Bundeswehr

Luftwaffe will Ausbildung am Eurofighter in Kaufbeuren halten

Bundeswehr Technisches Ausbildungszentrum der Luftwaffe Süd Fliegerhorst Ausbildung am Eurofighter

Die Ausbildung von Technikern am Eurofighter hat auf dem Kaufbeurer Fliegerhorst Tradition.

Bild: Mathias Wild

Die Ausbildung von Technikern am Eurofighter hat auf dem Kaufbeurer Fliegerhorst Tradition.

Bild: Mathias Wild

Bleibt die Eurofighter-Ausbildung in Kaufbeuren? Einiges spricht laut Bundestagsabgeordnetem Stephan Stracke dafür. Doch wer ist das Zünglein an der Waage?

26.05.2020 | Stand: 15:14 Uhr

Die Führung der Luftwaffe macht sich dafür stark, die Eurofighter-Ausbildung in Kaufbeuren zu halten. Das geht aus einer Mitteilung des Allgäuer Bundestagsabgeordneten Stephan Stracke (CSU) hervor. Für ihn stellt diese Positionierung einen wichtigen Baustein dar, um die geplante Verlagerung zu verhindern. Nach seinen Angaben will das Bundesverteidigungsministerium noch in diesem Quartal entscheiden.

Das Pendel schwingt hin und her

Seit der Entscheidung der ehemaligen Bundesverteidigungsministerin Dr. Ursula von der Leyen, den Bundeswehrstandort Kaufbeuren doch dauerhaft zu erhalten, gibt es Bestrebungen in der heimischen Politik, auch die technische Ausbildung am Eurofighter und die luftfahrttechnische Grundlagenausbildung am Standort Kaufbeuren zu halten. Seit die Luftwaffenführung Ende des Jahres 2018 plant, die Ausbildung am Eurofighter von Kaufbeuren an einen fliegenden Eurofighter-Verband zu verlegen, versucht Stracke nach eigenen Angaben bei vielen Gesprächen, Kaufbeuren wieder ins Spiel zu bringen. In der Abwägung schwingt das Pendel zwischen den Standorten Kaufbeuren und Nörvenich in Nordrhein-Westfalen mit seinem Eurofighter-Geschwader hin uns her.

Klare Signale

Nun hat Stracke eigenen Angaben zufolge klare Signale des Inspekteurs der Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz, empfangen. Dieser habe ihm mitgeteilt, dass die Luftwaffenführung sich für den Erhalt der Eurofighter-Ausbildung in Kaufbeuren ausgesprochen und dies dem Bundesverteidigungsministerium für seine Entscheidung empfohlen habe. Damit, so Stracke, revidiere die Luftwaffenführung ihre Verlagerungsentscheidung von Ende 2018. Grund hierfür seien die komplett geänderten Rahmenbedingungen für den Standort Kaufbeuren. Bekanntlich erhält der Standort mit der Sanität und den Feldjägern nun dauerhaft neben der Luftwaffe zwei weitere Nutzer.

Die Qualität des Standorts

„Damit ist der Inspekteur im Ergebnis meiner Argumentation gefolgt und teilt meine Einschätzung zur Qualität des Standorts“, sagt Stracke. Maßgebend sei sicher gewesen, dass mit dem grundsätzlichen Beschluss zum Erhalt des Fliegerhorstes und der Stationierung von Sanität und Feldjägern die Standortkosten für die Luftwaffe bei deutlich weniger ins Gewicht fallen. „Die Qualität der Ausbildung in Kaufbeuren ist ja unbestritten“, sagt Stracke.

Verfahren bald abgeschlossen

Nun muss das Bundesverteidigungsministerium entscheiden, ob es der Empfehlung des Inspekteurs folgt. Dies wird laut Stracke derzeit durch die zuständige Fachabteilung geprüft. Er rechnet damit, dass die Prüfung demnächst abgeschlossen und das Ergebnis dem Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium zur Entscheidung vorgelegt wird. Hoofe hatte sich bei einem Besuch Anfang Februar selbst ein Bild vom Fliegerhorst gemacht.

Allerdings scheint mit der neuen Entwicklung der Standort Nörvenich nicht vom Tisch zu sein. Nach wie vor gebe es durchaus Argumente für Nordrhein-Westfalen, räumt auch Stracke ein: „Am Ende ist es eine politische Entscheidung."

Erst vor kurzem ist ein neuer Eurofighter für die technische Ausbildung in Kaufbeuren in Lechfeld gelandet. Dieser wird in den kommenden Wochen über den Straßenweg nach Kaufbeuren transportiert.