Kaufbeuren

„Vögel zu beobachten, steigert das Wohlbefinden“

Vogelbeobachtung Heinzelmannstift

Vogelbeobachtung Heinzelmannstift

Bild: Seniorenheim Heinzelmannstift

Vogelbeobachtung Heinzelmannstift

Bild: Seniorenheim Heinzelmannstift

Senioren Heinzelmannstift beteiligt sich an Präventionsprojekt. Uni Eichstätt wertet Erfahrungen aus
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Von az
16.02.2020 | Stand: 14:42 Uhr

Am Ende des Vortrags im Seniorenheim Heinzelmannstift zwitschert es im Raum wie frühmorgens auf der Vogelwiese. Amsel, Buchfink, Spatz und Meise pfeifen wild durcheinander. Die Tiere sind freilich aus Plüsch und etwas überlebensgroß. Über einen Druckknopf auf dem Rücken wird ihr spezifischer Gesang ausgelöst. Die Plüschvögel sind ein Bestandteil des Präventionsprojektes „Alle Vögel sind schon da“. Dabei geht es um mehr Lebensqualität im Alter. Durch eine Futterstation für Vögel im Garten wird sozusagen mehr Natur vors Fenster gebracht, um auch den Bewohnern, die einen eingeschränkten Aktionsradius oder eine Demenzerkrankung haben, Naturerlebnisse und -beobachtung zu ermöglichen.

Zahlreiche Bewohner des Heinzelmannstifts erweisen sich als profunde Vogelliebhaber und -kenner. Monika Schirutschke vom Landesbund für Vogelschutz erklärt, welcher Vogel was frisst, wie sein Schnabel beschaffen ist, sein Federkleid gezeichnet ist, woran man Männchen und Weibchen unterscheiden kann und vieles mehr.

Im Garten werden anschließend an einem Metallgestell eine Futtersäule mit sechs Sitzplätzen, eine Wasserschale und ein Vogelhäuschen befestigt. „Alle Vögel sind schon da“ wird finanziert von den Pflegekassen. Möglichst viele Bewohner in Pflegeheimen sollen Gelegenheit bekommen, durch die Beobachtung von Vögeln, die Bestimmung und die Fütterung ihre persönlichen Aktivitäten zu erweitern und dadurch ihre Lebensqualität und ihr Wohlbefinden zu verbessern. Ziel sind der Erhalt der psychischen Gesundheit, die Stärkung der kognitiven Ressourcen und auch die Steigerung der körperlichen Mobilität und Aktivität. Koordiniert wird das Projekt vom Landesbund für Vogelschutz.

Mittels einer Fragebogenaktion werden die Erfahrungen erfasst und von der Uni Eichstätt ausgewertet. Marianne Baur, stellvertretende Geschäftsführerin des Diakonievereins Kaufbeuren und Pflegedienstleiterin, hat sich um die Aufnahme in das Projekt beworben und auch die Aufgabe der „Vogelbeauftragten“ im Heinzelmannstift übernommen.