AZ-Balkon- und Gartenserie, Teil III

Heißes Wasser, Essig oder einfach essen: Das kann man gegen Unkraut tun

Brennnessel - für die einen lästiges Unkraut für andere nützlich. Eine Gärtnerin erklärt, wie man die Pflanze verwerten kann.

Brennnessel - für die einen lästiges Unkraut für andere nützlich. Eine Gärtnerin erklärt, wie man die Pflanze verwerten kann.

Bild: Mascha Brichta, dpa

Brennnessel - für die einen lästiges Unkraut für andere nützlich. Eine Gärtnerin erklärt, wie man die Pflanze verwerten kann.

Bild: Mascha Brichta, dpa

Es ist Frühling, alles blüht. Leider auch das Unkraut, das viele gar nicht im Garten haben wollen. Eine leidenschaftliche Gärtnerin erklärt, was hilft.
28.04.2021 | Stand: 15:25 Uhr

Ab in den Garten oder auf den Balkon! Jeden Tag bis zum ersten Maiwochenende lassen wir in unserer Mini-Serie auf allgaeuer-zeitung.de Fachleute zu Wort kommen, die wertvolle Balkon- und Gartentipps geben. Heute: Giersch, Löwenzahn und Brennnessel - Unkraut, das viele nicht im Garten haben wollen. Doch die Bekämpfung der Pflanzen kann lästig sein, denn oft halten sie sich hartnäckig in Ritzen und Pflasterfugen. Wir haben beim Gartenbauverein Gutenberg (Ostallgäu) nachgefragt und folgende Tipps bekommen:

Tipps gegen Unkraut

  • Der Zeitpunkt muss stimmen: Unkraut sollte man bestenfalls dann rupfen, wenn es weder zu nass noch zu trocken ist - denn sonst krallen sich die Wurzeln der Pflanzen zu stark im Boden fest.
  • Unkrautvernichter hilft - ist aber nicht gut für die Umwelt, so die klare Empfehlung des Gartenbauvereins. Es gibt aber eine umweltfreundliche und billige Alternative: kochendes Wasser. Einfach über das Unkraut gießen und schon ist es deutlich leichter, die kleinen Pflanzen auszureißen. Das hilft vor allem auf Kiesflächen.
  • Sie sehen etwas bedrohlich aus und können wirklich lästig sein: Disteln. Doch auch hier hat der Gartenbauverein Gutenberg einen Tipp parat. Mit Essig kann man die Pflanzen leichter entfernen.
  • Wenn man Unkraut von vornherein vermeiden will, kann man Mulchmaterial ausbringen, empfiehlt der Gartenbauverein. Dazu eignet sich etwa Grasschnitt oder Silo. Aber: Man sollte darauf achten, dass im Grasschnitt kein Löwenzahn ist.
  • Vorsicht bei der Entsorgung! Oft werfen Menschen das Unkraut auf den Kompost. Ein Fehler - denn wenn im Unkraut bereits Blüten und Samenstände sind, blüht es im Garten einfach weiter. Besser ist es in dem Fall, die Pflanzen entweder zum Wertstoffhof zu bringen - wenn man dort Pflanzen abgeben kann - oder sie in die braune Tonne zu werfen.

Dabei ist der Begriff gar nicht zwingend zutreffend, betont Heide Opperskalski vom Gartenbauverein Gutenberg: "Es sind eigentlich Beikräuter." Deswegen lässt sie die Pflanzen auch oft stehen - oder nutzt sie. "Aus Löwenzahn mache ich beispielsweise Salat." (Was Sie beachten müssen, wenn Sie Pflanzen auf dem Balkon großziehen wollen, erfahren Sie hier.)

Salat und Schädlingsbekämpfung aus Unkraut

Allerdings nur aus den Blättern - die Blüten schneide sie ab, denn: "Wir haben ohnehin zu viel Löwenzahn hier." Auch Brennnessel könne man gut verwerten: "Der Sud hilft zum Beispiel gegen Läuse." Natürliche Schädlingsbekämpfung - denn Gift solle man im eigenen Garten nicht ausbringen, findet Opperskalski.

Denn: Man könne viele Pflanzen, die als Unkraut gelten, essen. Aber nur, wenn diese frei von Gift- und Schadstoffen sind: "Ich esse beispielsweise auch nur die Pflanzen, die nicht zu nah an der Straße stehen," betont Opperskalski. Und: "Bevor man irgendetwas aus dem Garten ist, erst einmal googeln, ob die Pflanze vielleicht ungenießbar oder giftig ist."

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