Kaufbeuren

Ein prominenter Pate für Ella

Zweiter Bürgermeister Oliver Schill überreicht Familie Bräutigam die Urkunde des Bundespräsidenten. Auf dem Foto (hinten von links) Papa Thomas, Mia, Lola, Mama Sabine mit Ella. Vorne von links Sina, Niclas, Samuel und Ida.

Zweiter Bürgermeister Oliver Schill überreicht Familie Bräutigam die Urkunde des Bundespräsidenten. Auf dem Foto (hinten von links) Papa Thomas, Mia, Lola, Mama Sabine mit Ella. Vorne von links Sina, Niclas, Samuel und Ida.

Bild: Harald Langer

Zweiter Bürgermeister Oliver Schill überreicht Familie Bräutigam die Urkunde des Bundespräsidenten. Auf dem Foto (hinten von links) Papa Thomas, Mia, Lola, Mama Sabine mit Ella. Vorne von links Sina, Niclas, Samuel und Ida.

Bild: Harald Langer

Frank-Walter Steinmeier übernimmt symbolisches Amt für das siebte Kind der Kaufbeurer Familie Bräutigam. Wie sich der Alltag mit neun Personen regeln lässt.
10.08.2020 | Stand: 12:26 Uhr

Die Hauptperson, die knapp vier Monate alte Ella, schert sich wenig um den Trubel. Sie genießt es vielmehr, von ihren großen Schwestern Mia und Lola bespaßt und herum getragen zu werden. Dabei ist der jüngste Spross von Familie Bräutigam der Grund für die Ehrung im historischen Sitzungssaal im Kaufbeurer Rathaus. Denn die kleine Ella ist das siebte Kind von Thomas und Sabine Bräutigam – und da übernimmt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Ehrenpatenschaft. Eigentlich, so sagt Mama Sabine, wäre Ella bereits das achte Kind. 2004 brachte sie bereits eine Tochter zur Welt, die jedoch noch im selben Jahr verstarb. „Für die Kinder ist das wichtig, sie sagen immer, wir sind eigentlich acht“, sagt sie.

Für die Kinder gibt es Geschenke

Für Zweiten Bürgermeister Oliver Schill ist die Übernahme der Patenschaft durch den Bundespräsidenten, den er den Kindern als „Chef von Deutschland“ vorstellt, ein Symbol für die Wichtigkeit von Familie. Dass die hierzulande einen besonderen Stellenwert hat, stehe bereits im Grundgesetz, sagt Schill. Und in einer Familie, das betont er, sind die Kinder besonders wichtig. Deswegen dürfen sich Mia (15), Lola (12), Sina (10), Niclas (8), Silas (5) und Ida (2) zunächst über eine kleine Geschenktüte freuen und sich zudem noch Süßigkeiten oder Spielzeuge aussuchen, bevor Schill der Familie die Urkunde überreicht. Zudem gibt es vom Bundespräsidenten 500 Euro als Geschenk, die Stadt Kaufbeuren legt noch einmal 250 Euro drauf. Da kämen die Sommerferien doch gerade recht, meint Schill lachend.

Doch wie gelingt das Zusammenleben von neun Personen unter einem Dach? „Da ist das Miteinander gefragt“, sagt Papa Thomas. Und Mama Sabine ergänzt: „Jeder übernimmt einen Dienst. Lola zum Beispiel ist für die Wäsche zuständig und räumt die auch in die Schränke ein.“ Doch die Geschwister helfen sich auch gegenseitig, sind aufmerksam und übernehmen auch mal einen Dienst des anderen, etwa beim Tischdecken. „Sie unterstützen uns wirklich gut“, lobt Thomas Bräutigam.

Die älteste Tochter muss auf ihre Geschwister aufpassen

Als Älteste muss Mia regelmäßig auf ihre jüngeren Geschwister aufpassen, sagt sie. Doch Zeit für Hobbys bleibt ihr trotzdem noch genug. „Ich bin viel mit meinen Freunden unterwegs, spiele Cello und gehe Reiten“, erzählt die 15-Jährige. Die Musik und die Liebe zu Pferden verbindet die drei großen Schwestern. Lola und Sina spielen Geige und nehmen auch Reitunterricht. Die Termine unter einen Hut zu bekommen, sei nicht immer leicht, sagen die Eltern.

Leicht sei es als Großfamilie mit sieben Kindern auch nicht immer, erklärt Papa Thomas. Viele verbinden damit direkt etwas negatives, Nachbarn beschweren sich über ein Baumhaus im Garten oder bezweifeln, dass der neu errichtete Zaun auch kindersicher ist. Bürgermeister Schill bezeichnet das als „kein gutes Signal“. Zum Schluss meldet sich auch Ehrengast Ella noch einmal hörbar. Für den Bürgermeister das Zeichen, den offiziellen Teil zu beenden und den Kindern noch das Büro des Oberbürgermeisters zu zeigen.