Kunst im Krankenhaus

Herzensprojekt für die Kaufbeurer Kardiologie-Abteilung: "Kunst ist auch Therapie"

Kunstwerke mit Herz hat Karl-Heinz Holtzmeyer (Mitte) für die Kardiologie-Abteilung am Kaufbeurer Klinikum geschaffen. Von der kreativen Umsetzung des Themas angetan sind auch Ute Sperling, Vorstandsvorsitzende der Klinken Ostallgäu-Kaufbeuren (links), und Dr. Marcus Koller, Chefarzt der Kardiologie und Ärztlicher Direktor (rechts).

Kunstwerke mit Herz hat Karl-Heinz Holtzmeyer (Mitte) für die Kardiologie-Abteilung am Kaufbeurer Klinikum geschaffen. Von der kreativen Umsetzung des Themas angetan sind auch Ute Sperling, Vorstandsvorsitzende der Klinken Ostallgäu-Kaufbeuren (links), und Dr. Marcus Koller, Chefarzt der Kardiologie und Ärztlicher Direktor (rechts).

Bild: Gabriele Apfelbacher

Kunstwerke mit Herz hat Karl-Heinz Holtzmeyer (Mitte) für die Kardiologie-Abteilung am Kaufbeurer Klinikum geschaffen. Von der kreativen Umsetzung des Themas angetan sind auch Ute Sperling, Vorstandsvorsitzende der Klinken Ostallgäu-Kaufbeuren (links), und Dr. Marcus Koller, Chefarzt der Kardiologie und Ärztlicher Direktor (rechts).

Bild: Gabriele Apfelbacher

Der Künstler Karl-Heinz Holtzmeyer schafft elf Bilder und eine Plastik für die Kardiologie-Abteilung. Welche Rolle Chefarzt Dr. Marcus Koller dabei spielte.
Kunstwerke mit Herz hat Karl-Heinz Holtzmeyer (Mitte) für die Kardiologie-Abteilung am Kaufbeurer Klinikum geschaffen. Von der kreativen Umsetzung des Themas angetan sind auch Ute Sperling, Vorstandsvorsitzende der Klinken Ostallgäu-Kaufbeuren (links), und Dr. Marcus Koller, Chefarzt der Kardiologie und Ärztlicher Direktor (rechts).
Von Redaktion Kaufbeuren
30.01.2021 | Stand: 11:30 Uhr

Die Ergebnisse eines Herzensprojektes im wahrsten Sinne des Wortes zieren nun die Kardiologie-Abteilung am Kaufbeurer Klinikum. Deren Chefarzt Dr. Marcus Koller und der Künstler Karl-Heinz Holtzmeyer entwickelten gemeinsam eine Idee für die künstlerische Gestaltung der Räume. Entstanden sind daraus elf Gemälde und eine Stahlplastik, die nun am Bestimmungsort angebracht wurden.

"Einfach schön"

Der 74-jährige Künstler aus Germaringen, im weiten Umkreis vor allem für seine Skulpturen bekannt, ist seit vielen Jahren selbst Patient in der Kardiologie, und so kam der Kontakt mit Koller zustande. „Irgendwann haben wir einfach mal über Kunst gesprochen. Er erzählte mir, dass die Kardiologie im Klinikum umgezogen ist und mir kam sofort der künstlerische Gedanke dazu“, berichtet Holtzmeyer. Gemeinsam hatten sie den Einfall, als Blickfang eine Stahlplastik zu schaffen. „Damit man auch weiß, wo es zur Kardiologie geht“, sagt der Künstler. Aus eigener Erfahrung wisse er, dass ein Krankenhaus oft etwas unübersichtlich sein kann. Außerdem sei es als Patient „einfach schön“, wenn Bilder oder andere Kunstwerke Räume auflockern. Denn: „Kunst ist auch Therapie.“

Kunst mit medizinischer Inspiration

Nach ersten Gesprächen sei Holtzmeyer sehr enthusiastisch an das Projekt herangegangen, erinnert sich Koller: „Er hat sich von mir mehrere anatomische Fachbücher mit verschiedenen Darstellungen über das Herz ausgeliehen.“ Doch der medizinische Blick auf das Organ sollte nur Inspiration für eine künstlerisch freie Umsetzung des Themas werden.

Immer freier geworden

„Die Herausforderung für mich als Laie war zu Beginn, dass ich mich erst mal in die Sache reinarbeiten musste. Ich arbeite in der Regel ja mit vielen verschiedenen Materialien und wusste anfangs nicht, was ich hier anbieten oder umsetzen kann. Ich habe gemerkt, dass man da jahrelang daran arbeiten könnte.“ Schließlich sei sein Umgang mit dem Thema Herz immer freier geworden, sagt Holtzmeyer. Er kam von der reinen Anatomie weg, hatte die Idee, den Stil anderer Künstler, die für ihre enge Verbindung mit der Wissenschaft oder ihre organischen Formen bekannt sind, zu adaptieren: beispielsweise Leonardo da Vinci oder Friedensreich Hundertwasser. „Genau das ist der Reiz und macht es besonders spannend: Dass sich so ein Projekt im Laufe der Zeit immer weiter entwickelt und man nicht weiß, wohin es geht“, berichtet der Künstler.

Ein Jahr von der Konzeption bis zur Installation

Fast ein Jahr dauerte es von den ersten Konzepten bis zur Installation der Kunstwerke im Klinikum. Zu den Ergebnissen, die diese „wirklich sehr schöne und künstlerische Reise“ hervorgebracht hat, habe es bisher „extrem viele und positive Rückmeldungen, sowohl von Patienten als auch von Mitarbeitern“ gegeben, sagt Koller. Man sehe den Kunstwerken an, „mit welcher Begeisterung und Power“ Holtzmeyer das Projekt umgesetzt hat.

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Auch Ute Sperling, Vorstandsvorsitzende der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren, freut sich über die besonderen Schmuckstücke im Kaufbeurer Haus: „Wir finden es großartig, dass der Künstler und genesene Patient die Abteilung Kardiologie so stark unterstützt.“

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