Bezirksliga SVK

OB drückt den falschen Daumen - im Kaufbeurer Derby

Gegentribüne mit Zaungästen. Zu den zahlenden Besuchern auf der Gegentribüne gesellten sich noch viele, die darüber standen.

Gegentribüne mit Zaungästen. Zu den zahlenden Besuchern auf der Gegentribüne gesellten sich noch viele, die darüber standen.

Bild: Fotos: Mathias Wild

Gegentribüne mit Zaungästen. Zu den zahlenden Besuchern auf der Gegentribüne gesellten sich noch viele, die darüber standen.

Bild: Fotos: Mathias Wild

Viele Zuschauer und ein paar Haudegen sehen im Parkstadion einen wiedererstarkten BSK Neugablonz. Doch die SpVgg Kaufbeuren gewinnt das Derby am Ende deutlich.
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Von Hubert Ressel und Stefan Günter
28.03.2022 | Stand: 18:30 Uhr

Es passte für die SpVgg Kaufbeuren an diesem Stadtderby alles zusammen. Über 500 Zuschauer, tolles Frühlingswetter und ein 3:0-Sieg (1:0) über den BSK Olympia Neugablonz.

Zehn Minuten für eine Schlange

Lange Schlangen an der Kasse, das gab es schon lange nicht mehr. Die SVK war jedoch vorbereitet, Sportchef Thomas Neumann und Geschäftsführer Wolfgang Ressel hatten im Vorfeld gute Arbeit geleistet. Da jedoch kurz vor Anpfiff immer noch großer Andrang an der Kasse war, pfiff nach kurzer Absprache mit beiden Mannschaften Schiedsrichterin Pauline Koch das Spiel zehn Minuten später an. Die SVK ging früh durch Bora Imamogullari in Führung, doch die Neugablonzer hatten genügend Chancen zum Ausgleich, wenn nicht sogar zur Führung. Aber SVK-Torwart Fabio Zeche war nicht zu überwinden.

Gegentribüne mit Zaungästen. Zu den zahlenden Besuchern auf der Gegentribüne gesellten sich noch viele, die darüber standen.
Gegentribüne mit Zaungästen. Zu den zahlenden Besuchern auf der Gegentribüne gesellten sich noch viele, die darüber standen.
Bild: Mathias Wild

Propheten und Zauderer

In der Halbzeit analysierte die SVK-Prominenz die Partie: Richard Kratzer (Spieler beim Derby 1981): „Bisher ist es eine glückliche Führung für uns, und der BSK geht leichtfertig mit seinen Chancen um. Wir machen jedoch in der zweiten Halbzeit den Sack zu.“ Dr. Reinhard Fritsch (Ex-Vorstand): „Mich freut, dass das Stadtderby mal wieder stattfindet. Der BSK hatte seine Möglichkeiten, ich drücke jedoch meinen Kaufbeurern die Daumen.“ Gerhard Bucher (Ex-Präsident): „Bisher ist das Spiel offen und spannend. Ich hoffe auf einen Sieg meiner SVK.“ Oberbürgermeister Stefan Bosse: „Als OB der Stadt drücke ich natürlich beiden Mannschaften die Daumen. Die Führung für die SVK ist etwas glücklich. Mein Wunsch ist, dass dem BSK noch ein Remis gelingt.“

Roter Knackpunkt

Doch in der 54 Minute kassierte Michael Henne eine Rote Karte, womit die Gäste überhaupt nicht einverstanden waren. „In meinen Augen hätte man auch Gelb-Rot geben können.“ Nun wird der 28-Jährige mindestens für die nächsten beiden Spiele gegen den TSV Mindelheim (H) und FC Thalhofen (A) fehlen. Für Pauline Koch gab es jedoch nur eine Farbe, nämlich Rot für das unnötige Foul an der Mittellinie. Die Kaufbeurer nutzten dann ihre Überlegenheit gnadenlos aus, Robin Conrad traf zweimal nach Vorarbeit von Imamogullari und Papoy Camara zum 2:0 und 3:0. Die Freude im SVK-Lager war riesengroß.

Respekt der Rivalen

Trotz der Rivalität war der Respekt der Spieler untereinander spürbar. Nach der Partie wurde viel diskutiert. Das Derby hat das versprochen, was man sich gewünscht hat. Man hat viele ehemalige Spieler wieder getroffen, es hat einfach alles gepasst.

So ist eben Fußball

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Die Enttäuschung war den Neugablonzern nach dem Schlusspfiff ins Gesicht geschrieben. Über weite Strecken der Partie war der BSK spielerisch besser, doch es reichte nicht für die Revanche gegen die SVK. „Wer die Chancen nicht macht, bekommt die Dinger halt selbst rein“, sagte Benjamin Maier treffend. Der Offensivspieler hatte einige Hundertprozentige liegenlassen, fand in SVK-Schlussmann Zeche stets seinen Meister. „Wir haben als Mannschaft aber gut zusammengespielt und blicken trotzdem nach dieser Leistung optimistisch auf die kommenden Spiele. Da brauchen wir uns vor keiner Mannschaft verstecken.“ Aber Neugablonz haderte allgemein mit seiner Chancenverwertung.

Das Runde will nicht ins Eckige

Trotz des frühen Rückstands waren es die Schmuckstädter, die besonders im ersten Durchgang Kaufbeuren den Stempel aufdrückten. „Sicherlich hätten wir zur Pause schon alles klarmachen können, selbst eine Vorentscheidung wäre möglich gewesen. Wenn du mit 2:1 oder 3:1 in die Halbzeit gehst, wird das ein ganz anderes Spiel. Aber so ist eben Fußball“, bilanzierte BSK-Kapitän Mathias Franke die 90 Minuten im Parkstadion. Lobenswert ist für Franke, dass das Team zu keinem Zeitpunkt aufgehört hat, Fußball zu spielen. Aber: „Wir hätten wohl noch Stunden spielen können, um ein Tor zu schießen“, meinte BSK-Chef Georg Steiner.

Hurra, der BSK ist wieder da

Doch darüber hinaus lobte auch er das Team: „Ich bin mir sicher, ein Tor beim Stande von 0:1 und 0:2 hätte uns einen Auftrieb gegeben. Einen Vorwurf mache ich den Jungs überhaupt nicht. Wir waren klar die bessere Mannschaft.“ In die gleiche Kerbe schlägt auch Coach Dragan Lazic, der seinen Jungs einen starken Auftritt attestierte. „Es war das beste Spiel, welches wir seit Langem absolviert haben. Ich bin richtig stolz auf die Jungs.“ Nicht wiederzuerkennen ist der BSK seit dem Start in die Frühjahrsrunde der Fußball-Bezirksliga-Süd. Trotz der zahlreichen Abgänge ist die Mannschaft wiedererstarkt. „Wir müssen noch an einigen Stellschrauben drehen. Wir werden auf jeden Fall die wichtigen Punkte für den Klassenerhalt holen“, ist Kapitän Franke überzeugt.