Jugend forscht

Kaufbeurer Jungforscherin holt zwei Sonderpreise im Landeswettbewerb

Zwar nicht den ersten Platz, aber zwei Sonderpreise hat Yuhan Ye beim „Jugend forscht“-Landeswettbewerb geholt.

Zwar nicht den ersten Platz, aber zwei Sonderpreise hat Yuhan Ye beim „Jugend forscht“-Landeswettbewerb geholt.

Bild: Marien-Gymnasium

Zwar nicht den ersten Platz, aber zwei Sonderpreise hat Yuhan Ye beim „Jugend forscht“-Landeswettbewerb geholt.

Bild: Marien-Gymnasium

Haltbar und nachhaltig: Einen extrem strapazierfähigen Bio-Kleber hat die Schülerin des Marien-Gymnasiums aus Baumharz entwickelt.

31.03.2021 | Stand: 07:00 Uhr

Mit ihrem ersten Platz beim Regionalwettbewerb hatte Yuhan Ye aus der 10. Klasse des Marien-Gymnasiums das Ticket für den Landeswettbewerb von „Jugend forscht“ gelöst, der in diesem vom 24. bis 26. März ausgetragen wurde. Alle Regionalsieger aus Bayern trafen dort aufeinander, die Erstplatzierten der jeweiligen Fachbereiche dürfen dann am Bundesentscheid teilnehmen.

Ausgezeichnet mit zwei Sonderpreisen

Dazu hat es für Yuhan im Fachbereich Chemie zwar nicht gereicht – trotzdem wurde ihre spannende Arbeit über die Klebeeigenschaften von Baumharz gewürdingt und mit zwei Sonderpreisen ausgezeichnet.

Kann man aus dem Harz, das nach Verletzungen aus Nadelbäumen austritt, einen alltagstauglichen Klebstoff herstellen und damit vielleicht die handelsüblichen Kunststoffkleber ersetzen? Das war die Frage, die sich Yuhan Ye gestellt hat, als sie mit ihren Forschungsarbeiten begann.

Wie lässt sich Harz verarbeiten?

Zunächst musste sie das klebrige Harz in eine Form bringen, die man gut verarbeiten kann, um dann die Kräfte zu messen, denen eine solche Verklebung standhält. Harz ist praktisch nicht wasserlöslich – daher haftet er so hartnäckig an Händen und Textilien. Mit einem organischen Lösungsmittel und nach dem Filtrieren und Eindampfen wird aus dem Harz aber eine verstreichbare, elastische Masse.

Erstaunliche Kräfte

Die Klebekräfte, die Yuhan gemessen hatte, sind denen eines Kunststoffklebers ebenbürtig, nur braucht der Harzkleber etwas länger, um auszuhärten und die volle Klebeleistung zu erreichen. Verschiedene Baumarten, Fichte, Lärche, oder Kiefer, unterscheiden sich auch in der Klebekraft ihrer Harze. Auch dies testete Yuhan mit ihrer Messvorrichtung und empfiehlt: „Lärchenharz klebt am stärksten, aber hier bei uns ist Fichtenharz am einfachsten zu gewinnen, weil die Fichte der häufigste der drei genannten Nadelbäume ist“.

Wegen Corona: Virtueller Wettbewerb

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Nach dem Regionalwettbewerb musste auch der Landesentscheid Bayern coronabedingt virtuell stattfinden. Damit entfielen die bei den Teilnehmern beliebten Live-Aktivitäten wie Betriebsbesichtigungen, Vorträge oder Workshops. Auch die Präsentation und die Bewertung der Projekte war nur online möglich.

Empfehlung: "Weitermachen!"

Die klare Empfehlung der Juroren für Yuhan aber war: „Weitermachen! Es gibt noch viel zu forschen auf dem Gebiet der Harzkleber und die ersten Ergebnisse des Projekts sind hochinteressant.“ Jedenfalls hat Yuhan beschlossen, der Jungend-forscht-Gruppe des Marien-Gymnasiums auch weiterhin treu zu bleiben – sei es, um ihr Harzprojekt weiterzuentwickeln, oder ein neues Projekt zu beginnen, mit dem sie dann wieder um Regional- und Landessieg kämpft.