Ostallgäu

Immer wieder Rehe gerissen: Jäger warnt Hundehalter

Roe deer in grass, Capreolus capreolus. Wild roe deer in nature.
Europäisches Reh

Das Wild bei Dösingen lebt momentan gefährlich - ein Hund hat bereits drei Tiere getötet.

Bild: Lubos Chlubny/Adobe Stock

Das Wild bei Dösingen lebt momentan gefährlich - ein Hund hat bereits drei Tiere getötet.

Bild: Lubos Chlubny/Adobe Stock

Innerhalb eines Jahres findet ein Jäger bei Dösingen drei tote Rehe. Welche Regeln für Waldspaziergänge mit Hund gelten.

06.06.2020 | Stand: 07:28 Uhr

Eine tote Ricke und ihr verendetes Kitz hat Jäger Gerhart Zankl am 21. Mai in einem Waldstück zwischen Dösingen und Mauerstetten gefunden. Teile des hinteren Kadavers der Ricke waren angefressen. Schon im August war in dem Gebiet ein Rehbock gerissen worden. „Ich weiß, dass es ein Hund war, weil der von hinten beißt. Ein Wolf beißt die Luftröhre durch“, erklärt Zankl.

Laut Jagdbehörde beißen Hunde, weil es ihnen an Übung mangelt, bei großen Beutetieren wahllos in alle Körperteile. Zudem entstehen durch Schütteln stark blutende Rissverletzungen. Das Tier stirbt dann selten an einer gezielten Verletzung, sondern oftmals einen Schocktod oder aufgrund der Erschöpfung nach der Hetzjagd. Was außerdem für den Hunderiss spricht: Der Kadaver wurde laut Zankl weder von Füchsen noch Dachsen, die sonst die „Gesundheitspolizei“ des Waldes sind, angerührt. Die blieben nur fern, wenn sie riechen, dass das Tier von einem ihrer Feinde – in diesem Fall einem Hund – gerissen wurde.

Worauf Hundebesitzer achten müssen

Nach dem Bayerischen Jagdgesetz ist es laut Jagdbehörde verboten, Hunde in einem Jagdrevier unbeaufsichtigt frei laufen zu lassen. Wenn der Hundebesitzer seiner Aufsichtspflicht nicht nachkommt, dürfen Jäger – als letztes Mittel – wildernde Hunde töten. Dafür reicht es, wenn sie dem Wild nachstellen. „Das macht nur keiner“, meint Zankl. Die Angst, vor Gericht zu landen, sei zu groß.

„Das Problem ist nicht der Hund, das Problem geht am anderen Ende der Leine“, meint Zankl. Solches Verhalten könne man nur mit Geldstrafen oder indem man den Hund wegnimmt stoppen. Der Jäger hat nun im Dösinger Gemeinderat eine Leinenpflicht – entgegen der bisherigen Aufsichtspflicht – für den Wald und 100 Meter drumherum beantragt.

Immer wieder Vorfälle mit Hunden im Allgäu

In den vergangenen Wochen waren im Allgäu immer wieder Menschen von Hunden gebissen worden, Rehe verendeten nach einer Hetzjagd. In Füssen griff ein Polizeibeamter sogar zur Waffe und tötete einen freilaufenden Hund, der ihn angefallen hatte. Lesen Sie dazu auch: