AZ würdigt Engagement mit der "Silberdistel"

Fazenda: Auf diesem Hof bei Kaufbeuren finden Süchtige eine zweite Chance

AZ-Redaktionsleiter Uli Hagemeier überreichte Urkunde und die Silberdistel an Luiz Braz, den Leiter des „Hof der Hoffnung“ in Irsee.

AZ-Redaktionsleiter Uli Hagemeier überreichte Urkunde und die Silberdistel an Luiz Braz, den Leiter des „Hof der Hoffnung“ in Irsee.

Bild: Mathias Wild

AZ-Redaktionsleiter Uli Hagemeier überreichte Urkunde und die Silberdistel an Luiz Braz, den Leiter des „Hof der Hoffnung“ in Irsee.

Bild: Mathias Wild

Luiz Braz erhält die Silberdistel der AZ. Auf seiner "Fazenda" in Bickenried hilft er Drogenabhängigen, in ein neues Leben ohne Rauschgift zu starten.
10.06.2021 | Stand: 14:04 Uhr

Große Freude bei Luiz Braz und den Bewohnern der „Fazenda da Esperança“ („Hof der Hoffnung“) in Irsee: Der 35-jährige Brasilianer erhielt für sein Engagement bei der Betreuung von Süchtigen die Silberdistel unserer Zeitung.

AZ zeichnet besonders engagierte Menschen aus

Damit ehrt unsere Redaktion seit vielen Jahren Menschen aus der Region für ihr besonderes bürgerschaftliches Engagement. AZ-Redaktionsleiter Uli Hagemeier überreichte dem Leiter von Gut Bickenried, auf dem 20 Süchtige oder ehemalige Süchtige eine vorübergehende Bleibe finden, die Urkunde und eine kunstvoll in Silber gearbeitete Distelblüte.

„Ich bin beeindruckt von der Einrichtung und von dem was Sie hier leisten. Sie geben Menschen in Not viel Kraft für ein neues Leben. Ich wünsche mir, dass die Silberdistel ihnen und ihrem Team viel Kraft gibt, die erfolgreiche Arbeit fortzusetzen“, sagte Hagemeier. Braz nahm die Auszeichnung sichtlich gerührt entgegen und widmete sie „allen Jungs, die sich für den oftmals nicht leichten Weg entschieden haben, in unserer Gemeinschaft ein besserer Mensch zu werden.“

Seit sieben Jahren leitet Braz für die international tätige christliche Suchthilfe „Fazenda da Esperança“ die Einrichtung in einer ehemaligen Klosteranlage.

Kein Handy, kein Internet, keine Zigaretten

Wer seine Therapie auf dem Hof beginnt, muss sein Leben neu ordnen: ohne Handy, Internet, Zigaretten und andere Suchtmittel. Dafür gibt es: Gebet, Natur, Gemeinschaft, feste Aufgaben. Sei es im Stall oder im Gemüsegarten, beim Kochen, in der Herberge mit 21 Gäste-Schlafplätzen oder im ab sofort wieder sonntags geöffneten Besuchercafé. Braz lebt als Gottgeweihter, also als Mensch, der wie ein Mönch lebt. Enthaltsam, ohne Einkommen, fernab seiner Familie. „Mein Leben ist die Gemeinschaft. Für mich gibt es nichts Schöneres, als meinen Jungs zu helfen, ein Leben ohne Drogen oder Spielsucht zu führen“, sagt er.

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