Kaufbeuren/Ravensburg

„Ich traue Kaufbeuren den Titel zu“

Eishockey Ex-Joker Daniel Pfaffengut, amtierender DEL 2-Meister, schätzt die Lage vor dem Saisonstart ein
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Von Manuel Weis
11.09.2019 | Stand: 15:37 Uhr

Mit 67 Spielen war Daniel Pfaffengut in der Saison 2018/19 einer der Dauerbrenner im Trikot der Ravensburg Towerstars. Mit 14 Toren und 20 Vorlagen trug er einen maßgeblichen Teil zur Meisterschaft der Oberschwaben bei. Für ihn lohnte sich das doppelt: Er hielt nicht nur den Pokal in den Händen, sondern unterschrieb im Sommer auch einen Vertrag in der DEL. In der Vorsaison absolvierte er schon zwei Partien bei den Schwenninger Wild Wings, nun gehört er fest zum Team. Via Förderlizenz sind aber auch weiter Einsätze in der DEL 2 bei Ravensburg möglich. Für dieAllgäuer Zeitunghat der gebürtige Kaufbeurer und Ex-Joker (bis 2016) die spannendsten Fragen vor dem DEL 2-Ligastart beantwortet.

Wie entwickelt sich die DEL 2 generell?„Durch die vielen DEL-Spieler, die zu dieser Saison in die DEL 2 gewechselt sind, wird das Niveau nochmal angehoben“, sagte der 23 Jahr alte Mittelstürmer. Er sieht eine positive Entwicklung der zweithöchsten Klasse. Sie sei auch für junge Talente attraktiv. „Dadurch müssen sich junge Spieler gegen noch bessere Spieler durchsetzen. Gleichzeitig können sie von solchen Spielern lernen.“

Wer ist Favorit auf den Meistertitel?Die Towerstars aus Ravensburg sieht Pfaffengut wieder weit oben. „Das Ziel als Meister ist natürlich, den Titel zu verteidigen. Ob es gelingt, ist schwer zu sagen“, sagt der Stürmer mit Blick auf den Umbruch im Kader. Elf Spieler haben die Oberschwaben im Sommer verlassen. „Es sind echt viele neue Spieler, diese müssen erst einmal zusammenfinden und sich einspielen. Auf dem Papier hat Ravensburg eine ganz starke Mannschaft“, sagt Pfaffengut. Am Ende aber, findet Pfaffengut, dürfte Ravensburg mit jeder Spitzenposition zufrieden sein. Ebenfalls sehr weit oben angesiedelt ist laut Pfaffengut der finanzstarke Klub aus Frankfurt. Die Löwen erwartet der 23-Jährige auf den Plätzen eins bis drei und auch Kassel sagt er eine ruhigere Saison als zuletzt voraus. Die Schlittenhunde tippt er auf eine Position zwischen Rang vier und acht.

Welche Mannschaft hat das Zeug zum Überraschungsteam?Eine „gute Saison“ prognostiziert Pfaffengut dem Liga-Neuling EV Landshut. Ihnen drückt er auch die Daumen, weil Phillip Messing, Trauzeuge des 23-Jährigen, dort neu unter Vertrag steht. Außerdem: „Sie haben zwei starke Ausländer vom Meister verpflichtet“, sagt er mit Blick auf die Personalien Robbie Czarnik und Mathieu Pompei. Dem EVL traut er eine Teilnahme an den Pre-Play-offs zu.

Wo landet der ESVK?„Mit ein wenig Glück – auch was Verletzungen angeht – ist sogar mehr drin als das Halbfinale. Ich würde Kaufbeuren eine Meisterschaft zutrauen“, sagt Pfaffengut, der seinem Bruder Denis, Verteidiger bei den Jokern, diesen Erfolg wünschen würde. „Es ist unglaublich, wie es der ESVK geschafft hat, sich zu einem Top-Klub in der DEL 2 zu entwickeln.“

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Bei wem geht das Abstiegsgespenst um?Pfaffengut: „Es ist jedes Jahr schwer, hier eine Prognose abzugeben, da die Liga Jahr für Jahr ausgeglichen ist und jeder jeden besiegen kann“, sagt er. Namen für sichere Play-Down-Anwärter will er also nicht nennen.

Das Projekt Bad Tölz: Diesmal Play-offs, 2026 DEL-Meister?Das Ziel Play-offs im kommenden Frühjahr hält Pfaffengut bei den „Buam“ für realistisch. „Bei allen anderen Plänen wünsche ich Bad Tölz viel Glück“, kommentiert er.