schwabenland von oben zu betrachten. Diesen Anblick sollte jeder Kaufbeurer gesehen haben. Die Landschaft, das Stadtbild mit dem Fünfknopfturm vor dem alpinen Bergland ist einfach atemberaubend schön. Zusammen die Freiheit über der Stadt genießen: Herrlich!
Edmund Weiß ist beim LSVK Schriftführer, besitzt einen Pilotenschein und fliegt leidenschaftlich gern.