Neue Kita-Plätze in Kaufbeuren?

Immer mehr Kinder: Kindergartenplätze in Kaufbeuren sind heiß begehrt

Die Stadt Kaufbeuren ringt derzeit um jeden Kindergartenplatz.

Die Stadt Kaufbeuren ringt derzeit um jeden Kindergartenplatz.

Bild: Matthias Becker

Die Stadt Kaufbeuren ringt derzeit um jeden Kindergartenplatz.

Bild: Matthias Becker

In Kaufbeuren tut sich eine Bedarfslücke von mehr als 500 Kindergartenplätzen auf. Wie die Stadt darauf reagieren möchte.
19.12.2020 | Stand: 07:00 Uhr

Der massive Bedarf an Betreuungsplätzen für Kinder beschäftigt die Stadt weiter. Weichen für das weitere Vorgehen stellte der Bauausschuss bei seiner jüngsten Sitzung. Das Gremium empfahl dem Stadtrat, bei den städtischen Einrichtungen vorerst den Bau einer Kindertagesstätte am Freibad in Neugablonz und den Ankauf von Krippencontainern zur Aufstellung in der Turnerstraße in den Fokus zu stellen.

Bedarfslücke von mehr als 500 Plätzen

Die Prognose der Verwaltung weist bis 2025 einen Gesamtbedarf von 603 Plätzen für unter Dreijährige (Krippe) und 1753 Plätzen für drei- bis sechsjährige Kinder (Kindergarten) aus. Derzeit gibt es in Kaufbeuren 339 Betreuungsplätze für Krippenkinder und 1509 Plätze für Kindergartenkinder, die sich auf Einrichtungen der Stadt und der Kirchen sowie freier Träger verteilen. Die Stadt geht von einer Bedarfslücke von 517 Betreuungsplätzen in den nächsten Jahren aus.

Wie dynamisch sich neben der Betreuungsnachfrage auch das Angebot an Plätzen in den nächsten Jahren entwickelt, zeigte die Aufstellung der Verwaltung. Es gebe sieben Einrichtungen in der Planungsphase: beispielsweise 65 Plätze im Kolpinghaus bis 2023 und 40 am Espachstift bis 2024. In Neugablonz sind bis zu 450 Plätze möglich, die sich auf die provisorische Krippe in der Turnerstraße, die Kindertagesstätte Guter Hirte, das Kinderhaus Falkenstraße, den Waldkindergarten Mosaik beim Freibad und das Kinderhaus in der Grünwalder Straße verteilen.

Etliche Kita-Plätze in Kaufbeuren fallen auch weg

Auf der anderen Seite stünden Einrichtungen wie das Kita-Ausweichquartier in der Heinzelmannstraße (Postgebäude), im Gemeindezentrum am Matthias-Lauber-Haus und der bestehende Bau Grünwalder Straße bald nicht mehr zur Verfügung, so Baureferent Helge Carl. Weitere Plätze könnten perspektivisch mit dem Erweiterungsbau des städtischen Kindergartens St. Peter und Paul, dem Kinderhaus Markgrafenstraße (beides im Haken) und der Umnutzung des Pfarrhofes in Oberbeuren geschaffen werden. Auch das Gebäude der ehemaligen Landwirtschaftsschule will man im Auge behalten.

Wie wichtig ist die Größe der Einrichtung?

Helmut Folter (CSU) wies auf einen „Generationenwechsel“ in Kaufbeuren-Nord und weiteren Bedarf dort hin. Auch im Bereich der Fliegerhorstsiedlung oder in Oberbeuren sei dies angesichts der Bautätigkeit absehbar, meinte Catrin Riedl (SPD). Artur Müller (Grüne) bat, neben der Bautätigkeit auch pädagogische Aspekte und kleinere Einheiten im Blick zu behalten. Für Alfred Riermeier, Leiter des Jugend und Familienreferats, ist jedoch das pädagogische Personal, nicht die Größe der Einrichtung entscheidend.