Gemeindepartnerschaft

Friesenried begrüßt seit 40 Jahren Freunde aus England

Mit Pferd und Wagen fuhren englische und deutsche Fußballer 1981 von Blöcktach zum Freundschaftsspiel nach Friesenried.

Mit Pferd und Wagen fuhren englische und deutsche Fußballer 1981 von Blöcktach zum Freundschaftsspiel nach Friesenried.

Bild: Prinz

Mit Pferd und Wagen fuhren englische und deutsche Fußballer 1981 von Blöcktach zum Freundschaftsspiel nach Friesenried.

Bild: Prinz

An Ostern 1981 bekam Friesenried erstmals Besuch aus der englischen Stadt North Walsham. Zum kleinen Jubiläum gibt es ein besonderes Zeichen der Verbundenheit.
05.04.2021 | Stand: 16:15 Uhr

Was sie an den ersten Tagen im Ostallgäu erwarten würde, das war weder den Gästen aus England noch ihren Friesenrieder Gastgebern klar. An Ostern 1981 kam zum ersten Mal ein Bus mit Besuchern aus North Walsham nach Friesenried.

35 Familien nahmen die unbekannten 52 Gäste aus der Stadt an der englischen Ostküste auf. Die anfängliche Scheu legten beide Seiten schnell ab.

Noch heute berichten damalige Gastgeber begeistert von den „netten Abenden“ mit den Engländern. Das ganze Dorf trug zur guten Stimmung bei: Die Schützen organisierten ein Adlerschießen, die Musikkapellen spielten zum Tanz und bei einem Standkonzert. In der Pfarrkirche St. Josef gab es einen zweisprachigen Gottesdienst.

Fußballer aus Deutschland und England treffen in Freundschaftsspiel aufeinander

Der TSV Friesenried organisierte ein Fußballspiel, das die Mannschaft aus North Walsham mit 2:1 gewann. Besonders in Erinnerung blieb vielen Beteiligten der Tanzabend im Gasthaus Traube. In der Chronik des Partnerschaftsvereins heißt es dazu: „Die englischen Gäste waren vor allem von der bayerischen Schunkelmusik begeistert. Sie verlangten immer wieder danach und schunkelten eifrig mit.“

Obwohl vor 40 Jahren die meisten Friesenrieder noch kein Englisch sprachen, konnte man damals in der Allgäuer Zeitung lesen: „Sprachschwierigkeiten gab es während des ganzen Aufenthaltes der Gäste kaum. Der vorsorglich organisierte Sprachendienst wurde überhaupt nicht in Anspruch genommen.“

Viele Unterstützer aus beiden Gemeinden

Auf den Weg gebracht wurde der erste Besuch im Jahr 1981 von Ron Nash, dem Verwaltungsleiter aus North Walsham und von Dieter Wehnert, dem damaligen Konrektor der Volksschule Friesenried. Beide konnten in ihren Gemeinden viele Unterstützer aktivieren.

Nash schrieb nach der Heimkehr vom Besuch im Ostallgäu: „Die Berichte unserer Mitglieder an den Stadtrat waren sehr begeisternd. Die Teilnehmer erzählten von der großen Freundlichkeit, mit der sie in Friesenried empfangen wurden.“ Deshalb wurde mit einer ordentlichen Euphorie gleich für Pfingsten im selben Jahr der Gegenbesuch in England organisiert.

Am 20. April 1991 besiegelten die Bürgermeister Wolfgang Gerum (rechts) und Neill Woodruff die Gemeindepartnerschaft.
Am 20. April 1991 besiegelten die Bürgermeister Wolfgang Gerum (rechts) und Neill Woodruff die Gemeindepartnerschaft.
Bild: Ullinger

Zehn Jahre später, im Jahr 1991, machten die Gemeinden ihre Partnerschaft offiziell und feierten dies mit Delegationen im jeweils anderen Ort im Abstand von vier Wochen. Im Jubiläumsjahr fehlen nun die ersehnten Festlichkeiten. Wie schon 2020 fällt die Begegnung der Friesenrieder mit ihren englischen Freunden aus. Eine zweijährige Unterbrechung der Besuche gab es in den letzten 40 Jahren noch nie.

Corona verhindert Treffen der Partnergemeinden

Steve Wolstenholme, Vorsitzender der „Friends of Friesenried“ in North Walsham, begründete die Absage Mitte Februar: „Viele aus unserem Verein trauen sich zur Zeit nicht einmal, in England zu reisen.“ Bis dato gab es 40 offizielle Besuche mit je 25 bis 70 Teilnehmern, neben kleinen Delegationen zu besonderen Anlässen. Mehr als 100 Friesenrieder Familien, unterstützt von 20 Familien in den Nachbargemeinden, haben in den vergangenen vier Jahrzehnten Gäste aufgenommen.

Als Geste der Verbundenheit schickten die Friesenrieder Ringelblumen-Samen an die Freunde in North Walsham. „Das Blühen der Calendula soll die Menschen dort an ihre Freunde und die schönen Erlebnisse in Friesenried erinnern“, erklärt die Vorsitzende, Josefine Mader-Schedel. Eine der Reaktionen aus England: „So ist ein bisschen Friesenried in unserem Garten, für immer und ewig.“