Tipps vom Vogelschutzbund

Ostallgäuer Experte warnt: "Vogelhäuschen können auch zur tödlichen Falle werden"

Futterflaschen sind hygienischer als Vogelhäuschen.

Der LBV im Ostallgäu betont: Futterflaschen sind hygienischer als Vogelhäuschen.

Bild: Peter Griegel

Der LBV im Ostallgäu betont: Futterflaschen sind hygienischer als Vogelhäuschen.

Bild: Peter Griegel

Eine Fütterung mihilfe von Vogelhäuschen ist für viele Vögel im Winter lebensnotwendig. Aber sie muss richtig gemacht werden, betont der Ostallgäuer LBV.
12.12.2021 | Stand: 17:15 Uhr

Oft sind Vogelhäuschen schön anzusehen und zieren aufwendig gestaltet manchen Garten, hygienisch aber sind sie nicht. Peter Griegel vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) geht sogar soweit, sie in manchen Fällen tödlich zu nennen. So wichtig die Fütterung von Vögeln besonders in der kalten Jahreszeit ist, im Vogelhäuschen sollte sie nicht stattfinden oder nur dann, wenn dieses penibel sauber gehalten wird. Dabei sollten allerdings keine chemischen Putzmittel, sondern nur Essig verwendet und das Häuschen nach der Reinigung eine Weile versperrt werden.

Der LBV-Mann aus Füssen warnt davor, wie schnell Salmonellen und andere Keime entstehen

Griegel erklärt auch, warum Vogelhäuschen so gefährlich für die Gesundheit der Vögel sind: „Viele haben sicher schon beobachten können, wie eine dicke Amsel diese Futterstelle regelrecht besetzt und sich auch in das Futter entleert. Hat es dann womöglich noch etwas höhere Temperaturen, kann man sich leicht ausrechnen, dass sich ganz schnell Salmonellen oder andere Krankheitskeime bilden“, sagt der LBV-Mann aus Füssen.

Als Alternative ist ein Einsatz im Vogelhäuschen denkbar, durch den das Futter zwar herausrieseln, sich aber kein Vogel in die Körner setzen kann. Griegel plädiert für die Verwendung von sogenannten Futterflaschen oder ähnlichem. Diese Futterstellen können leicht selbst hergestellt werden.

Wie man selbst eine Futterflasche für im Allgäu heimische Vögel herstellt

Man benötigt dafür nur eine leere Plastikflasche und am besten Plastikröhren, durch die die Vögel ihre Köpfe stecken können. In die Flaschen kommen Löcher, in denen die Röhren befestigt werden. Fertig. Eine weitere Möglichkeit wäre ein Futterbrett. Dieses ist laut Griegel erforderlich, wenn zum Beispiel Buchfinken vor Ort sind. Sie und einige andere Vogelarten meiden andersartige Futterstellen. Alle Futterplätze sollten für Katzen unzugänglich sein. (Lesen Sie auch: Streit um Jagd im Allgäu: Gämsen dürfen nur in Baden-Württemberg geschossen werden)

Wenn es um die Befüllung geht, sagt Griegel: „Die meisten Vögel sind Körnerfresser.“ Entsprechendes Futter gibt es im Fachhandel. Der Experte warnt aber vor Billigfutter, da in diesem immer wieder für Mensch und Tier schädliche Ambrosiasamen enthalten seien.

Ein Rotkehlchen sitzt auf einem Ast. Wegen des Klimawandels überwintern die Vögel zusehends in der Region.
Ein Rotkehlchen sitzt auf einem Ast. Wegen des Klimawandels überwintern die Vögel zusehends in der Region.
Bild: Gunther Zieger

Der Ostallgäuer LBV-Mann warnt: "Brot quillt im Magen von Wasservögeln auf!"

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Zu beachten sei außerdem, dass wegen des Klimawandels zunehmend insektenfressende Vogelarten in der Region überwintern, zum Beispiel das Rotkehlchen. Wer solche Arten an seiner Futterstelle bemerkt, kann auch für sie geeignete Nahrung im Fachhandel bekommen.

Tabu bei der Vogelfütterung seien Essensreste. „Ganz schlimm ist es, Wasservögeln Brot zu geben“, sagt Griegel. Vögel, explizit die, die im Wasser leben, sollten nicht mit salzhaltigem Futter versorgt werden. Im Brot ist Salz enthalten. Es schimmelt zudem leicht und „ganz schlimm“, sagt Griegel, „es quillt im Magen der Tiere auf“.

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