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In Bulgarien geht es für Niklas Stechele erneut um Olympia

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In der bulgarischen Hauptstadt Sofia geht es für Niklas Stechele um ein Ticket für die Olympischen Sommerspiele in Tokio.

Bild: Ringsport-Magazin

In der bulgarischen Hauptstadt Sofia geht es für Niklas Stechele um ein Ticket für die Olympischen Sommerspiele in Tokio.

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Der Westendorfer Ringer kämpft in Sofia um ein Ticket zu den Olympischen Spielen in Tokio. Aber die Konkurrenz ist noch härter als beim ersten Quali-Turnier.
04.05.2021 | Stand: 16:30 Uhr

Sieben Wochen nach der ersten Olympia-Qualifikation in Budapest steht der Westendorfer Niklas Stechele vor der nächsten Bewährungsprobe. Der 21-jährige Kaderathlet des Deutschen Ringer-Bundes (DRB) bekommt erneut von Bundestrainer Jürgen Scheibe die Chance, sich bei der Welt-Olympia-Qualifikation in Sofia zu beweisen. Der Deutsche Meister von 2019 geht am Donnerstag im Limit bis 57 Kilo auf die Matte.

Niklas Stechele und die Chance auf die Olympischen Spiele in Tokio

Weit über 400 Ringerinnen und Ringer aus über 100 Nationen kämpfen in der bulgarischen Hauptstadt in 18 Gewichtsklassen um insgesamt 36 Tickets für die Olympischen Spiele in Tokio.

Für DRB-Sportdirektor Jannis Zamanduridis geht Niklas Stechele dabei als Außenseiter ins Rennen. „Ich habe ihn mehrfach bei Lehrgängen und Wettkämpfen beobachtet. Niki müssen wir systematisch weiterentwickeln, auch in Richtung Olympia 2024 in Paris.“

Qualifikationsturnier in der bulgarischen Hauptstadt

In Sofia könne Stechele aber auf jeden Fall weitere Wettkampferfahrung sammeln. Schon beim ersten Quali-Turnier in Budapest Mitte März hinterließ der Ostallgäuer, der in Heidelberg studiert und am dortigen Olympiastützpunkt trainiert, einen guten Eindruck. Seinen einzigen Kampf verlor der Ostallgäuer im Limit bis 57 Kilo gegen den Aserbaidschaner Islam Bazarganov mit 0:5-Wertungspunkten.

Allerdings ist das Teilnehmerfeld in der bulgarischen Hauptstadt jetzt nicht nur stärker, sondern auch größer. 27 Athleten aus aller Welt kämpfen um zwei Tickets. Besonders die asiatischen Länder rücken dabei in den Fokus.

Starke Konkurrenten aus Japan und Kuba

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Niklas Stechele glaubt weiter an seine Olympia-Chance

„Viele Europäer kenne ich schon. Dennoch mache ich mir überhaupt keinen Kopf, wer alles dabei sein wird“, sagt Stechele, der beim Studieren des Teilnehmerfelds auf bekannte internationale Größen wie Kodai Ogaiwa (Japan), Bekhabayar Erdenebet (Mongolei) oder Reineri Ortega (Kuba) gestoßen ist. „Ich freue mich darauf, dass ich mich mit den Besten in dieser Klasse zu messen darf. Es macht keinen Unterschied, auf wen man trifft. Um das Ticket zu lösen, musst du das Finale erreichen.“

Nervosität bei den Ringern

War der Westendorfer bei der ersten Olympia-Quali in Ungarn noch extrem nervös, ist er überzeugt, diesmal sein Nervenkostüm in Zaum zu halten. „Wenn er das in den Griff bekommt, ist das schon eine hohe Hürde“, sagt Marcel Fornoff, hauptamtlicher Freistil-Landestrainer des Bayerischen Ringer-Verbandes.

Die Anspannung sei bei so einem großen Event anders als beispielsweise bei einem Kadetten- oder Juniorenturnier. „Niki ist gut vorbereitet. Seine Verletzung am Knie sollte ihn nicht mehr stören. Dass er ringen kann, hat er international ein ums andere Mal immer wieder bewiesen“, traut Fornoff seinem Schützling eine vordere Platzierung allemal zu. (Lesen Sie auch: Maximilian Goßner koordiniert die südbayerischen Stützpunkte)

In Westendorf fiebert die Familie mit

Auch im Ringerdorf Westendorf werden sie gespannt in die rund 1400 Kilometer entfernte bulgarische Hauptstadt blicken. Via Livestream können sämtliche Kämpfe verfolgt werden. In der gesamten Historie des Vereins hat es bisher eben nur Niklas Stechele geschafft, an einer Olympia-Qualifikation teilzunehmen.

„Es ist doch für uns das Höchste, wenn einer von uns diese große Chance hat“, freut sich Männer-Freistil-Cheftrainer Matthias Einsle für das Eigengewächs und Aushängeschild. Dass die Trauben für Stechele sehr hoch hängen, sei auch ihm bewusst. „Im Freistil ist es noch schwerer die Qualifikation zu holen als im griechisch-römischen Stil. Trotzdem hat er ein Ziel, dass er nie aus den Augen verlieren wird.“