Fußball SpVgg Kaufbeuren

Ruhezeit nach der Zwangspause - Furkan Kircicek beim Chemnitzer FC

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Alte Zeiten: Früher spielte der gebürtige Füssener Furkan Kircicek noch bei der SpVgg Kaufbeuren in der Landesliga. Inzwischen ist er Profi beim Chemnitzer FC.

Bild: Harald Langer

Alte Zeiten: Früher spielte der gebürtige Füssener Furkan Kircicek noch bei der SpVgg Kaufbeuren in der Landesliga. Inzwischen ist er Profi beim Chemnitzer FC.

Bild: Harald Langer

Erst setzte ihn eine Verletzung außer Gefecht, nun fallen die Spiele von Furkan Kirciceks neuem Klub Chemnitzer FC wegen Corona aus. Doch der ehemalige Kaufbeurer sieht auch Positives.
11.09.2021 | Stand: 05:00 Uhr

Bis zum siebten Spieltag musste der Allgäuer Fußball-Profi Furkan Kircicek auf sein Pflichtspieldebüt für seinen neuen Klub, den Chemnitzer FC (CFC), warten. „Im vorletzten Test habe ich mir Innen-, Außen- und Syndesmoseband angerissen – ärgerlich“, sagt der ehemalige Spieler der SpVgg Kaufbeuren. Kaum kehrte der Offensivmann, der in Füssen geboren wurde, nach langem Ausfall zurück in den Kader des Nordost-Regionalligisten, steht nun die nächste Zwangspause an: Wegen einiger Corona-Fälle bei den Sachsen sind die kommenden Partien abgesagt. Doch der 24-Jährige kann der Situation auch Gutes abgewinnen.

Ein großes Lazarett

Denn der CFC ist durchwachsen in die neue Spielzeit gestartet: Das Team wurde durch eine Verletzungsmisere ausgebremst, je drei Siege und Niederlagen sowie zwei Remis bedeuten Rang zehn. „Es war heftig, es standen bis zu fünf Spieler in der Startelf, die vergangene Saison noch in der A-Jugend waren“, erzählt Kircicek. Er hofft, dass sich das Lazarett während der Pause lichtet: „Dann können wir angreifen.“ Denn mittelfristig ist bei den Sachsen die Rückkehr in die Dritte Liga das große Ziel, aus der sie 2020 abgestiegen waren.

Furkan Kirciicek beim Torjubel  zum 2:1 für Türkgücü München beim SV Meppen.
Furkan Kirciicek beim Torjubel  zum 2:1 für Türkgücü München beim SV Meppen.
Bild: www.imago-images.de

Kircicek soll nach dem Willen des Coaches Daniel Berlinski eine wichtige Rolle spielen. „Ich spüre volles Vertrauen vom Trainer. Der Klub zählt auf mich: Nach meiner Verletzung habe ich sofort wieder gespielt“, berichtet der Angreifer, der teils in Füssen und teils in Kaufbeuren aufgewachsen ist. Im Heimspiel gegen Altglienicke (0:2) wurde er für die zweite Hälfte eingewechselt, bei Chemie Leipzig durfte der Flügelflitzer dann von Beginn an für 78 Minuten ran (1:1).

Verletzung zur Unzeit

Kircicek fühlt sich pudelwohl bei seinem neuen Arbeitgeber: „Alles ist noch professioneller, die Vorbereitung war die beste meiner Karriere.“ In den Testspielen war er in Top-Form, traf regelmäßig. Die Verletzung kam zur Unzeit, er sei „so fit wie nie“ gewesen. Die neuerliche Pause bremst Kircicek einmal mehr aus. Doch er ist sicher: Für ihn ist Chemnitz der richtige Ort, um „wieder Spaß am Fußball“ zu finden. Der Verein habe früh und intensiv um ihn geworben, vor allem die Aussicht auf Spielzeit sei wichtig gewesen. Denn die Jahre beim vorherigen Klub Türkgücü München waren nicht leicht.

Aufstieg mit Türkgücü

Kircicek war 2019 nach vier Jahren beim ranghöchsten Allgäuer Klub FC Memmingen in die bayerische Landeshauptstadt gewechselt. Mit den Münchnern schaffte er den Aufstieg aus der Regionalliga in die Dritte Liga. Doch trotz je zwei Toren und Vorlagen in der neuen Spielklasse sowie teils guten Leistungen hatte Kircicek im mit teuren Zugängen gespickten Kader oft einen schweren Stand. „Ich habe zwar in 22 von 36 Partien gespielt. Aber es war schwierig: Da waren zeitweise 40 gute Leute und zum Teil hat nicht die Leistung entschieden, wer eingesetzt wird“, sagt Kircicek. Deshalb sei er „nicht mehr glücklich“ gewesen.

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Dass er nun weit entfernt von der Allgäuer Heimat aufläuft, sei kein Problem: „Ich wurde super aufgenommen und meine Freundin hat einen neuen Job, sie kann im Homeoffice arbeiten und mich besuchen.“ Andere Angebote schlug er aus - eine Vertragsverlängerung bei Türkgücü München war für ihn ebenso wenig eine Option wie eine Rückkehr in die Regionalliga Bayern, in der Ex-Verein Memmingen antritt.

Mehr Fans, mehr Bekanntheit

„Die Nordost-Staffel ist stärker und voller Traditionsklubs. Wenn Chemnitz gegen Jena oder Cottbus spielt, kommen zur normalen Zeit ohne Corona bis zu 15000 Fans. Ich werde hier auf der Straße erkannt – das ist toll, ich hatte das noch nie.“

Weiter geht es für sein Team wohl erst am Samstag, 18. September, zuhause gegen Cottbus. Kircicek hat seine Entscheidung für den CFC „noch keine Sekunde bereut.“ Er kann es kaum erwarten, voll anzugreifen: „Es macht unglaublich Spaß hier. Wir sind alle heiß, jetzt kann es richtig losgehen.“