Statistik der Polizei

Verkehr in Kaufbeuren: So wenig Unfälle wie seit 2011 nicht mehr

Die Polizei in Kaufbeuren hat der Autoposer-Szene den Kampf angesagt. Seit Anfang 2020 gibt es eine spezielle Ermittlungsgruppe.

Die Polizei in Kaufbeuren hat der Autoposer-Szene den Kampf angesagt. Seit Anfang 2020 gibt es eine spezielle Ermittlungsgruppe.

Bild: Uwe Anspach/dpa (Symbolfoto)

Die Polizei in Kaufbeuren hat der Autoposer-Szene den Kampf angesagt. Seit Anfang 2020 gibt es eine spezielle Ermittlungsgruppe.

Bild: Uwe Anspach/dpa (Symbolfoto)

Auf den Kaufbeurer Straßen war wegen der Corona-Pandemie weniger los. Doch ein Bereich bereitet vermehrt Probleme.
25.02.2021 | Stand: 16:15 Uhr

Nur im Jahr 2011 waren die Unfallzahlen im Kaufbeurer Raum niedriger als 2020. „Der Grund für diesen Rückgang, der in den Jahren 2019 und 2020 fast 20 Prozent betrug, liegt auf der Hand: Die Corona-Pandemie hat die Mobilität in allen Bereichen stark eingeschränkt“, erklärt Stefan Horend, Verkehrsexperte der Kaufbeurer Polizei. Laut der Jahresstatistik hat es 2020 insgesamt 1051 Verkehrsunfälle gegeben, 2019 waren es noch 1305.

Einen traurigen Ausreißer nach oben gibt es jedoch: Vergangenes Jahr ist ein Autofahrer bei einem Verkehrsunfall gestorben. Der Mann stieß im Frühjahr auf der B 12 frontal mit einem Getränkelaster zusammen, aus ungeklärten Gründen war er auf die Gegenfahrbahn geraten. Schwer verletzt haben sich im vergangenen Jahr 26 Personen, leichte Verletzungen zogen sich 180 Menschen bei einem Verkehrsunfall zu.

Die häufigste Unfallursache in Kaufbeuren

Häufigste Unfallursache war in Kaufbeuren ungenügender Sicherheitsabstand, dicht gefolgt von Fehlern beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren.

Während im Gebiet des Präsidiums Schwaben Süd/West (gesamtes Allgäu sowie die Kreise Günzburg und Neu-Ulm) die E-Bike-Unfälle immer weiter zunehmen, sei das in Kaufbeuren kein Thema, sagt Horend. Die Anzahl der Radfahrunfälle ist ebenfalls gesunken, jedoch weniger stark: 2019 waren es 82, im vergangenen Jahr 75. Auf die Frage, welche Besonderheiten die Verkehrsstatistik 2020 aufweist, resümiert Horend: „Es ist auffällig, dass es unauffällig ist.“

Ärger über Autoposer in Kaufbeuren

Doch ein Bereich sorgte in Kaufbeuren wiederholt für Unmut bei Anwohnern und Passanten. Etwa 130 Anzeigen wurden 2020 gegen Fahrer aus der Posing- und Tuningszene erstattet. Sie verändern ihre Autos so, dass sie schneller und lauter sind und veranstalten teils sogar illegale Straßenrennen.

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Wegen Reh und Fuchs kracht es am häufigsten

Durch die technischen Veränderungen erlosch in einigen Fällen die Betriebserlaubnis. Horend vermutet, dass die Corona-Einschränkungen mit noch immer geschlossenen Clubs und Kneipen das Autoposing-Phänomen verstärkt hätten. Seit Anfang 2020 nimmt die Polizei Kaufbeuren verdächtige Autos genauer unter die Lupe, ebenso wie in Memmingen wurde eine spezielle Ermittlungsgruppe gegründet. In beiden Städten ist die Szene nach Erkenntnissen der Polizei besonders stark.

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